De unitate et uno
Erscheinungsbild
Der Traktat "De unitate et uno" (Über die Einheit und das Eine) ist ein philosophischer Text, der lange Zeit fälschlicherweise dem römischen Philosophen Boethius zugeschrieben wurde.
Die moderne Forschung und historische Aufarbeitung – beginnend bei Thomas von Aquin – belegen jedoch, dass das Werk im 12. Jahrhundert von dem scholastischen Philosophen Dominicus Gundisalvi verfasst wurde.
Hintergrund & Kontext
- Historischer Irrtum: Aufgrund von Manuskriptverwechslungen in mittelalterlichen Bibliotheken wurde der Text über Jahrhunderte unter dem Namen Boethius tradiert und in älteren Sammlungen wie der Patrologia Latina abgedruckt.
- Der tatsächliche Autor: Dominicus Gundissalinus (12. Jahrhundert) verfasste die Abhandlung, in der er Konzepte der Einheit und Materie aus der arabisch-jüdischen Philosophie (insbesondere von Ibn Gabirol) aufnahm. [1, 2]
- Historische Kritik: Thomas von Aquin war der erste lateinische Gelehrte, der im Mittelalter erkannte, dass der Text inhaltlich nicht zur Ontologie des Boethius passen kann. [1]
Inhaltliche Einordnung
In dem Werk De unitate et uno geht es um die fundamentalen ontologischen Fragen, was eine Sache "eins" macht, und um das Verhältnis von Form und Materie in erschaffenen Dingen. [1, 2]