▷ In den Jahren des Unterrichts an der Lateinschule entstand das
Dictionarium Latinogermanicum, ein humanistisches, alphabetisch-etymologisch organisiertes lateinisch-deutsches Schulwörterbuch, das 1535 erstmals erschien. Bereits 1536 erschien eine zweite vermehrte Auflage, da die erste Auflage auf Drängen des Druckers (Theodosius Rihel) hin übereilt publiziert worden war und einige Schwächen aufwies. Diese für die weitere Druckgeschichte maßgebliche Fassung von 1536 weist eine damals neuartige Gliederung auf, nämlich einen alphabetisch geordneten Teil, lateinisch-deutsch und deutsch-lateinisch, sowie einen
onomasiologischen, also nach Sachgruppen geordneten Teil, ebenfalls lateinisch-deutsch und deutsch-lateinisch. Das Konzept für eine solche Struktur geht auf den spanischen Humanisten
Antonio de Nebrija zurück.
Dasypodius’
Dictionarium sollte das erfolgreichste humanistische Schulwörterbuch werden. Allein bis 1600 erlebte es bis zu 29 Drucke, weitere sechs Drucke im 17. Jahrhundert und außerdem 17 Auflagen des sogenannten
Dasypodius Catholicus, der von 1633 bis 1709 in Köln erschien.