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Auffassungsgabe

aus AufEinWort, der freien Forschung

Auffassung + -s- + Gabe | das Vermögen Wissen und Kenntnisse zusammenfassend aufnehmen und deren Zusammenhänge erfassen zu können; im Grunde das Vermögen (beliebig) ein "geistig-meindiges Fass aufmachen können";

¦∅¦ ¦↵¦  Lehrmeinung der Wissenschaftler, die Auffassungsgabe auf das Gehirn und neuronale Netze begrenzen, es sich um eine Gabe handle, welches für über Körpersinne zu erfassende Wahrnehmungen zutreffend ist, welche für das Erlangen von Anschauungen vorbedingt ,edoch nicht ausschließich entscheidend ist;

Auffassungsgabe (veraltet: Fassungskraft F. Schiller) ist die Fähigkeit, das Wesentliche von Sachverhalten und Sachzusammenhängen schnell und exakt aufzunehmen und zu verwerten.

Bei höher entwickelten Organismen ist die Auffassungsgabe durch drei Unterprozesse der Informationsverarbeitung gekennzeichnet:

die sensorische Erfassung von Bestandteilen und Prozessen der Umwelt (durch Sinnesorgane also durch auditive, visuelle, olfaktorische und gustatorische Wahrnehmung sowie durch Fühlen);

Verarbeitung durch Analyse, Zuordnung zu Erfahrungen und Klassifizierung, Bewertung und emotionale Zuordnung, Speicherung;

Wiedergabe (Erinnerung) und Verwendung, zum Beispiel in ähnlichen Situationen oder bei der Weitergabe der Erfahrung an andere.

Die Auffassungsgabe beschreibt damit eine der Eigenschaften hoch entwickelter Nervensysteme und ist ein Bestandteil der Intelligenz.

Friedrich Schiller Über das Erhabene

Der erhabene Gegenstand ist von doppelter Art. Wir beziehen ihn entweder auf unsere Fassungskraft und erliegen bei dem Versuch, uns ein Bild oder einen Begriff von ihm zu bilden: oder wir beziehen ihn auf unsere Lebenskraft und betrachten ihn als eine Macht, gegen welche die unsrige in nichts verschwindet. Aber ob wir gleich in dem einen wie in dem andern Fall durch seine Veranlassung das peinliche Gefühl unserer Grenzen erhalten, so fliehen wir ihn doch nicht, sondern werden vielmehr mit unwiderstehlicher Gewalt von ihm angezogen. Würde dieses wohl möglich sein, wenn die Grenzen unsrer Phantasie zugleich die Grenzen unsrer Fassungskraft wären?