Feuer (Entfachen eines Feuers)
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Q: Feuer


Soll ein Feuer entfacht werden, muss neben dem Vorhandensein von Brennstoff und Sauerstoff dafür gesorgt werden, dass genügend Sauerstoff an den Brennstoff gelangt und die Verbrennungsprodukte abziehen können (Kaminwirkung). Für das Entfachen ist eine Initialzündung notwendig, um die Zündtemperatur zu erreichen, wofür vorindustrielle Völker verschiedene Methoden kannten:
- Reibung
- Das technisch anspruchsloseste Verfahren zum Entfachen eines Feuers basiert auf dem Erzeugen von Hitze (von Aristoteles als Sache definiert, die Körper in ihre Grundelemente zerlegt[1]) durch Reibung. Die einfachste Form besteht darin, zwei Stöcke aneinander zu reiben. Weitere Entwicklungen sind das Feuerpflügen, Feuersägen und Feuerbohren. Dabei wird glühender Holzstaub erzeugt, der anschließend auf ein Zundernest geschüttet werden kann, um eine Flamme zu entfachen.
- Funkenschlag
- Um Funken zu erzeugen, wird ein Funkenschläger wie Feuerstein gegen einen Funkenspender wie Pyrit, Markasit oder Feuerstahl geschlagen.[2] Der Funke fällt dann auf einen Zunder wie Feuerschwamm. Ebenso eignet sich der Birkenporling.[3] Andere Pilze, wie Kellertuch, Netzstieliger Hexen-Röhrling und Boviste(Lycoperdon bovista), müssen zuvor „nitriert“, das heißt in Salpeterlösung getränkt werden.[3] Nitrierte Rohrkolbenwatte ist ebenfalls als leicht entzündliches Material geläufig.[3] Ein Set aus Funkenschläger, Funkenspender und Zunder nennt man Schlagfeuerzeug.
- Luftkompression
- Dieses Verfahren wird in Hinterindien mit der Feuerpumpe angewandt.
- Lichtbündelung
- Mit Hilfe eines Brennglases (Lupe) oder eines Hohlspiegels kann Sonnenlicht auf einen Punkt fokussiert werden, sodass an dieser Stelle die Zündtemperatur von z. B. Holz oder Papier erreicht wird.
Geübte Menschen können ein Feuer mit solchen Methoden in etwa einer Minute entfachen; siehe dazu auch Survival. Heutzutage werden Feuer meist mit dem Feuerzeug oder mit Streichhölzern entfacht. Gegebenenfalls wird ein Fidibusverwendet, um unzugängliche Stellen zu entzünden.
- ↑ Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher’s Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 250–251.
- ↑ Jürgen Weiner, Harald Floss: Eine Schwefelkiesknolle aus dem Aurignacien vom Vogelherd, Baden-Württemberg. Zu den Anfängen der Feuererzeugung im europäischen Paläolithikum. In: Archäologische Informationen. Band 27, Nr. 1, 2004, S. 59–78.
- ↑ a b c J. Collina-Girard: Le Feu avant les Allumettes. Collection Archéologie expérimentale et Ethnographie des techniques 3. Édition de la maison des sciences de l´homme, Paris 1994.