Werk:Compendium/20
▷Deinde attendendum quod, licet sine aere non fiat sensibilis sonus, non tamen est aer de natura soni, sic nec hyle de natura est cuiuscumque formae, nec est principium eius, sed principium eius formator exsistit. Quamvis igitur sonus sine aere fieri nequeat, non est propterea de natura aeris. Pisces enim et homines extra aerem in aqua sonum percipiunt; quod non esset, si de natura aeris foret. Post advertendum hominem vocalis verbi formatorem, quomodo non format verbum ut animal brutum, sed ut habens mentem, qua bruta carent. Mens igitur formator verbi cum non formet verbum, nisi ut se manifestet, tunc verbum non est nisi mentis ostensio. Nec varietas verborum aliud est quam unius mentis varia ostensio. Conceptio autem, qua mens se ipsam concipit, est verbum a mente genitum, scilicet sui ipsius cognitio. Verbum autem vocale est illius verbi ostensio. Omne autem, quod dici potest, non est nisi verbum.
Ebenso ist die Hyle nicht von der Natur irgendeiner Gestalt und auch nicht deren Ursprung; diesen stellt vielmehr der Gestalter dar. Obwohl der Ton ohne Luft nicht zu entstehen vermag, ist er darum doch nicht von der Natur der Luft. Fische und Menschen können, auch wenn sie nicht in der Luft sind, im Wasser einen Ton wahrnehmen. Das wäre nicht der Fall, wenn er von der Natur der Luft wäre. Ferner ist festzuhalten, daß der Mensch der Bildner des lautlichen Wortes ist, daß er aber das Wort nicht bildet wie ein dummes Tier, sondern als einer, der Geist besitzt, welcher dem Tier fehlt. Da also der Geist, der Bildner des Wortes, dieses nur bildet, um sich zu offenbaren, ist das Wort nichts anderes als das Sich-Zeigen des Geistes. Ebenso ist auch die Mannigfaltigkeit der Worte nichts anderes als das mannigfache Sich-Zeigen des einen Geistes. Der Gedanke aber, mit dem der Geist sich selbst denkt, ist das vom Geist gezeugte Wort, d. h. die Erkenntnis seiner selbst. Das lautliche Wort indes ist die Erscheinung dieses Wortes. Alles aber, was gesagt werden kann, ist nichts als das Wort.◀▷