Fürwort
für + Wort | "für ein Wort" Fürworte,Fürwörter
Präposition
Ersatzwort zu Pronomen, Ersatzwort wäre an sich "´Fürname"
Ist in der Grammatik die Bezeichnung für eine Klasse von Wörtern, die – so der buchstäbliche Sinn der Bezeichnung – „an die Stelle eines Nomens (Namenwort)“ treten.
Ein Fürwort stellt einen Bezug auf ein Individuum her, so wie es alternativ auch durch Name/Namenwort mit Artikel geschieht. Daher können Fürwörter dieselben grammatischen Merkmale aufweisen wie im Deutschen auch Artikel und Namenwörter: Geschlechtwort (Genus), Zahlwort (Numerus) und Fall (Kasus).
Fürwörter sind im Gegensatz zu Namenwörter keine Inhaltswörter. Vielmehr bezeichnen sie Personen oder Dinge nur mithilfe ihrer grammatischen Merkmale.
für + Wort | "Stellvertreterwort für Namen"; Wortart, die ein Benennungswort vertritt oder näher bestimmt. Als Übersetzung des sprachkundlichen Wortbegriff lat. prōnōmen "Fürnamen" begegnen Vorwort (17. Jh.) und Fürwort (Gottsched 1734), an denen die Vermischung der Verhältnißworte vor und für und ihr unterschiedsloser Gebrauch deutlich wird.
Wort, daß auf ein bestimmtes Dasein oder einen bestimmten Daseinszustand deutet oder bekannt gibt (21 Jh. ndt.)
"Die persönlichen Pronomina sind Wurzelwörter, und gehören immer zu den ältesten Wörtern in jeder Sprache, weil sie nicht allein sehr nothwendige, sondern auch abstracte Begriffe bezeichnen, welche man nicht anders, als durch dunkele Laute, ausdrucken konnte. Daher werden sie auch nicht auf die gewöhnliche Art durch Biegung der Endsylbe decliniret, sondern jeder Casus hat sein eigenes Wurzelwort, weil diese Wörter zu einer Zeit entstanden, da man noch nicht an regelmäßige Conjugationen und Declinationen dachte, in welchen frühen Zeitpunct auch der Ursprung der irregulären Verborum fällt, wo man die Conjugation an der Wurzel verrichtete." (Adelung: wir)
Entsprechend gelten Vorwort und Fürwort (bei Stieler 1691) auch im Sinne von ‘vorangestelltes oderauch vorgestelltes Wort’ zur Wiedergabe von lat. praepositio (lat. prae "vor" + positio "Stellung, Voranstellung, dt. Präposition").
Auch in dem sich im Mittelhochdeutsch entwickelnden allgemeinsprachlichen Gebrauch stehen mhd. vürwort, vorwort, fnhd. Fürwort, Vorwort unterschiedslos nebeneinander, und zwar im Sinne von ‘vorausgehendes Wort’ für ‘Vorrede, Bedingung, Vorbehalt, Begründung’, im Sinne von ‘vorgeschobenes Wort’ für ‘Scheingrund, Vorwand, Ausflucht’ (16. Jh.), im Sinne von ‘vorgegebenes Wort’ für ‘Zusage, Zusicherung’ (16. Jh.) und für ‘Fürsprache, Empfehlung, für jmdn. eingelegtes gutes Wort’ (17. Jh.).
Eine Unterscheidung von Fürwort und Vorwort im heutigen Sinne tritt entsprechend dem Gebrauch von für und vor im 18. Jh. ein, danach gilt Fürwort nur noch als sprachkundlicher Wortbegriff.
Fürwort haben in Deutsch und in anderen indogermanischen Sprachen verschiedene Typen:
- Anredefürwort Personalpronomen (persönliche Fürwörter): ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
Im Gegensatz zum Deutschen und anderen europäischen Sprachen wird in einigen Sprachen zwischen inklusivem und exklusivem wir unterschieden, je nachdem, ob der Angesprochene (das „Du“) eingeschlossen ist oder nicht.In manchen Sprachen gibt es zwei Reihen von Personalpronomen: betonte und unbetonte (klitische), z. B. im Altlitauischen (z. B. „pamiduok“, auf Deutsch: „reich mir“, das Pronomen steht zwischen Präfix und Wortstamm), im Hethitischen oder in deutschen Dialekten: z. B. Bairisch gib-ma-s Moselfrk. gäf-ma-t "gib es mir".
- Possessivpronomen (besitzanzeigende Fürwörter): mein, dein, sein (ihr), unser, euer, ihr
- Reflexivpronomen (rückbezügliche Fürwörter): mich, dich, sich, uns, euch
- Indefinitpronomen (unbestimmte Fürwörter): jemand, alle, einer, manche, man, wer, etwas, einige, andere
- Negativpronomen, Negationspronomen: keiner, niemand, nichts
- Demonstrativpronomen (hinweisende Fürwörter): der (die, das), dieser (diese, dieses), jener (jene, jenes)
- Determinativpronomen (bestimmende Fürwörter):[13][14] derjenige (diejenige, dasjenige), derselbe (dieselbe, dasselbe)
- Interrogativpronomen (fragende Fürwörter): wer? (was?, wessen?), welcher?
- Relativpronomen (bezügliche Fürwörter): der (die, das), welcher (welches, welche), wer, deren
- Reziprokpronomen (wechselseitige Fürwörter): einander, auch sich (z. B. sie sehen sich)
- Adverbialpronomen: Im Französischen vertreten die Adverbialpronomen y und en Präpositionalgruppen. Eine ähnliche Mischform stellt im Deutschen das Pronominaladverb dar.