Ellipsen
Ellipse-n agr.-lat.-deu. Wrtdtng:: räumlich 'Inleibungen, Einlassungen'
Bei den Ellipsen handelt es sich – im Sinne der traditionellen Grammatik – um unvollständige Sätze. Da auch die mündliche Kommunikation auf einer gemeinsamen Syntax und auf gemeinsamem Wissen von der Welt basiert, aber zusätzlich eine gemeinsame räumlich-situative Erfahrung existiert, erlaubt und erfordert die Sprachökonomie eine Vermeidung von Redundanzen. Ein nahezu klassischer Fall einer Ellipse besteht in einer Antwortellipse, die in dem folgenden Beispiel aufgezeigt werden soll:
A: Dieses Jahr fahre ich mal wieder in den Urlaub.
B: Wohin?
A: In die Provence.
B: Allein?
A: Mit meiner Frau.
B: Wann?
A: Im Juni.
Es handelt sich hier um eine Konstruktionsübernahme. Ein einmal errichtetes syntaktisches „Fundament“ bleibt so lange gültig, bis durch einen Themenwechsel ein neues geschaffen werden muss. Innerhalb einer solchen Konstruktion wird nur das ausgesprochen, was für den Hörer überhaupt neu und informativ ist. Werden dennoch vermeintlich überflüssige Informationen gegeben, bedient sich der Sprecher vollständiger Sätze, obwohl er auch so verstanden werden könnte, misst er damit seiner Äußerung eine besondere Bedeutung bei, die auch vom Hörer wahrgenommen wird. So kann es sich um den Versuch handeln, die eigene sprachliche Kompetenz unter Beweis zu stellen. Ellipsen sind verständlich, weil die durch Mimik, Gestik oder gemeinsames Wissen erzeugten Verweise dafür sorgen, dass die Gesprächsteilnehmer ihre Syntax synchronisieren können.