Anmerkung:Die Sphäre des Begriffs und die Logik der Sphäre/24
Medium bei Platon und Aristoteles nach Picht
Für Picht geht der Begriff des Mediums bei Platon und Aristoteles auf Parmenides zurück. Parmenides spricht von der Bewegung »zum Licht hin« durch die »ätherische« Tür.
»Die Mädchen, die zuvor das Haus der Nacht verlassen hatten, zum Licht hin, da sie mit ihren Händen die Schleier vom Haupt gezogen hatten. Dort sind die Torpfosten der Bahnen von Nacht und Tag. Türsturz umschließt sie und steinerne Schwelle. Selbst ätherisch (aitheriai), sind sie ausgefüllt mit großen Türflügeln, deren ineinandergreifende Schlußbalken der unerbittlichen Dike unterstellt sind« (Parmenides, Fr. 1, 9-14; Link).
Das ist für Picht das erste Bild des Mediums, durch das hindurch das Erkennen erfolgt. Darauf beziehen sich für ihn Platon und Aristoteles.
»Bei Platon und bei Aristoteles hingegen gilt dieselbe Unendlichkeit als Grundbestimmung der Materie. Auch Platon lehrt, dass das 'Unendliche' und 'Unbegrenzbare', das heißt das Kontinuum, ein Medium ist, in dem das 'wahrhaft Seiende' (das 'Ding an sich') nur undeutlich zum Vorschein kommen kann. Auch bei ihm ist das Kontinuum – die parmenideische Mischung von Licht und Nacht – die Trübnis, welche macht, dass alles, was unsere Sinnlichkeit in der Welt wahrnehmen kann, nur Erscheinung ist. Aber er sah sich dadurch nicht veanlasst, die reine Form der Kontinuität und damit der sinnlich wahrnehmbaren Materie ins Innere des menschlichen Subjektes zu verlagern« (Picht, Von der Zeit, S. 177f).