Etikett
etik + -ett n. nur selten noch Etikette f. eigtl. "Gestecktes"
‘an einem Gegenstand befestigtes, ihn kennzeichnendes Schildchen aus Papier’.
Das Substantiv erscheint um 1700 im Dt. als Übernahme von frz. étiquette f. ‘Schildchen’, vorher auch ‘Verzeichnis, Aufstellung’ und ‘an einer Prozeßakte angebrachte Aufschrift’, das auf ein nur in den Mundarten Nordfrankreichs nachzuweisendes mfrz. estiquette ‘in die Erde gesteckter, als Ziel dienender Pfahl’ zurückgeht, eine Ableitung von nordafrz. estiqu(i)er, afrz. estechier, estichier ‘hineinstecken, stechen’.
Das afrz. Verb ist aus dem Germ. entlehnt, es ist verwandt mit Stich (s. d.) und schließt sich wahrscheinlich an mnl. stēken ‘stechen, stoßen’ bzw. die zugehörige Intensivbildung mnl. sticken ‘hineinstechen, feststecken, sticken’ an (s. stechen, stecken, sticken).
Wie das frz.Vorbild ist Etikette zunächst Fem., in der 1. Hälfte des 19. Jhs. wird daneben das erst in der Gegenwart vorherrschende neutrale Genus üblich. Aus einer anderen Verwendung von frz. étiquette geht Etikette hervor.