Anmerkung:PsyErkDunSco (Werner)/419:03
Thomas beruft sich hiefür auf die Auctorität des Aristoteles Anim. III, p. 429. a, l. 27: Καὶ εὖ δὴ οἱ λέγοντες τὴν ψυχὴν εἶναι τόπον εἰδῶν, πλὴν ὅτι οὔτε ὅλη ἀλλ’ ἡ νοητική, οὔte ἐντελεχείᾳ ἀλλὰ δυνάμει τὰ εἴδη. Zu den Worten: τόπος εἰδῶν bemerkt Thomas (Comm. in libros de Anima III, lect. 7): Quod per similitudinem dicitur, eo quod est specierum receptiva.
Καὶ εὖ δὴ… : „Und so haben jene recht, welche sagen, dass die Seele ein Ort der Formen (τόπος εἰδῶν) ist; mit der Einschränkung, dass dies nicht für die ganze Seele gilt, sondern nur für die denkende (den Intellekt), und dass die Formen in ihr nicht in Wirklichkeit (Akt), sondern nur der Möglichkeit nach (Potenz) vorhanden sind.“
Quod per… : „Dies wird im übertragenen Sinne (als Metapher/Gleichnis) gesagt, weil sie [die Seele] empfänglich für die Arten (Formen/Begriffe) ist.
Thomas von Aquin stellt klar, dass die Seele kein physischer, räumlicher Ort ist. Das Wort „Ort“ wird metaphorisch (per similitudinem) gebraucht. Der menschliche Intellekt verhält sich zu den geistigen Begriffen (den species intelligibiles) wie ein Gefäß zu seinem Inhalt: Er ist rein passiv aufnahmebereit (receptiva