Werk:Compendium/12
▷Omne igitur, quod sensu aut imaginatione attingitur, cum non nisi in signis, quae magis et minus recipiunt, cognoscatur, sine signis quantitatis non attingitur. Signa igitur qualitatis, quae ad sensum perveniunt, sine signis quantitatis esse nequeunt. Sed signa quantitatis non sunt per se in sensibilibus, sed per accidens, cum qualitas sine quantitate non possit esse. Signa vero quantitatis non requirunt signa qualitatis; ideo sine ipsis esse possunt. Quare res quanta signo quantitatis in notitiam devenit, et sic per se incognoscibile per accidens innotescit. Magnitudine igitur et multitudine sublata nulla res cognoscitur.
Da also alles, das von Sinn oder Vorstellung erreicht wird, nur im Zeichen, das mehr oder weniger annimmt, erkannt wird, wird es nicht ohne quantitative Zeichen erreicht. Die Zeichen der Qualität, die zum Sinn gelangen, können nicht ohne Zeichen der Quantität sein. Diese aber sind nicht durch sich selbst in den sinnlichen Dingen, sondern durch das Hinzutretende, da die Qualität nicht ohne die Quantität sein kann. Die Zeichen der Quantität hingegen erfordern keine Zeichen der Qualität; also können sie ohne sie sein. Darum gelangt eine quantitative Sache durch das Zeichen der Quantität in das Erkennen; und so wird das durch sich selbst Unerkennbare durch das Hinzugekommene bekannt. Wenn man also Größe und Vielheit hinwegnimmt, dann wird kein Ding erkannt.◀▷