Zum Inhalt springen

Werk:De institutione arithmetica (Boethius)

aus AufEinWort, der freien Forschung

De institutione arithmetica - Boethius 507.pdf

De institutione arithmetica (Boethius)

  • schult den Geist, von der Wahrnehmung zur verstandenen Wirklichkeit aufzusteigen.
  • De institutione arithmetica ist stark von Nikomachos von Gerasa abhängig und wurde um 500 n. Chr. zu einem Standardwerk, das im Mittelalter lange maßgeblich blieb

De institutione arithmetica („Einführung[1] in die Zahlenlehre“) ist, wie Boethius in der Vorrede mitteilt, sein erstes Werk; es wurde vor 507 vollendet. Er widmete es seinem Schwiegervater Symmachus. Die Arithmetik bildet das Thema seines ersten Lehrbuchs, weil sie das Fach war, mit dem jede philosophische Ausbildung zu beginnen hatte. Es handelt sich um eine teils verkürzende, teils erweiternde Bearbeitung der „Einführung in die Arithmetik“ des MittelplatonikersNikomachos von Gerasa. In De institutione arithmetica findet sich erstmals der Begriff quadruvium („vierfacher Weg“) zur Bezeichnung der vier „mathematischen“ Fächer (quattuor matheseos disciplinae); die Einteilung der Sieben Freien Künste in das Trivium und das Quadrivium wurde später für den mittelalterlichen Unterrichtsbetrieb maßgeblich. Gemäß der neuplatonischen Zahlenlehre betrachtet Boethius eine Zahl nicht als etwas rein Quantitatives, sondern fragt nach ihren Eigenschaften, die ihr eine Binnenstruktur und damit eine bestimmte Beschaffenheit verleihen.[2] s. Boethius

  1. ↑ Zur Bedeutung des Begriffs institutio bei Boethius siehe Lambert M. de Rijk: 'On the chronology of Boethius’ works on logic I. In: Vivarium 2, 1964, S. 1–49, hier: 41 f.
  2. ↑ Zu Boethius’ Philosophie der Mathematik siehe Wolfgang Bernard: Zur Begründung der mathematischen Wissenschaften bei Boethius. In: Antike und Abendland 43, 1997, S. 63–89; Anja Heilmann: Boethius’ Musiktheorie und das Quadrivium. Göttingen 2007, S. 130–151.