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Argument des dritten Mensch

aus AufEinWort, der freien Forschung

Das Argument des dritten Menschen (lateinisch tertius homo) ist ein klassisches philosophisches Argument, das ursprünglich in Platons Dialog Parmenides erörtert wurde, um die eigene Ideenlehre kritisch zu hinterfragen. Bekannt und benannt wurde es vor allem durch Aristoteles.

Es zielt darauf ab, die Annahme, dass es für jede Gruppe von ähnlichen Dingen eine übergeordnete, eigenständige "Idee" (Urbild) gibt, durch einen unendlichen Regress (eine Endlosschleife) zu widerlegen.

Das Problem in Schritten erklärt:

  1. Die Ausgangslage: Wenn es mehrere konkrete, reale Menschen (A und B) gibt, die sich ähnlich sind, dann gibt es nach Platons Philosophie eine übergeordnete „Idee des Menschen“.
  2. Die Selbstprädikation: Platon ging davon aus, dass die Idee selbst auch das ist, was sie repräsentiert – die Idee des Menschen ist also selbst auch ein „Mensch an sich“.
  3. Das erste Dilemma (Der dritte Mensch): Nun muss aber ein einzelner Mensch (A) und die „Idee des Menschen“ etwas Gemeinsames haben, durch das sie sich ähneln. Um diese Ähnlichkeit zu erklären, muss man eine weitere, übergeordnete Idee postulieren – den sogenannten „dritten Menschen“.
  4. Der unendliche Regress: Da sich dieser „dritte Mensch“ nun wiederum mit dem ersten Menschen und der Idee ähnelt, benötigt man erneut eine übergeordnete Idee (einen „vierten Menschen“), um diese Beziehung zu erklären. Dies führt zu einer unendlichen Kette von Ideen, ohne dass die eigentliche Sache jemals wirklich erklärt wird.

Fazit und Bedeutung

Das Argument des dritten Menschen zeigt logisch auf, dass Platons Methode, Dinge durch abstrakte Ideen zu erklären, in einer Endlosschleife (Regressus ad infinitum) endet. Aristoteles nutzte dieses Argument später als Beleg dafür, dass Universalien (allgemeine Begriffe) nicht unabhängig und getrennt von den konkreten Dingen existieren können.