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Werk:Briefe (Platon)/Siebter Brief/10

aus AufEinWort, der freien Forschung

▷Das sind die Gedanken und Winke, die wir Intriganten hatten, wie wir von vielen Seiten genannt wurden. Und dieses Gerede gewann bekanntlich bei Dionysius die Oberhand und hatte die Folge, dass Dion außer Land und ich in Furcht gejagt wurde. [B] Dion kam, um hier die umfangreichsten Ereignisse in Kürze abzumachen, aus dem Peloponnes und von Athen zurück und gab dem Dionysius eine Lektion mit dem Schwerte. Und nachdem er nun die Stadt zweimal befreit und den Syrakusern zurückgegeben hatte, so waren sie derselben Untergebenheit gegen Dion damals ausgesetzt, welche auch Dionysius gehabt hatte als jener es unternahm, diesen zu dem Ideal eines der Regierung würdigen Königs zu bilden und zu erziehen und nach Vollendung dieser Aufgabe sein ganzes Leben mit ihm zu teilen. Denn Dionysius glaubte den Verleumdungen und ausgesprengten Reden, [C] nur aus Absichten auf den Thron tue Dion Alles was er täte in jener Zeit. Dionysius solle nämlich seinen Geist in die Philosophie vertiefen, dadurch seine Regierung vernachlässigen und diesem überlassen. Dion dagegen arbeite in seinem eigenen Interesse und suche durch List den Dionysius vom Thron zu stürzen. Solches Gerede drang damals sogar zum zweiten Male in Syrakus durch, und zwar durch einen Sieg, der ebenso unvernünftig wie moralisch schädlich ist für die Sieger. Wie das zugegangen ist, das müsst ihr hören, die ihr um meinen Rat zur Schlichtung eurer jetzigen politischen Wirren verlangt.▷