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Definitionsarten

aus AufEinWort, der freien Forschung

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Allgemein wird unterschieden:[1]

  • Realdefinitionen: Sollen das Wesen einer in der Realität vorhandenen Sache erfassen. Eine Realdefinition ist der Versuch, alles, was jemand von einem Prädikator stets als dessen Bedeutung unausgesprochen geläufig ist, ausdrücklich zu beschreiben.[2] Ein Messer „ist ein Schneidewerkzeug, bei dem eine geschärfte, längliche Klinge an einem Ende einen Griff besitzt, der normalerweise in seiner Länge der Breite der Hand entspricht“. In Mathematik und Logik haben Realdefinitionen eine große Bedeutung,[3] in den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften werden sie dagegen nicht verwendet.
  • Nominaldefinitionen führen neue Begriffe ein und legen deren Bedeutung durch Definitionen fest. In den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften besitzen Nominaldefinitionen keinen allgemein gültigen und zeitlos geltenden Wahrheitsanspruch. Ihre Aufgabe ist es nicht, das Wesen von Objekten zu bestimmen, sondern den wissenschaftlichen Sprachgebrauch festzulegen.[4] Eine Definition kommt zustande, indem bereits bekannten Worten ein neues, bisher unbekanntes Wort gleichgesetzt wird (auch tautologische Definition genannt). So ist der Schimmel die Nominaldefinition für „weißes Pferd“.[5] Auch „Unter ‚AWT‘ wird im nachfolgenden Text 'Arbeitswerttheorie' verstanden“ ist eine Nominaldefinition.
  • Begriffsexplikationen sollen den allgemein üblichen Gebrauch eines Ausdrucks erläutern. Sie überführen vage und wenig exakte Begriffe der Umgangssprache in einen exakt bestimmten wissenschaftlichen Begriff. Es wird ein inexakter Ausdruck (oder Begriff) einem exakten gegenübergestellt und durch diesen ersetzt.[6]Beispielsweise ist die zoologische Definition der Fische (lateinisch Pisces) „ein im Wasser lebendes Wirbeltier, das ein Kaltblüter ist und während des Lebens durch Kiemen atmet“ (Begriffsexplikation). Die in der Umgangssprache vorhandene Definition als „im Wasser lebendes Tier“ ist unpräzise und umfasst auch Wale, Seehunde und Delphine, die zoologisch nicht zu den Fischen gehören.
  • Mathematische Definitionen sind diejenigen, die für ein komplexes Zeichen nach bestimmten Regeln neue Zeichen setzen, etwa[7] . Das neue Zeichen 𝑀 ist identisch mit dem komplexen Zeichen und wird durch es mathematisch definiert.
  • Operationale Definitionen ordnen einen Begriff einer messbaren Größe zu.[8] Operationale Definitionen des Alltags sind unter anderem Bauanleitungen, Gebrauchsanleitungen oder Kochrezepte. Im Alltag wird beispielsweise das Alter definiert als „Zeitraum zwischen der Geburt und dem Tag der Datenerhebung“.

Es gibt mithin nicht lediglich eine einheitliche Definition, sondern es kommt auf den Zweck an, für den eine Definition gelten soll. So muss die Legaldefinition lediglich dem Gesetzeszweck dienen, und wenn zu befürchten ist, dass der Gesetzgeber einen Begriff anders versteht als der Normadressat. Dadurch ist der lebensmittelrechtliche Begriff „Lebensmittel“ zum Zwecke der Lebensmittelüberwachung weiter gefasst als der biologische.

Einzelnachweise

  1. ↑ Horst Otto Mayer, Interview und schriftliche Befragung, 2013, S. 10 f.
  2. ↑ Helmut Seiffert, Einführung in die Wissenschaftstheorie, Band 1, 2003, S. 64
  3. ↑ Horst Otto Mayer, Interview und schriftliche Befragung – Grundlagen und Methoden empirischer Sozialforschung, 2013, S. 10 f.; ISBN 978-3-486-70691-8
  4. ↑ Hans Albert, Probleme der Wissenschaftslehre in der Sozialforschung, in René König (Hrsg.), Handbuch der empirischen Sozialforschung, 1973, S. 73; ISBN 978-3-432-89352-5
  5. ↑ Helmut Seiffert, Einführung in die Wissenschaftstheorie, Band 1, 2003, S. 62; ISBN 978-3-406-54135-3
  6. ↑ Edgar Morscher, Die wissenschaftliche Definition, 2017, S. 380
  7. ↑ James Drewer/Werner D Fröhlich, dtv Wörterbuch zur Psychologie, 1970, S. 73; ISBN 978-3-423-03031-1
  8. ↑ Hermann Denz, Einführung in die empirische Sozialforschung, 1989, S. 6; ISBN 978-3-7091-9068-5
  9. ↑ Bernd Rüthers/Christian Fischer/Axel Birk, Rechtstheorie mit Juristischer Methodenlehre, 10. Auflage, 2018, Rn 131a; ISBN 978-3-406-74015-2
  10. ↑ BGHSt 16, 190, 192