Anmerkung:PsyErkDunSco (Werner)/362:06
Siehe Aristot. Anim. I, c. 4 (p. 408. b. lin. 19 ff.): μάλιστα γὰρ ἐφθείρετ’ ἂν ὑπὸ τῆς ἐν τῷ γήρᾳ ἀμαυρώσεως, νῦν δ’ ἴσως ὅπερ ἐπὶ τῶν αἰσθητηρίων συμβαίνει· εἰ γὰρ λάβοι ὁ πρεσβύτης ὄμμα τοιονδί, βλέποι ἂν ὥσπερ καὶ ὁ νέος. ὥστε τὸ γῆρας οὐ τῷ τὴν ψυχὴν τι πεπονθέναι, ἀλλ’ ἐν ᾧ, καθάπερ ἐν μέθαις καὶ νόσοις. καὶ τὸ νοεῖν δὴ καὶ τὸ θεωρεῖν μαραίνεται ἄλλου τινὸς ἔσω φθειρομένου, αὐτὸ δὲ ἀπαθές ἐστιν· τὸ δὲ διανοεῖσθαι καὶ φιλεῖν ἢ μισεῖν οὐκ ἔστιν ἐκείνου πάθη, ἀλλὰ τουδὶ τοῦ ἔχοντος ἐκεῖνο, ᾗ ἐκεῖνο ἔχει. διὸ καὶ τούτου φθειρομένου οὔτε μνημονεύει οὔτε φιλεῖ· οὐ γὰρ ἐκείνου ἦν, ἀλλὰ τοῦ κοινοῦ, ὃ ἀπόλωλεν· ὁ δὲ νοῦς ἴσως θειότερόν τι καὶ ἀπαθές ἐστιν·
„Denn sie [die Seele] würde vor allem durch die Abstumpfung im Alter zerstört werden; nun aber verhält es sich wohl ebenso, wie es bei den Sinnesorganen geschieht. Wenn nämlich der Greis ein Auge wie das eines Jünglings erhielte, würde er ebenso sehen wie der Jüngling.
Daher rührt das Altern nicht daher, dass die Seele selbst etwas erlitten hat, sondern das, worin sie sich befindet [der Körper], ganz so wie bei Trunkenheit und Krankheiten. So schwindet auch das Denken und das Betrachten nur, weil etwas anderes im Inneren zerstört wird; das Denken selbst aber ist leidensunfähig [ἀπαθές / impassibel].
Das Überlegen aber und das Lieben oder Hassen sind keine Zustände jenes reinen Geistes, sondern dieses konkreten Ganzen hier, das jenen besitzt [...]. Daher erinnert sich der Mensch auch nicht mehr und liebt nicht mehr, wenn dieses [Zusammengesetzte] zerstört wird; denn dies gehörte nicht jenem reinen Geist an, sondern dem Gemeinsamen [aus Körper und Seele], das untergegangen ist. Der Geist [νοῦς / Nous] aber ist wohl etwas Göttlicheres und Leidensunfähiges.“