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Charles Sanders Peirce (Philosophie)

aus AufEinWort, der freien Forschung

Kategorienlehre

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Am 14. Mai 1867 legte der 27-jährige Peirce der American Academy of Arts and Sciences ein Papier mit dem Titel On a New List of Categories vor, das im folgenden Jahr veröffentlicht wurde. Das Papier umriss eine Theorie der Prädikation, die drei universelle Kategorien umfasste, die Peirce als Reaktion auf die Lektüre von Aristoteles, Immanuel Kant und G. W. F. Hegel entwickelt hatte, Kategorien, die Peirce für den Rest seines Lebens in seiner Arbeit anwandte.[1] Als Grundlage aller weiteren Betrachtungen entwickelte Peirce eine Kategorienlehre, die sich nicht wie bei Kant mit den Arten der Erkenntnis, sondern mit Erscheinungsweisen des Seins befasst und die Grundlage seiner Zeichenlehre bildet.[2]Die Kategorien von Peirce können nicht mit Logik beschrieben, sondern nur phänomenologisch untersucht werden. Sie sind in jedem Phänomen enthalten und daher universal. Begrifflich unterschied Peirce rein formal Erstheit, Zweitheit und Drittheit als Formen, in denen alles, was ist, sich widerspiegelt:

  • Erstheit ist das Sein von etwas ohne Bezug auf etwas anderes. Es ist das Sein an sich (unabhängig vom Bewusstsein), das als reine Möglichkeit besteht (z. B. Röte als Möglichkeit);
  • Zweitheit ist die Bestimmung des hier und jetzt von etwas Seiendem (der Gegensatz zweier noch unreflektierter Gefühle);
  • Drittheit ist das Prinzip, das hinter den Dingen steht, die mit der Erscheinung verbundene Gesetzmäßigkeit (z. B. dass eine Tür zu öffnen ist, dass ein Tisch eine Ablagefläche hat, der Algorithmus des Computerprogramms).
Die Reduktion der Kategorien von Immanuel Kant durch Charles S. Peirce
 
Quantität
Einheit → Qualität Modalität
Vielheit Realität Relation Möglichkeit ↔ Erstheit
Allheit Negation → Substanz und Akzidenz Existenz ↔ Zweitheit
Limitation Ursache und Wirkung → Notwendigkeit ↔ Drittheit
Wechselwirkung

0(Handeln und Leiden)

 
Kant Peirce
 
Gegenüberstellung der Kategorien von Immanuel Kant und Charles S. Peirce

In einer kritischen Analyse[3] der Kategorien Kants zeigte Peirce, dass diese auf die Funktion der Modalität zurückführbar sind und eine Entsprechung mit seinen eigenen Kategorien haben, indem man Möglichkeit = Erstheit, Aktualität = Zweitheit und Notwendigkeit = Drittheit setzt. Ähnlich verhält es sich mit den Relationen Qualität (1), Tatsache (2) und Verhalten bzw. Gesetz (3) sowie mit den Begriffen Gegenstand (1), Relation (2) und Repräsentation (3). Die Triade war für Peirce eine grundlegende Perspektive auf alle Phänomene, und er sah sie sogar in der christlichen Dreifaltigkeitbestätigt. Die Kategorien sind zwar gedanklich unterscheidbar, aber sie sind nicht separierbar. Sie sind jeweils alle in jedem Gedanken enthalten und nur in einem langen Prozess der Aneignung mit Klarheit zu erfassen. Dementsprechend gibt es von Peirce immer wieder Texte verschiedener Annäherung an die Kategorien.

Bewusstsein

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Peirce’ Auffassung vom Bewusstsein knüpft eng an die Kategorienlehre an. Er versuchte dabei, die bisherige Unterscheidung des Geistes in der Philosophie (auch bei Kant und Aristoteles[4]) in die drei Teile Gefühl (Lust und Schmerz), Willen (Willenskraft und Verlangen) sowie Wissen (Erkenntnis)[5] auf eine wissenschaftlichere, auch für die Psychologie geeignete Grundlage zu stellen. Das noch unreflektierte Bewusstsein als ein Bündel von Repräsentationen ist Erstheit.[6] Im Bewusstsein sind wiederum die Kategorien identifizierbar. Die Erscheinung von Erstheit im Bewusstsein ist das reine Gefühl oder die Gefühls-Qualität, das Gefühl des unmittelbaren Bewusstseins ohne Bezug auf etwas anderes. Man kann es als die unanalysierte Erscheinung aller Qualitäten in einem Moment beschreiben:

Der nicht-analysierte Gesamteindruck, der durch irgendeine Mannigfaltigkeit hervorgerufen und nicht als aktuales Faktum, sondern einfach als Qualität, als einfache positive Möglichkeit der Erscheinung gedacht wird, ist eine Idee der Erstheit. (S&S 25)

Die Erscheinung der Zweitheit im Bewusstsein, die Peirce „Altersense“ nannte, ist die Konfrontation mit dem Anderen, ist das Bewusstsein des Hier und Jetzt. Zur Zweitheit im Bewusstsein zählen Sinnesempfindungen als lebendige Erfahrungen. Ebenso gehört hierzu der Wille oder Wunsch als Empfindung ohne die Reflexion auf das Gewünschte. Die Zweitheit ist die Erfahrung der Dualität. Ebenso wie die Erstheit wird hier noch vom Denken abstrahiert. Weder das reine Gefühl auf der Ebene der Erstheit noch die Empfindung des Gegenübers, des Anderen auf der Ebene der Zweitheit lassen sich konkret in Begriffe fassen. Sobald dies geschieht, bewegt man sich in der Ebene der Drittheit, die die Ebene der Gedanken ist. Zweitheit kann vorwiegend aktiv sein, dann dominiert die Empfindung des Willens. Ist sie hingegen vorwiegend passiv, dann dominieren die Sinnesempfindungen.

Die Erscheinung der Drittheit im Bewusstsein bezeichnete Peirce als „Medisense“, in der die Beziehung zu einem Objekt repräsentiert wird. Hierzu zählen das Denken, das Lernen, das Gewahrsein von etwas Drittem. Dieser Modus des Gewahrseins führt bei genügender Wiederholung zu Verhaltensgewohnheiten.

Es gibt keine anderen Formen des Bewusstseins als die drei, die erwähnt worden sind, Gefühl, Altersense und Medisense. Sie bilden eine Art System. Gefühl ist der momentan gegenwärtige Inhalt des Bewusstseins in seiner ursprünglichen Einfachheit, unabhängig von irgendetwas anderem. Es ist Bewusstsein in seinem ersten Stadium und könnte „Primisense“ genannt werden. „Altersense“ ist das Bewusstsein von einem unmittelbar anwesendem Anderen oder zweiten, das uns widersteht. „Medisense“ ist das Bewusstsein einer Drittheit oder eines Mediums zwischen Primisense und Altersense und führt vom ersteren zum letzteren. Es ist das Bewusstsein von einem Prozess, bei dem etwas vor den Geist gebracht wird. Gefühl oder Primisense ist das Bewusstsein von Erstheit; Altersense ist das Bewusstsein der Andersheit oder Zweitheit; Medisense ist das Bewusstsein von Mitteln oder Drittheit. Vom „Primisense“ gibt es nur eine Art. „Altersense“ hat zwei Arten, Sinnesempfindung und Willen. „Medisense“ hat drei Arten, „Abstraktion“, „Suggestion“ und „Assoziation“ (CP 7.551).

Die so beschriebene psychologische Struktur des Bewusstseins verband Peirce mit einer physiologischen Sicht, in der die psychischen Prozesse jeweils physische Entsprechungen im Gehirn haben. Er vertrat eine monistische Position:

Auf diese Weise werden die drei Bewusstseinsarten – einfaches Bewusstsein, duales Bewusstsein und synthetisierendes Bewusstsein – durch die drei Hauptfunktionen des Nervensystems erklärt, durch seine einfache Reizbarkeit, die Übertragung von Energie und die synthetisierende Handhabung der Nerven, insbesondere die Verhaltensgewohnheit. (MS 909, 55).

Selbstbewusstsein entsteht dadurch, dass die Repräsentationen als Zeichen im Bewusstsein sich selbst zum Gegenstand werden. Diese Reflexion ist für Peirce überwiegend dem Bereich des Altersense (der Zweitheit) zuzuordnen, da das Selbstbewusstsein so etwas wie das Wahrnehmen des Selbst ist. (CP 5.225, 5.266) Im Selbstbewusstsein treten sich die Empfindung des Ego, das wir kontrollieren können, und des unkontrollierbaren Non-Ego gegenüber.

Aus der allgemeinen Masse des Bewusstseins, das noch frei von jeder deutlichen Bestimmung ist, löst sich plötzlich eine etwas bestimmtere Idee – das „Objekt“ oder das „Nicht-Ich“ – wie ein Kristall aus einer Lösung und „wächst“ wie ein „Kristall“, während der Rest des Bewusstseins – die Mutterlösung sozusagen –, das „Ich“, sich scheinbar, wie es gewesen ist, seiner neuen Geburt als „seine“ eigene rühmt, blind gegenüber der noch unterentwickelten Anregung, die als Nukleus vorhanden gewesen sein muss. (MS 681, 12/13).

Die Drittheit im Bewusstsein führt zu einer erneuten Reflexion, nun auf das Selbstbewusstsein. Hieraus entsteht die Selbstkontrolle, die Selbstüberprüfung und Selbstkorrektur beinhaltet. Peirce begründete mit der Vorstellung der Selbstkontrolle die Fähigkeit, sich zu entscheiden und damit die eigenen Verhaltensgewohnheiten zu beeinflussen. Eine unmittelbar kausale Wirkung aus der Selbstkontrolle sah er nicht. Die kognitive Fähigkeit der Selbstkontrolle hat aber Einfluss auf Einstellungen, die für künftiges Handeln maßgeblich sind. Durch den Vergleich mit Standards ist Selbstkontrolle zugleich Grundlage von moralischen Einstellungen und ethischem Verhalten.[7]

Der Einfluss der Selbstkontrolle ist sicherlich kein Einfluss auf Handlungen ganz am Anfang des Vorgangs der Selbstkontrolle. Sie besteht (um nur die führenden Merkmale zu nennen) zuerst im Vergleich vergangener Handlungen mit Standards, zum Zweiten in vernünftiger Überlegung über künftige Handlungsabsichten, was in sich ein hochkomplizierter Vorgang ist, zum Dritten in der Bildung eines Entschlusses, viertens auf der Grundlage des Entschlusses in einer Entwicklung einer starken Festlegung oder Veränderung einer Gewohnheit. (CP 8.320)

Wahrnehmung

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Wir haben kein Vermögen, ohne Zeichen zu denken. (CP 5.265). Diese Grundannahme der gesamten Philosophie von Peirce ist so auch Ausgangspunkt für seine Theorie der Wahrnehmung.

Wahrnehmung findet durch eine Umwandlung von Sinneseindrücken statt und ist deshalb niemals unmittelbar. Klassisches Beispiel dafür, dass Wahrnehmungen falsch gedeutet werden können, sind die Sinnestäuschungen. Peirce verwendet das Beispiel des blinden Flecks auf der Netzhaut. Trotz dieser Eigenschaft erscheinen Gegenstände als vollständige Bilder. Peirce unterscheidet das Wahrgenommene (Perzept) und das Wahrnehmungsurteil.

Mit einem Wahrnehmungsurteil meine ich ein Urteil, das in der Aussageform behauptet, welche Beschaffenheit eines Perzepts dem Geist unmittelbar gegenwärtig ist. (CP 5.54)

Dabei muss ein Wahrnehmungsurteil nicht in Form von Sprache erfolgen, sondern kann z. B. auch diagrammatisch sein (z. B. die Vorstellung eines Dreiecks).

Theorie der Wahrnehmung bei Peirce

Das Wahrgenommene ist das Zeichen, das zwischen dem Objekt und dem Wahrnehmungsurteil steht. Der Zugang zu den Objekten erfolgt immer durch die Abbildung des Perzeptes als Zeichen. Das Zeichen hat die Form eines sinnlichen Eindrucks, also eines Bildes, eines Klangs etc.

Ein Zeichen oder Repräsentamen ist alles, was in einer solchen Beziehung zu einem Zweiten steht, das sein Objekt genannt wird, dass es fähig ist ein Drittes, das sein Interpretant genannt wird, dahingehend zu bestimmen, in derselben triadischen Relation zu jener Relation auf das Objekt zu stehen, in der es selbst steht. (MS 478).

Das Perzept wird als etwas interpretiert. Ein Ton kann eine Stimme sein, das Klingeln eines Telefons oder der Klang eines Radios.

Das Perzept als Zeichen ist ein so genanntes indexikalisches Zeichen (vgl. unten), das heißt, es ist bestimmt zu seiner Relation zum Objekt, wie z. B. der Rauch zum Feuer. Das Wahrnehmungsurteil selbst, also der Rauch als Begriff, ist der Interpretant der Wahrnehmung (des Perzepts). Die Form des Schlusses bei einem Wahrnehmungsurteil nannte Peirce Abduktion: Abduktion ist der Vorgang, in dem eine erklärende Hypothese gebildet wird. (CP 5.171). Indem wir eine Wahrnehmung haben, nehmen wir an, dass es sich um einen bestimmten Gegenstand handelt. Die Form der Folgerung ist dann folgende: Die überraschende Tatsache C wird beobachtet; aber wenn A wahr wäre, würde C eine Selbstverständlichkeit sein; folglich besteht Grund zur Vermutung, dass A wahr ist. (CP 5.189). Wenn man einen grauen Schleier in der Luft sieht, kann es sich um Nebel handeln, aber auch um Rauch. Indem man diesen grauen Schleier sieht und schließt, dass es sich um Rauch handelt (z. B. aufgrund der Form oder weil rund herum die Sonne scheint), fällt man ein Wahrnehmungsurteil. Wahrnehmungsurteile sind eine extreme Form der Abduktion, weil sie in aller Regel unbewusst und weitgehend unkontrolliert ablaufen und weil man sie aufgrund der immer aktiven Sinne nicht verneinen kann.

Je öfter sich wiederholende Wahrnehmungsurteile bestätigen, umso mehr werden sie als wahr verinnerlicht und dann zu Denk- und Verhaltensgewohnheiten.

Semiotik

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Ferdinand de Saussure gilt zusammen mit Peirce als Begründer der Semiotik

Neben Ferdinand de Saussure ist Peirce einer der Begründer der Semiotik, wobei sein bevorzugter Begriff hierfür „semeiotic“ lautete, während Saussure seinen eigenen Ansatz als „sémiologie“ (Semiologie) bezeichnete. Im Gegensatz zu Saussures Zeichenbegriff, der sich ausschließlich und formal auf Sprache bezieht, sodass hieraus wesentliche Impulse für die Linguistik entstanden, ist Peirce’ Zeichenbegriff ganzheitlich: Er enthält neben der Repräsentationsfunktion ebenso eine Erkenntnisfunktion der Zeichen. Gleichfalls darf man die Semiotik von Peirce nicht mit der Unterteilung von Charles W. Morris (Syntax, Semantik und Pragmatik) vermischen (obwohl sich Morris auf Peirce bezieht).[8]

Peirce definierte semiosis (siehe auch Semiose) als

… Einen Vorgang oder einen Einfluss, der das Zusammenwirken von drei Gegenständen, nämlich dem Zeichen, seinem Objekt und seinem Interpretanten, ist bzw. beinhaltet; ein dreifacher Einfluss, der in keinem Fall in paarweise Vorgänge aufgelöst werden kann.[9]

Peirce unterteilte Semiotik in spekulative Grammatik, logische Kritik und spekulative Rhetorik. Das Wort „spekulativ“ war dabei für ihn gleichbedeutend mit „theoretisch“.

  • In der spekulativen Grammatik erfolgt die Untersuchung der möglichen Arten von Zeichen und ihrer Kombinationsmöglichkeiten.
  • Logische Kritik hat die Frage richtiger Begründung zum Gegenstand.
  • Spekulative Rhetorik ist die Untersuchung über die effektive Anwendung von Zeichen (die Frage der Wirtschaftlichkeit der Forschung).

In der spekulativen Grammatik arbeitete Peirce ein System möglicher Zeichenrelationen aus, in denen die Welt sich dem Menschen vermittelt. Ausgehend von der Triade Objekt – Zeichen – Interpretant unterschied er dabei drei Trichotomien:

Die drei Trichotomien von Peirce
Zeicheneigenschaft Objekt-Beziehung Interpretanten-Beziehung
Quali-Zeichen

(sinnlich)

Ikone

(Ähnlichkeit)

Rhema

(Term)

Sin-Zeichen

(Existenz)

Indizes

(Hinweis)

Dicent

(Proposition)

Legi-Zeichen

(Typus)

Symbole

(Konvention)

Argument

Die Zeicheneigenschaft

Ein Quali-Zeichen ist eine Qualität, die als Zeichen wirkt, z. B. die Stille eines Raumes. Quali-Zeichen sind immer Ausdruck von Erstheit. Sin-Zeichen sind Gegenstände oder Sachverhalte, die existieren, ohne dass sie schon mit einem Begriff oder einer Bedeutung belegt sind. Legi-Zeichen sind Regeln, die als Zeichen wirken. So bedeutet die Zahl Sechs die Idee einer Anzahl von sechs Gegenständen, z. B. Gläsern oder Stühlen. Ob man nun das deutsche Wort „sechs“, die Ziffer ‚6‘ oder das englische Wort „six“ verwendet, sie alle verkörpern die Idee der Zahl Sechs. Jedes tatsächliche Exemplar eines Legi-Zeichens (z. B. das gedruckte Wort „Sechs“) stellt – als konkreter Gegenstand in der Welt – zugleich ein Sin-Zeichen dar.

Die Objekt-Beziehung

Ikone sind Zeichen, die durch eine strukturelle Ähnlichkeit unmittelbar eine Relation zu einem Objekt herstellen. Hierzu zählen Bilder, Piktogramme oder Graphiken. Ein Ikon ist grundsätzlich erstheitlich. Der Index ist insofern ein zweitheitliches Zeichen, als er ohne Beschreibung auf ein Objekt hinweist, also eine dyadische Beziehung zwischen Zeichen und Objekt besteht – das Klingeln verweist darauf, dass jemand vor der Tür steht. Symbole haben hingegen eine Bedeutung. Sie sind nur Zeichen, weil ein Interpret versteht, wofür das Zeichen benutzt wird. Dass ein Tisch mit dem Wort „Tisch“ bezeichnet wird, beruht auf einer Konvention. Verstanden wird das Wort „Tisch“, weil seine Bedeutung zur Gewohnheit geworden ist. Helmut Pape hat in „Erfahrung & Wirklichkeit“ Peirce Semiotik als eine Phänomenologie und Ontologie der Beziehungen zwischen Menschen und zu ihrer Lebenswelt entwickelt, und damit die Rolle der zwischenmenschlichen Beziehung im Zeichengebrauch genauer untersucht.[10]

Die Interpretanten-Beziehung

Rhema ist ein Begriff, mit dem ein Gegenstand bezeichnet wird. Es kann auch ein Diagramm oder ein Ton sein. In einer Aussage (Dicent) wird zumindest eine zweistellige Relation hergestellt, also die Eigenschaft eines Gegenstandes oder ein Sachverhalt beschrieben. Das Argument drückt eine gesetzmäßige Beziehung zwischen Aussagen aus, z. B. in Form von Naturgesetzen.

Der Interpretant als die eigentliche bedeutungstragende Wirkung eines Zeichens muss nun wieder differenziert werden nach seinem emotionalen, energetischen und logischen Gehalt oder nach seiner unmittelbaren, dynamischen und finalen Wirkung. Er ist unmittelbar, wenn er nur eine Gefühlsqualität ist, z. B. das Empfinden der Stille (Erstheit). Er ist dynamisch, wenn er eine effektive Wirkung auslöst (ein Gefühl oder eine Handlung). Ein Interpretant ist final, wenn er mit einer beabsichtigten Wirkung verbunden ist, z. B. einer Veränderung einer Gewohnheit.

Die Dimensionen des Zeichenbegriffs

Die eigentliche semiotische Bestimmung eines Zeichens entsteht aus den logisch möglichen Kombinationen der Zeicheneigenschaft mit der Objekt- und der Interpretanten-Beziehung (Quali-Zeichen sind weder als Index noch als Symbol denkbar; Argumente können entsprechend kein Index oder Ikon sein). Bei der Bestimmung von Zeichenrelationen besteht das grundsätzliche Problem, dass einerseits Objekte durch mehrere, auch ihrer Art nach höchst unterschiedliche Zeichen repräsentiert werden können. Andererseits können die jeweiligen Zeichen situationsabhängig verschieden interpretiert werden. Zeichenbeziehungen sind daher immer perspektivisch. Wir wissen immer, dass das Objekt, wie wir es in der Kommunikation oder in der Wahrnehmung erfassen (das unmittelbare Objekt), durch Zeichen vermittelt ist. Als Folge wissen wir auch stets, dass wir uns über die Vermittlung täuschen können und demgemäß unsere Interpretation über das eigentliche Objekt (das dynamische Objekt) gegebenenfalls anpassen müssen.

Im Laufe der Zeit entwickelte Peirce seine Auffassung fort und kam aufgrund der Komplexität der möglichen Vermittlungsweisen von Zeichen zwischen Subjekt und Objekt schließlich zu einem System aus 59.049 (3 hoch 10) möglichen Elementen und Relationen. Ein Grund für diese hohe Anzahl liegt darin, dass er bei jedem Interpretanten die Möglichkeit, selbst Zeichen zu sein, zuließ, wodurch jeweils eine neue kennzeichnende Relation entsteht.

Wie bei anderen Themen schrieb Peirce niemals eine genaue Bestimmung seiner Semiotik. Vielmehr befasste er sich mit dem Thema immer wieder während seines Lebens, wobei er oft seine Auffassung über die Definition von Schlüsselbegriffen veränderte. Bei Liszka (1996) findet sich ein verdienstvoller Versuch einer kohärenten Darlegung. Gerhard Schönrich verweist darauf, dass man Parallelen zu Kant in der Theorie des Bewusstseins ziehen kann, wenn man die kantischen Begriffe in die von Peirce übersetzt, so etwa die Synthesis bei Kant als Semiose, den Gegenstand als Zeichenobjekt, Begriff oder Regel (im Schematismus) als Interpretant und Vorstellung als Zeichen(mittel).[11]

Erkenntnistheorie

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In seiner Erkenntnistheorie brach Peirce mit der Vorstellung, dass das Subjekt der Maßstab für Erkenntnis ist, wie es seit Descartes und bis hin zu Kant gegolten hatte.

Einstweilen wissen wir, dass der Mensch keine Ganzheit ist und dass er wesentlich ein mögliches Mitglied der Gesellschaft ist. Insbesondere ist die Erfahrung eines Menschen, solange sie alleine steht, nichts. Wenn er etwas sieht, was andere nicht sehen können, nennen wir es Halluzination. Es ist nicht „meine“ Erfahrung, sondern „unsere“ Erfahrung, an die zu denken ist; und dieses „wir“ hat unbegrenzte Möglichkeiten. (CP 5.402)

Der zweite grundlegende Aspekt in Peirce’ Erkenntnistheorie ist die evolutionstheoretische Vorstellung, wie er sie in seiner Metaphysik entwickelte (vgl. unten). Der Mensch und sein Denken ist Bestandteil eines Entwicklungsprozesses. Zweck des Denkens ist eine Orientierung in der Welt, indem Zweifel untersucht und durch Forschen feste Überzeugungen gewonnen werden, die geeignet sind, als Grundlage des Handelns zu dienen. Hierin liegt die Vermittlung von Theorie und Praxis.

Das dritte Element der Peirce’schen Erkenntnistheorie ist das Denken in Zeichen.

Wenn wir das Licht äußerer Tatsachen aufsuchen, so sind die einzigen Fälle von Denken, die wir finden können, die vom Denken in Zeichen. Offensichtlich kann kein anderes Denken von äußeren Tatsachen bezeugt werden. Das einzige Denken, das möglicherweise erkannt wird, ist Denken in Zeichen. Aber Denken, das nicht erkannt werden kann, existiert nicht. Alles Denken muss daher Denken in Zeichen sein. (CP 5.251)

Denken findet aber nicht in einzelnen, isolierbaren Zeichen statt, sondern als ein Strom von Gedanken im Bewusstsein, als ein kontinuierlicher Prozess.

Es gibt in meinem Bewusstseinszustand zu keinem Zeitpunkt eine Erkenntnis oder eine Darstellung, aber es gibt sie in der Relation meiner Bewusstseinszustände zu verschiedenen Zeitpunkten. Kurzum, das Unmittelbare (und das daher an sich nicht zu Vermittelnde – das Nichtanalysierbare, das Unerklärbare, das Nicht-Intellektuelle) fließt in kontinuierlichem Strom durch unser Leben; es ist die Gesamtheit unseres Bewusstseins, dessen Vermittlung, die seine Kontinuität ist, durch eine reale wirksame Kraft zustande gebracht, die hinter dem Bewusstsein steht. (EP 1, 42 nach Pape, Einführung, 70).

Diese Ebene der Empfindungen im Bewusstseinsstrom ist die Erstheitlichkeit des Denkens.

Der Prozess der Wahrnehmung (siehe oben) führt die Ebene der Zweitheit in den Erkenntnisprozess ein. Die Bedeutung von Zeichen (Ebene der Drittheit) ergibt sich aber nicht allein aus den Sinnesdaten.

Bedeutet Elektrizität heute nicht mehr als in den Tagen Franklins? Der Mensch macht das Wort, und das Wort bedeutet nichts, was der Mensch es nicht bedeuten lässt, und das nur für irgendeinen Menschen. Aber da der Mensch nur mit Hilfe von Wörtern oder anderen Symbolen denken kann, könnten diese umgekehrt sagen: „Du meinst nichts, was wir dich nicht gelehrt haben, und also nur insoweit etwas, wie du dich an irgendein Wort als Interpretanten deines Gedankens wendest.“ In der Tat erziehen sich daher Menschen und Wörter wechselweise, jedes Anwachsen der Information eines Menschen impliziert und wird impliziert durch ein entsprechendes Anwachsen der Information eines Wortes. (CP 5.313)

Peirce formulierte seine Überlegungen als Pragmatische Maxime:

Überlege, welche Wirkungen, die denkbarerweise praktische Relevanz haben können, wir dem Gegenstand unseres Begriffs in unserer Vorstellung zuschreiben. Dann ist unser Begriff dieser Wirkungen das Ganze unseres Begriffs des Gegenstandes. (CP 5.402)

Die Bedeutung eines Gedankens liegt also darin, welche Verhaltensweise er erzeugt. Verhaltensweise ist dabei nicht als tatsächlicher Handlungsablauf zu verstehen, sondern als Disposition zu einer möglichen Handlung. Die Elemente eines jeden Begriffs treten durch die Pforte der Wahrnehmung in das logische Denken ein und verlassen es durch die Pforte des zweckbestimmten Handelns; und was immer seinen Ausweis an diesen beiden Pforten nicht vorweisen kann, muss, als durch die Vernunft nicht genehmigt, eingesperrt werden. (CP 5.212)

Mit diesem Konzept wich Peirce von der klassischen Fragestellung der Erkenntnistheorie ab, für die das Ziel der Erkenntnissuche die Wahrheit ist. Doch der klassische Begriff der Wahrheit als Korrespondenz von Gedanken und Tatsachen (Realität) war für Peirce nicht fassbar, weil er auf dem noch unschärferen Begriff der Realität beruht. Peirce definierte stattdessen Wahrheit pragmatistisch:

Die Meinung, die vom Schicksal dazu bestimmt ist, dass ihr letztlich jeder Forschende zustimmt, ist das, was wir unter Wahrheit verstehen, und der Gegenstand, der durch diese Meinung repräsentiert wird, ist das Reale. (CP 5.407)

In dieser Definition steckt die Vorstellung, dass am Ende aller Tage es möglich sein wird, die Realität vollständig zu erkennen. Dieser Zustand ist aber nur ein Grenzwert, an den die Menschheit sich als Ganzes in einem Prozess des Erkenntnisfortschritts annähert. Wahrheit ist dabei objektiv, insofern sie intersubjektiv ist, d. h. nicht mit einzelnen, individuellen Vorstellungen, sondern in der Kommunikation aller (Forscher) bestimmt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt, der in der Lebenspraxis des Menschen nicht erreicht werden kann, besteht aber immer und zu jeder Zeit die Möglichkeit, dass die bisher gewonnenen Überzeugungen falsch sein können und revidiert werden müssen. Peirce nannte diese Grundannahme Fallibilismus, die später dann von Popper neu aufgegriffen wurde. Peirce hat auch nicht ausgeschlossen, dass schon gegenwärtige Überzeugungen in vollem Umfang der Realität entsprechen. Je besser solche Hypothesen überprüft sind und sich bewährt haben, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit hierfür. Nur sicher sein kann man sich hierüber nicht.[12]

Abduktion

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Hauptartikel: Abduktion

Erkenntniserweiterung erfolgt nach Peirce ausschließlich durch Abduktion. Sie tritt auf in der Wahrnehmung sowie im schließenden Interpretieren vorhandenen Wissens. Der Mensch gewinnt in der Wahrnehmung bestimmte Überzeugungen, die sich in Gewohnheiten umsetzen, die seine Handlungen und Unterlassungen bestimmen. Entstehen durch die Wahrnehmung unerklärbare Sachverhalte, die keiner Gewohnheit entsprechen, gerät der Mensch in Zweifel und sucht nach einer neuen Orientierung. Er stellt über die zweifelhaften Phänomene Hypothesen auf und überprüft diese solange, bis er hierüber eine neue feste Überzeugung gewinnt (doubt-belief-Schema).

Die rationale Umsetzung dieses Schemas der Gewinnung von Überzeugungen erfolgte für Peirce im logischen Denken. Je nach Stadium des doubt-belief-Schemas ist die Schlussweise unterschiedlich. Liegen zunächst ein oder wenige Tatbestände vor, erfolgt das Aufstellen der Hypothese, das Peirce „Retroduktion“ oder „Abduktion“ nannte. Liegen genügend Informationen zur Hypothese vor, kann diese als Gesetzmäßigkeit formuliert werden. Die entsprechende Schlussweise ist die Induktion. Die Deduktion schließlich ist die Anwendung der Gesetzmäßigkeit, die allein analytisch ist, also einer strengen Wahrheit unterliegt. Abduktion beruht im Prinzip auf einer instinktiven Grundfähigkeit des Menschen zur Kreativität. Induktion ist durch Erfahrung bestimmt und nur Deduktion ist streng logisch. Zur Verdeutlichung hat Peirce die verschiedenen Schlussweisen, die er als einen ineinander greifenden Interpretationsprozess ansah, im Schema des Syllogismus dargestellt:

Abduktion
Ergebnis Diese Bohnen sind weiß.
Regel Alle Bohnen aus diesem Sack sind weiß.
Fall Diese Bohnen sind aus diesem Sack.
hypothetischer Schluss vom Einzelnen und einer Regel

auf eine Regelmäßigkeit

Deduktion
Regel Alle Bohnen aus diesem Sack sind weiß.
Fall Diese Bohnen sind aus diesem Sack.
Ergebnis Diese Bohnen sind weiß.
Schluss vom Allgemeinen auf das Einzelne

 

Induktion
Fall Diese Bohnen sind aus diesem Sack.
Ergebnis Diese Bohnen sind weiß.
Regel Alle Bohnen aus diesem Sack sind weiß.
Schluss von einer üblichen Regelmäßigkeit auf

das Allgemeine

Tabelle: Schlussweisen nach Peirce mit dem Stand der „Vorlesungen über Pragmatismus“ (1903), zur Abduktion siehe CP 5.189

Während in der Deduktion von der Regel über den Fall auf das Ergebnis geschlossen wird, sind die Resultate der Schlussfolgerungen der Abduktion und der Induktion nicht notwendig. Sie haben ihre Berechtigung nur als hypothetisch-pragmatische Verfahren im Rahmen des Prozesses zur Absicherung einer Überzeugung und unterliegen den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit, wobei der Abduktion aufgrund des spontanen Charakters zumeist eine erheblich geringere Wahrscheinlichkeit zukommt.

Logik

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Peirce untersuchte in seiner Logik das natürliche Schließen aus Hypothesen und entwickelte hierzu eine eigenständige Logik der Relationen, die er „Logik der Relative“ nannte. Ihm gelangen grundlegende Entdeckungen in der formalen Logik:

Er zeigte, dass die Boolesche Algebra durch eine einfache binäre Operation ausgedrückt werden kann als NAND oder dual als NOR (siehe auch DeMorgan’s Gesetz). Weiterhin ergänzte er die Boolesche Algebra um Multiplikation und Exponentiation (Allquantor) und versuchte sie in die allgemeine Algebra zu integrieren.

Ein wenig später, aber unabhängig von Freges Begriffsschrift, entwickelte er gemeinsam mit seinem Studenten O.H. Mitchell die vollständige Syntax für eine Quantorenlogik, die sich nur in wenigen Zeichen von der späteren Russell-Whitehead-Syntax (1910) unterschied. Ernst Schröder, Leopold Löwenheim von der polnischen Schule und der junge Kurt Gödel verwendeten Peirce' Notation.

Die Unterscheidung zwischen der Quantifizierung erster und zweiter Ebene war der erste Entwurf einer einfachen axiomatischen Satz-Theorie. Die von Peirce konzipierte Theorie reflexiver und transitiver Relationen wurde von Ernst Schröder in dessen Algebra der Logik weiterentwickelt.

Zur Anwendung der algebraischen Zeichen in der Logik führte Peirce die logischen Terme absolute Relative (monadisch = singuläres Objekt), einfache Relative (dyadisch = Anderssein) und konjugative Relative (triadisch = Drittheit) ein.[13]Alle mehrstelligen Relationen sind auf triadische Relationen zurückführbar. Diese Reduktionsthese von Peirce, die ihm für den Nachweis seiner Kategorien wichtig war, konnte mittlerweile bewiesen werden. Insbesondere konnte gezeigt werden, dass die triadische Reduktion von Peirce nicht im Widerspruch zur dualistischen Reduktion von Quine steht.

Er erfand die existentiellen Graphen (engl. existential graphs), eine graphische Schreibweise für die Aussagenlogik (Alphagraphen), Prädikatenlogik erster Stufe (Betagraphen) und für die Prädikatenlogik höherer Stufe sowie für Modallogik (Gammagraphen). Zusammen mit den Schlussregeln, die er dazu formulierte, bilden die existenziellen Graphen einen Aussagen- bzw. Prädikatenkalkül. Die Graphen sind die Grundlage für die Begriffsgraphen von John F. Sowa und für die diagrammatische Begründung bei Sun Joo-Shin.

In einem Brief an seinen früheren Studenten Allan Marquand von 1886, der erst nach 1950 entdeckt wurde, zeigte er bereits die Anwendungsmöglichkeit der Booleschen Logik auf elektrische Schaltungen, mehr als 50 Jahre vor Claude Shannon. Einer solchen Schaltung, die er auch in zwei verschiedenen Graphiken skizzierte, schrieb er folgende Eigenschaften zu: 1. Entwicklung von Ausdrücken (a, b, c etc.) aus Zeichenketten und Syntaxregeln, 2. Vereinfachung der Ausdrücke, 3. Multiplikation mit Polynomen, 4. Addition. (NEM IV, 632) Eine Verknüpfung der Existential Graphs ist mit einer solchen mechanischen Lösung möglich.[14]

Bemerkenswert ist auch seine Ausarbeitung zu den verschiedenen Zahlensystemen und sein Verweis darauf, dass das Binärsystem besonders geeignet für die maschinelle Verarbeitung sei.[15]

Wissenschaftsauffassung

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Auch wenn Peirce kein explizites System entwickelte, so kann er doch als systematischer Philosoph im traditionellen Sinne betrachtet werden. Sein Werk befasst sich mit den wissenschaftlichen und logischen Fragen nach Wahrheit und Wissen, die er mit seiner Erfahrung als Logiker und experimenteller Wissenschaftler verband. Peirce war der Überzeugung, dass Wahrheit etwas Vorläufiges ist und bei jeder Aussage ein Faktor an Unsicherheit mit enthalten ist. Für Peirce war der Fallibilismus ein Gegenpol gegen den Skeptizismus, der für seine Philosophie keine geringere Bedeutung hatte als der Pragmatismus, den er wiederum als Gegenpol gegen den Positivismus sah.

Peirce leistete wesentliche Beiträge zur deduktiven Logik, war aber vor allem interessiert an der Logik der Wissenschaft und vor allem an der Abduktion, die sich nicht nur im Bereich der wissenschaftlichen Forschung, sondern in allen praktischen Lebensbereichen findet. Sein Pragmatismus kann auch verstanden werden als eine Methode zur Klärung begrifflicher Verwirrung durch die Verknüpfung der Bedeutung von Begriffen mit ihren praktischen Konsequenzen.

Peirce' Pragmatismus hat allerdings nichts zu tun mit dem allgemein üblichen Begriff des pragmatischen Handelns, der oftmals irreführend Rücksichtslosigkeit, Übervorteilung und Vorteilsnahme zumindest indirekt impliziert. Stattdessen suchte Peirce eine objektive, verifizierbare Methode, um die Wahrheit von Wissen zu überprüfen, und zwar in Konkurrenz zu den klassischen Ansätzen von

Das von ihm als wissenschaftliche Methode entwickelte Konzept beschreibt den Wissenschaftsprozess als einen stufenweisen Vorgang, der mit Abduktion aufgrund ungeklärter Phänomene beginnt, bei genügender Sicherheit induktiv Gesetze formuliert, die anhand von Deduktion praktisch geprüft werden. Zum rationalen Wissenschaftsprozess gehörte für ihn ausdrücklich die Wirtschaftlichkeit der Forschung, da Verschwendung angesichts der unendlichen zu lösenden Fragen irrational ist.

Sein Ansatz wurde oft auch als eine neue Form des Fundamentalismus betrachtet, aber durch

  • konsequente Bestimmung des aktiven Prozesses der Theoriebildung,
  • folgerichtige Anwendung der Theorie,
  • Verifikation der Theorie durch Vorhersagbarkeit und Übereinstimmung mit der Umwelt

beinhaltet er eher eine rationale Basis als eine induktive Verallgemeinerung, die sich rein auf Phänomene beruft. Peirce' Pragmatismus wurde so als erstes wissenschaftliches Verfahren zur Anwendung auf Fragen der Erkenntnistheorieangesehen.

Ein moderner Physiker wird bei der Prüfung der Werke Galileis erstaunt sein, wie wenig Experimente mit der Aufstellung der Grundlagen der Mechanik zu tun hatten. Er beruft sich hauptsächlich auf den gesunden Menschenverstand und auf „il lume naturale“. Er nimmt stets an, dass sich die wahre Theorie als einfach und natürlich erweisen wird. (CP 6.10).

Eine Theorie, die nachweislich erfolgreicher in der Vorhersage und der Nachvollziehbarkeit gegenüber der Lebenswelt ist als ihre Konkurrenten, kann man als näher an der Wahrheit bezeichnen. Dies ist eine in der Wissenschaft angewendete operationale Kennzeichnung von Wahrheit. Anders als andere Pragmatisten hat Peirce niemals explizit eine Theorie der Wahrheit formuliert. Aber seine verstreuten Anmerkungen zur Wahrheit haben eine Reihe erkenntnistheoretischer Wahrheitstheoretiker beeinflusst und waren eine hilfreiche Grundlage für deflationäre und korrespondenztheoretischeTheorien der Wahrheit.

Metaphysik

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Tychismus (Zufall)

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Ähnlich wie Kant hat Peirce den spekulativen Charakter der traditionellen Metaphysik vielfach heftig kritisiert. Andererseits hat er immer danach gestrebt, eine mit den Naturwissenschaften verträgliche Idee für eine Erklärung der Grundprinzipien der Lebenswelt zu entwickeln. Ausgangspunkt war für ihn wie in vielen anderen Dingen die Logik und hier insbesondere die von Mill zur Induktion entwickelte Theorie, dass diese ihre Gültigkeit aus der Gleichförmigkeit der Natur herleitet. Peirce kritisierte hieran, dass die Annahme der Gleichförmigkeit als Voraussetzung dann nicht zugleich über die Induktion die Gleichförmigkeit als Ergebnis liefern könne.

Als breit bewanderter und erfahrener Naturwissenschaftler führte Peirce eine Reihe von Argumenten gegen den Determinismus an, für den es aus seiner Sicht keine wissenschaftliche Begründung gibt. Insbesondere betonte er, dass die praktischen Messwerte der angewandten Wissenschaften theoretische Konzepte niemals bestätigen, weil sie in aller Regel aufgrund von Versuchsanordnungen zu ungenau sein müssen. Messergebnisse haben immer eine Verteilung, die durch Regression oder ähnliche Verfahren approximiert werden muss. Alle natürlichen Erscheinungen beinhalten Unregelmäßigkeiten.

Gegen den Determinismus setzte Peirce die Hypothese, dass die Welt eine Zufalls-Welt (Chance-world, CP 6.399) ist. Geht man davon aus, dass es einen Urzustand des völligen (nicht beschreibbaren) Zufalls für das Universum gibt, so ist bereits der erste Entwicklungsschritt eine Wahl aus einer unbegrenzten Anzahl an Möglichkeiten. Jeder weitere Schritt führt wieder zu einer Auswahl bis zum Heute. Das Erklärungsprinzip ist die Evolution als Eigenschaft unserer Welt, die sich aus einer unendlichen Zahl möglicher Welten entwickelt hat und in diesem Entwicklungsprozess fortschreitet.

Dieses Konzept der Welterklärung durch einen fortschreitenden Prozess, der zufällige Ereignisse systematisch beinhaltet, nannte Peirce „Tychismus“. Mit diesem verbunden sind eine umfassende Idee einer universalen Evolution, für die die Theorie Darwins nur einen Teil der Erklärungen liefert, sowie die Vorstellung der Selbstorganisation der Materie. Gegen den Determinismus sah Peirce sich dadurch bestätigt, dass das Prinzip des Wachstums und des Lebens unumkehrbare Vorgänge sind, die einem Determinismus widersprechen. Spontaneität (die Popper mit Emergenz verband) war für ihn ein objektiver Tatbestand der Natur und eine wesentliche Grundlage seines Fallibilismus.

Die endlose Mannigfaltigkeit in der Welt ist nicht per Gesetz geschaffen. Es entspricht nicht der Natur der Uniformität, Variationen hervorzubringen, noch der des Gesetzes, den Einzelfall zu erzeugen. Wenn wir auf die Mannigfaltigkeit der Natur starren, blicken wir direkt in das Gesicht einer lebendigen Spontaneität. Ein Tag des Umherstreifens auf dem Lande sollte das uns eigentlich nahebringen. (CP 6.553).

Seine Auffassung sah Peirce auch gestützt durch die evolutionäre Denkweise, wie sie für ihn Hegel in Bezug auf Geschichte, Charles Lyell in Bezug auf Geologie und Charles Darwin in der Biologie vertraten. Evolution war für Peirce eines der grundlegenden Prinzipien der Welt, das er auch als „kompromisslosen Evolutionismus“ bezeichnete.[16]

Peirce ging aber noch einen Schritt weiter. Seine Frage lautete nicht, wie Erkenntnis möglich ist, sondern wie sind überhaupt physikalische Gesetze möglich? Er bezog sich dabei unter anderem auf den 2. Hauptsatz der Thermodynamikund das Phänomen der Entropie, wie auch auf die Inexaktheit der Molekularbewegungen (MS 875). Die Tendenz zur Heterogenität und die Unumkehrbarkeit der Prozesse waren für ihn Zeichen, dass der Evolutionsprozess auch in der physikalischen Welt gilt und eine innewohnende Tendenz hat, stabile Zustände („habits“ = Verhaltensgewohnheiten) anzunehmen.

Aber was für uns das erste ist, das ist nicht das erste in der Natur. Die Prämissen des logischen Prozesses in der Natur sind all jene unabhängigen und ursachenlosen Tatsachenelemente, welche die Mannigfaltigkeit der Natur ausmachen, von der der Nezessitarier annimmt, dass sie von der Begründung der Welt an existiert, die jedoch der Tychist als Produkt eines kontinuierlichen Wachstumsprozesses versteht. (CP 5.119).

Aus dem Gedankengang, dass die Festigkeit von Gewohnheiten (etwa im Sinne von „Systemstabilität“) Hinweise auf ihr Entstehungsalter gibt (Je fester, desto älter. Je mehr Ausnahmen, desto jünger.), leitete Peirce eine spekulative Evolutionstheorie der Gewohnheitsbildung (Assoziation) ab: Darin sind die anorganischen Naturgesetze sehr alte – also quasi unveränderliche – Gewohnheiten der Welt; ein „in alten Gewohnheiten erstarrter Geist“. Die Kreisläufe der Biosphäre hingegen werden noch nicht mit absoluter Notwendigkeit verwirklicht, sodass Peirce darin jüngere Gewohnheiten sah. Die Regelmäßigkeiten menschlicher Kultur und Lebensweise nahm er als die jüngsten an, da sie viele Ausnahmen zuließen.[16]

Peirce hätte sich durch die Ergebnisse der Quantenphysik mit dem Übergang zu wahrscheinlichkeitstheoretischen Erklärungsmodellen und die Heisenbergsche Unschärferelation bestätigt gefunden.

Synechismus (Kontinuum)

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Ausgehend von der Idee des Zufalls und der Evolution entwickelte Peirce seine Weltsicht weiter zu einem umfassenden Konzept. Basis ist das Thema des Kontinuums, das ihn über die gesamte Zeit seines Arbeitens beschäftigte. Den ersten Schritt machte Peirce erneut in der mathematischen Logik, wo er sich mit der Frage der infinitesimalen Teilbarkeit befasste. Ein Infinitesimal ist eine Größe, die kleiner ist als jede endliche Größe, aber größer ist als Null oder anders gesagt eine Größe die gegen null geht, aber nicht identisch mit null ist. Das klassische Beispiel eines Kontinuums ist eine Linie. Das Kontinuum ist nicht metrisch, so dass Punkte auf der Linie nur potentielle Punkte sind, die wieder ein beliebig teilbares infinitesimales Intervall sind. Ein Kontinuum kann durch keine Menge von Einzelbestimmungen ausgeschöpft werden (CP 6.170). In diesem Zusammenhang hat Peirce mathematische Vorstellungen entwickelt, die heute in der Nicht-Standard-Analysis diskutiert werden und ist davon ausgegangen, dass der Raum nicht-euklidisch ist.

Phänomene wie Energie, zu der auch die Gravitation gehört, oder die Zeit sind Kontinua, die dem Prozess der Evolution innewohnen. Der Mensch kann sie selbst nicht beobachten, sondern nur ihre Auswirkungen. So ist die Zeit zunächst nur ein reines vages Gefühl der Möglichkeit (Erstheit). Die Veränderung oder Wechselwirkung ist die Erfahrung des Gegensatzes (Zweitheit). Das Fortbestehen der Vorstellungen in der Zeit ist geistige Kontinuität (Drittheit).

Wie kann eine vergangene Idee gegenwärtig sein? Nicht durch Stellvertretung. Dann also nur durch direkte Wahrnehmung. Mit anderen Worten: Um gegenwärtig zu sein, muss sie ipso facto gegenwärtig sein. Das heißt: Sie kann nicht gänzlich vergangen sein; sie kann nur dabei sein, infinitesimale Vergangenheit zu werden, weniger Vergangenheit als irgendein vergangenes Datum. So kommen wir zu dem Schluss, dass die Gegenwart mit der Vergangenheit durch eine Reihe wirklich infinitesimaler Schritte verknüpft ist. (CP 6.109).

Für Peirce war der Urgrund aller Wirklichkeit der Geist, der nichts ist als Empfindung und Qualität, reine Möglichkeit ohne Zusammenhang und Regelmäßigkeit. Dieser Geist schaffte durch ein erstes Ereignis (einen ersten dyadischen Schritt) Zeit, Raum, die Existenz der Materie und die Naturgesetze, die als relativ konstante Regelmäßigkeiten die kontinuierliche Entwicklung der Evolution in Gang setzten. In der Evolution ist das Fortschreiten eines Wachstums zu einer sich immer weiter entwickelnden Heterogenität enthalten, an deren sehr fernem Ende die vollständige Gesetzmäßigkeit steht. Zufall ist das Erste, Gesetzmäßigkeit das Zweite und die Neigung, Gewohnheiten auszubilden, das Dritte. (CP 6.27). Den Anfang und das Ende der Evolution bilden (theoretische) Grenzsituationen. Für Peirce war damit die Wirklichkeit eine Wirklichkeit des Geistes, die auch die Wirklichkeit ihrer Objekte bestimmt. Geist nicht erst als Eigenschaft von Lebewesen, sondern als Innerlichkeit aller existenter Dinge anzunehmen, stellt Peirce in die Reihe der Panpsychisten.[16] Zudem vertrat er folgerichtig einen uneingeschränkten Universalienrealismus. Mit dieser Position eines objektiven (logischen) Idealismus sah er sich in einer Linie mit Schelling:

„Die einzig einleuchtende Theorie des Universums ist die des objektiven Idealismus, dass Materie eine kraftlose Form des Geistes ist, dass tief verwurzelte Gewohnheiten physikalische Gesetze werden.“[17]

Agapismus (Liebe als Lebensprinzip)

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Der Mensch ist Teil des evolutionären Prozesses, der sich in seinem Strom des Bewusstseins ebenso wie in dem Prozess des Denkens in Zeichen widerspiegelt. Das Denken in Zeichen funktioniert aber nur im Miteinander der Menschen; denn ohne den Anderen und die Kommunikation mit ihm ist menschliche Existenz nicht möglich. Aus diesem Horizont leitete Peirce die Grundthese ab, dass nur das Prinzip der Liebe (Agape), die Überwindung der Selbstsucht und des Egoismus zu Harmonie und Fortschritt führt. Wie das teleologische Streben nach Heterogenität in der Natur kommt der Fortschritt des Menschen nur aus dem Gedanken, dass der Einzelne seine Individualität im Mitgefühl zu seinen Mitmenschen aufgehen lässt.

Peirce hat nur wenig zur praktischen Ethik geäußert. Es gibt immerhin eine kleine Schrift, in der er eine grundsätzlich veränderte Sicht auf das Strafrecht forderte. Der Mensch hat zwar das Recht, sich vor der Kriminalität zu schützen. Aber aus dem naturgegebenen Zweck der Solidarität hat er kein Recht auf Rache. Daraus folgte für Peirce die Forderung, Verbrecher zu resozialisieren und für sie Bedingungen zu schaffen, die ihnen eine Rückkehr in die Gemeinschaft ermöglichen.

  1. ↑ Charles Sanders Peirce. In: Stanford Encyclopedia of Philosophy. 11. Februar 2021, abgerufen am 6. April 2023 (englisch).
  2. ↑ Thomas Hünefeldt: Dekonstruktion der Transzendentalphilosophie in eine phänomenologische Logik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, Kapitel 5 (S. 59 ff) sowie: Alessandro Topa: Die Genese der Peirce'schen Logik. Teil 1: Das Kategorienproblem (1857–1865). Königshausen & Neumann, Würzburg 2007, insbesondere Kapitel 4.2 (S. 181ff)
  3. ↑ Charles S. Peirce: On a New List of Categories. Presented 14 May 1867 to the American Academy of Arts and Sciences. Published 1868 in Proceedings of the American Academy of Arts and Sciences 7 sowie im Aufsatz: One, Two, Three: Fundamental Categories of Thought and of Nature aus dem Jahr 1885 (CP 2.369–372 und 376–378 Teile)
  4. ↑ Kant unterscheidet nach Wolff in obere und untere Gemütsvermögen, die jeweils wie bei Tetens als Dreiklang unterschieden sind: Gefühl (Lust und Unlust) und Geschmack = Erstheit bei Peirce, Begierde und Wille = Zweitheit sowie Sinnlichkeit und Erkenntnis = Drittheit, wobei das Erkenntnisvermögen bei Kant wieder im Dreischritt unterteilt ist in Verstand, Vernunft und Urteilskraft; Kant spricht von drei Grundvermögen: dem Begehrungsvermögen, dem Erkenntnisvermögen und dem Gefühl der Lust und Unlust (Empfindungsvermögen). (KU AA V,177); bei Aristoteles gibt es die Triade der Vermögen der Seele: die Sinneswahrnehmung [aísthēsis], der Verstand [nous] und das Streben [órexis]. (NE, VI. Buch, 2. Kap., 1139 a 17–18)
  5. ↑ Bei Johannes Nikolaus Tetens: Gefühl, Verstand, Thatigkeitskraft oder Wille, Über die menschliche Natur I. Versuch X, Leipzig, 1777. 619ff., parallel dazu Moses Mendelssohn: Erkenntnisvermögen, Empfindungs- oder Billigungsvermögen und Begehrungsvermögen, in: Morgenstunden oder Vorlesungen über das Dasein Gottes, Vorlesung VII, 1785; Vgl. etwa auch Theodor Lipps: Vom Fühlen, Wollen und Denken, Barth, Leipzig 1902
  6. ↑ Ralf Müller: Die dynamische Logik des Erkennens von Charles S. Peirce. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, S. 108 mit Verweis auf CP1.532
  7. ↑ Nicola Erny: Konkrete Vernünftigkeit. Zur Konzeption einer pragmatischen Ethik bei Charles Sanders Peirce. Mohr Siebeck, Tübingen 2005, S. 143ff.
  8. ↑ Roland Posner: Die verhaltenstheoretischen Grundlagen der Semiotik bei Morris und Mead, 101–114, hier 111, insbesondere die FN, in: Annemarie Lange-Seidl (Hrsg.): Zeichenkonstitution. Akten des 2. Semiotischen Kolloquiums Regensburg 1978
  9. ↑ „… action, or influence, which is, or involves, a cooperation of three subjects, such as a sign, its object, and its interpretant, this tri-relative influence not being in any way resolvable into actions between pairs.“ („Pragmatism“, Essential Peirce 2: 411; written 1907)
  10. ↑ Helmut Pape: Erfahrung und Wirklichkeit als Zeichenprozeß. Charles S. Peirces Entwurf einer Spekulativen Grammatik des Seins. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989.
  11. ↑ Gerhard Schönrich: Idealismus oder Pragmatismus des Zeichenbegriffs? Kants Einheit des Bewusstseins und Peirce’ Konsistenz des Zeichens. In: Stefan Büttner, Andrea Esser, Gerhard Gönner (Hrsg.): Unendlichkeit und Selbstreferenz. Für Peter Reisinger zum 65. Geburtstag. Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, S. 90–103.
  12. ↑ Andreas Wolf: Der Wahrheitsbegriff in der Zeichentheorie von Ch. S. Peirce. (abgerufen am 10. Februar 2011)
  13. ↑ Richard Beatty: Peirce's Development of Quantifiers and Predicate Logic. In: Notre Dame Journal of Formal Logic. Volume X, Number 1, Januar 1969, S. 74–76.
  14. ↑ Wolfgang Schäffner: »Electric Graphs. Charles Sanders Peirce und die Medien«. In: Michael Franz, Wolfgang Schäffner, Bernhard Siegert u. a. (Hrsg.): Electric Laokoon. Zeichen und Medien, von der Lochkarte zur Gramma-tologie. Berlin 2007, S. 322.
  15. ↑ Peirce’s Deductive Logic. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3
  16. ↑ a b c Michael Hampe: Philosophie. In: Philipp Sarasin, Marianne Sommer (Hrsg.): Evolution. Ein interdisziplinäres Handbuch. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02274-5, S. 277–279.
  17. ↑ E. C. Moore (Hrsg.): The Essential Writings of Charles Peirce. S. 168, zitiert nach Anthony Kenny: Geschichte der abendländischen Philosophie. Band IV. Moderne. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2014, ISBN 978-3-534-73858-8, S. 193.