Zum Inhalt springen

Arnheim Cusanus)

aus AufEinWort, der freien Forschung

Legationsreise

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemein

2. 19. September

3. 20. September

4. 21. September

5. 22. September

Vorgängerstation →Ter Horst

Nachfolgerstation →Nimwegen

Allgemein

Die heutige, am Niederrhein liegende, Hauptstadt von Gelderland entstand vor mehr als tausend Jahren als kleiner Weiler entlang dem Sint-Jan Bachlauf. 1233 verlieh Graf Otto von Gelre A. das Stadtrecht.

Stadt Arnhem (NL),  ‚schönste Innenstadt‘ der NL (2007) und ‚grünste‘ Stadt der NL (2008)

19. September

Vom 19. bis 22. September 1451 visitierte Cusanus A. Bereits zum 17. September findet sich eine Eintragung in der Stadtrechnung von A. „über einen neuen Auftrag an den Jäger Ian van Hokelom, dat hi ieaghen sold tegen den legaet“ AC I.3b n. 1745 bib:2072[+] , bevor ebendort am 19. September der Einzug des Cusanus verezeichnet wird (vgl. ebd. n. 1754). Zum 19./21. September verzeichnet die Stadtrechnung Deventer einen Eintrag über die Bemühungen eines Ratsfreundes, von Cusanus den Jubiläumsablass für die Städte Deventer, Kampen und Zwolle zu erlangen (vgl. ebd. n. 1760).

20. September

Cusanus erteilt den Prioren, Konventen und Insassen der Klöster der seligen Jungfrau Maria in Sion bei Delft, des heiligen Michael in dem Hem bei Schoonhoven und des heiligen Gregorius im Lande von Stein bei Gouda Privilegien, „wie Martin V. sie 1420 dem Kapitel von Windesheim verliehen hat“, allerdings mit abweichenden Bestimmungen. AC I.3b n. 1756 bib:2072[+]; vgl. auch n. 1750 →Ter Horst (Legationsreise).

Einen 100-Tage-Ablass verleiht Cusanus für die der hl. Kunera geweihte Pfarrkirche der Stadt Rhenen in der Diözese Utrecht (vgl. ebd. n. 1757) sowie auch für die Kollegiatskirche St. Walburgis in Zutphen (vgl. ebd. n. 1758).

Wie schon zuvor für die Stadt Deventer bestätigt Cusanus Repräsentanten und Bürgern der Zutphen, von der Verpflichtung entbunden zu sein, vor den ‚heimlichen Gerichten’ erscheinen zu müssen. Vgl. ebd. n. 1761, zu Deventer vgl. →Zwolle (Legationsreise) 24. August, AC I.3a n. 1649 bib:2071[+] .

21. September

Cusanus gewährt in A. den Jubiläumsablass und bestimmt zehn Beichtväter und sieben Kirchen, um den Ablass zu erlangen. Vgl. AC I.3b n. 1763 bib:2072[+]. Am gleichen Tag erhält er Besuch von den Bürgermeistern von A. (vgl. ebd. n. 1764).

Zum 21. September zuzuordnen sind Mitteilungen einer in den Kirchen von A. am 1. Oktober 1451 verlesenen Kundgabe über die von Cusanus am 21. September gehaltene Predigt anlässlich der Verleihung des Jubiläumsablasses, sowie über die Maßnahmen hinsichtlich der zu befolgenden Anordnungen gegen die Juden, die Cusanus für den Erhalt des Jubiläumsablasses zur Bedingung machte (vgl. ebd. n. 1765), hier ein Auszug:

„[...] dat gheen kirsten gelovige mynschen dit heilige Roemsche afflait verkrigen off des delachtich moigen werden, die hengen off gestaden, dat ennige joeden by off onder hem wonen, die sich mit woekeren generen, ende heefft mede geprediket, wo ende in wat maten dat men lyden mach, die joeden onder den kirstenen te wonen: So syn die heren ende die burgemeisteren, schepenen ende rait der stat van Arnhem mit malchanderen eendrechtlick dair op geslaten ende overkomen, dat alle die joeden, manne ende wyve, die bynen Arnhem wonen, achter huden komen soelen an den burghermeisteren ende nemen dair van een teyken, dat se op oir overste cleedt dragen soelen, dair bi men enen joede kennen mach voir enen kirsten; weer eenich van den jouden, die des nyet en dede, die en wold men in onser stat nyet langer lyden." Ebd.

Am selben Tag verzeichnet die Stadtrechnung von Mechelen die Entsendung eines Abgesandten zum Herzog nach Brüssel, um mit seiner Unterstützung eine schriftliche Anfrage an den Kardinal und Legaten Cusanus zu richten mit der Bitte um Visitation. Vgl. ebd. n. 1766.

22. September

Den Äbten zu Würzburg, Wiblingen und Bursfelde, dem Propst von Neuenberg bei Fulda und dem Prior von St. Jakobsberg bei Mainz erteilt Cusanus nähere Anweisungen für die von ihnen durchzuführende Visitation und Reform. Vgl. ausführlich dazu AC I.3b n. 1768 bib:2072[+].

Ebenfalls ausführlich geben die Acta Cusana die Quelle der „Zusammenstellung der städtischen Auslagen für NvK anläßlich seines Besuches in Arnheim“ wieder, hier ein Auszug:

„Item des selven sonnendaghes (19. September) gecoft viii paer hoenre ende viii entvogels soe wilt ende soe tam, dat paer voir vi kr(omstert), facit simul i R(ynsche) gulden xii kr(omstert). Item enen hamel voir xxxiiii kr(omstert) ende runtvleis voir xxiiii kr(omstert), facit simul i R(ynsche) gulden viii kr(omstert). Item soe had ons doe mijn here van Utricht gescheenckt enen hert. Item gegeven den iegers, de dat hert brochten, te verdrincken ii gouden Arnhemensche gulden, facit i R(ynsche) gulden viii kr(omstert). Item gegeven voir peren ende haselnoten xvi kr(omstert). Item voir iii q(uart) wiins, want onsen wiin te groff was voir den heren [...].“ Ebd.

Aus dieser Auslagenzusammenstellung ergibt sich auch die Anwesenheit von Walram von Moers in A., der dort laut den Acta Cusana seit dem 10. September mit großem Gefolge weilte (vgl. ebd. Anm. 2), sowie der Zeitpunkt der Abreise von Cusanus, der am Morgen des 22. September nach →Nimwegen (Legationsreise) weiterzog. Vgl. hierzu auch die Stadtrechnung von A. mit Eintrag über eine Gesandtschaft zu Cusanus (um ihn aus der Stadt zu geleiten) ebd. n. 1770.

Der Stadtrechnung Zutphen zu entnehmen ist der Umstand, dass eine städtische Gesandtschaft vier Tage lang zu Cusanus in A. unterwegs war, um von ihm „den Jubiläumsablass und die Freiheit von der Feme“ (ebd. n. 1771) zu erlangen.

Kirstin Zeyer

12.03.2009

zuletzt bearbeitet: 13.03.2009