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Finne

aus AufEinWort, der freien Forschung

Finne

Finne1 f. ‘Spitzflosse, Rückenflosse’ (der Haie und Wale, vgl. Finnwal),

  • ein aus dem Küstenbereich stammendes und von da in die Allgemeinsprache eingegangenes Wort.
    • Mnd. finne ‘Feder, Flosse’,
    • mnl. vinne,
    • nl. vin,
    • aengl. fin(n),
    • engl. fin,
    • swed. fena
  • verbinden sich wohl als s-lose Formen mit
    • lat. spīna ‘Dorn, Stachel, Rückgrat’ und
    • lett. spina ‘Gerte, Rute’.
  • Dazu könnte als urverwandt auch
    • russ. spiná (спина) ‘Rücken’ gehören (falls dies nicht im 16. oder 17. Jh. über poln. spina ‘Rückgrat’ aus lat. spīna entlehnt ist).
  • Alle Formen lassen sich (wie auch Finne2) mit Nasalsuffix zur Wurzel uig. *(s)p(h)ē̌i-, *(s)p(h)ī̌- ‘spitz, spitzes Holzstück’ (s. spitz) stellen.

Finne2 f. ‘Blatter, Pustel, Mitesser’,

  • auch blasenähnliche Larve (Jugendstand) des Bandwurms im Fleisch von Wirbeltieren.
  • Den verwandten Formen
    • frühnhd. vinne ‘Blatter, Pustel’,
    • mnd. vinne,
    • mnl. vinne,
    • nl. vin
  • ist die Bedeutung ‘spitz’ (‘spitzer Hautauswuchs’) gemeinsam,
    • so daß für das Wort die gleiche Herkunft wie für Finne1 (s. d.) anzusetzen ist.
  • Im Fleisch geschlachteter Tiere werden die blasenförmigen Bandwurmlarven zunächst ebenfalls als ‘Knötchen’, als ‘spitze Auswüchse’ angesehen und Finnen genannt (15. Jh.).
    • Nach der Erkenntnis der Entwicklung des Bandwurms wird der Name für die Larve beibehalten. –
    • finnig Adj. ‘mit Pickel versehen, von Bandwurmlarven durchsetzt’,