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GDSG/Die Falkenjagt

aus AufEinWort, der freien Forschung

Der mensch, wenn er thieren nachstellt, kann dazu des thic-43 res selbst nicht entrathen. dem jäger gesellt sich sein hund, um das wild aufzuspüren, behend zu erreichen und festzuhalten; es ist als gehe kein geschlecht zu grunde, gegen das nicht aus seiner eignen mitte helfer dem feinde auferstehn. Unser alterthum pflag aber nicht allein hunde abzurichten, sondern auch raubvögel zu zähmen, die es in die luft auffliegen und nach der beute stoszen liesz. erst dadurch erreichte die jagdlust ihren gipfel.

Es kann keine edlere jagd ersonnen werden, als wenn der jäger ausreitend durch die wälder den falken auf der hand hielt und den hund vor sich laufen hatte; welches thier auf dem feld oder in den lüften mochte ihnen entrinnen? durch das pulver ist wie der krieg grausamer und unmenschlicher, die jagd tückisch und weniger poetisch geworden: ein feiger schusz erlegt das stolzeste thier aus weiter ferne, das gegen speer und pfeil noch seine letzte kraft aufbieten konnte. Wie wissen die dichter den kühnen flug des falken und seine leuchtenden augen in ihre bilder und gleichnisse zu ziehen:

sie liez ir ougen umbe gån

als der valke ůf dem aste;

ze linde noch ze vaste

hætens beide ir weide. Trist. 11000.

ja brinnent ime diu ougen sin

rehte in sîme houbet

also eime wilden falkelin. Mor. 2166.

li oeil estable ne seront,

ains tornent plus menuement

quesperviers, quant laloe prent. Méon 2, 189.

els huelhs var en la testa coma falco mudat. Ferabr. 1889.

les ieux vers en la teste conme faucon ramage. Maugis 52c,

und noch in Ettners hebamme s. 802: die augen, die vormals als die falken hier und dorthin geflogen[1]. augenweide, das oculos pascere scheint ganz nomadisch aufgefaszt, da weiden pascere und venari ausdrückt, das altn. beita pastum agere pecus, das schwed. beta (mhd. beizen) venari. Wie unsere alten gesetze den zeigefinger digitus quo sagittatur nennen, ags. scytefinger[2] hiesz den skalden die hand haukströnd, accipitris litus, strand, auf den der vogel seinen flug senkend sich niederläszt, der held selbst haukstaldr, auf dessen hand oder schulter der habicht sitzt, gramr oder vinr haukstalda daher der könig (Sæm. 220b 240). unsern jägern stand habicht oder falke auf der linken faust (Döbel 2, 185), â vinstri hendi hefr hann ein hauk (Vilk. saga cap. 244), und in allen bildern der handschriften, die ich einsah, sitzt er auf der linken. wie in den rechtsbüchern und gedichten mit abhauen der rechten hand und des linken fuszes gestraft wird, heiszt es im spanischen lied von Gayferos

cortenle el pie de estribo, la mano del gavilan,

unter sperberhand musz also die rechte gemeint sein; Nithart aber sagt umgekehrt MSH. 2, 237b

die hant die muoz er mir hie lân,

dâ der sprenkelohte vogel oben ûfe stât,

und dar zuo den zeswen vuoz,

dar an der sporn erklinget,

was offenbar dem vogel die linke hand anweist. beide hände wechselten also. kaiser Friedrich de arte ven. 2, 42 sagt ausdrücklich: expedit enim quod portitor sciat portare falconem super utramque manum, ut si ventus fuerit a sinistris, portet super dextram, et si a dextris, portet super sinistram, quoniam sic semper apponetur pectus falconis vento. item sunt homines quarundam regionum, qui consueverunt portare falcones in manu dextra et tantum suum modum approbant et aliorum modum vituperant, vgl. 2, 71. Oft trugen auch frauen auf ihrer hand den falken und die jagd empfieng dadurch noch höheren reiz, dasz sie an ihr theil nahmen.

In den alten sagen unsers volks spielt der habicht eine grosze rolle. Sigurds habicht setzt sich in ein fenster von Brynhilds thurm, und leitet, als jener ihn aufsucht, den bund zwischen beiden ein (Völsungasaga cap. 24.)[3] gleich wichtig erscheint in der sage von Irmanfrid und Iring der über die Unstrut entfliegende habicht (Widukind 1, 10.) die ags. genealogien überliefern einen göttlichen stammhelden Vesterfalena und die alte form eines sächsischen volksnamens lautet Westfalah. Aus des heil. Bonifacius briefen erhellt, dasz der könig Aethelbert von Kent falken von ihm begehrte: unam rem praeterea a vobis desidero exhiberi. . . hoc est duos falcones, quorum ars et artis audacia sit grues velle libenter captando accipere et accipiendo consternere solo. und dem könig Athebald von Mercia schrieb Bonifacius: direximus tibi accipitrem unum et duos falcones. Was aber noch mehr bedeutet, schon in den volksrechten, zumal dem salischen, steht der habicht unter den werthvollen gegenständen, auf deren diebstal besondere busze verordnet wird: accipitrem de arbore, de pertica, de intro clavem volare (lex sal. 7), acceptorem involare (lex Burgund. 11), unter den wergeldanschlägen findet sich ein acceptor non domitus und ein acceptor mutatus (jener falco mudat) aufgeführt 46 (lex Ripuar. 36, 11) und was hier commorsus grurarius, heiszt in der lex alam. 101 acceptor qui gruem mordet, neben dem qui aucam mordet. die späteren capitularien verfügen: clerici accipitres et falcones non habeant. durch das ganze mittelalter hindurch hielt diese lust der könige fürsten und ritter in Europa an, falkenmeister[4] gehörten zu den hofämtern und noch bis auf unsere Zeit wurden reiher zur falkenbeize gehegt[5].

Alles läszt auf tiefeingewurzelte, schon im fünften und sechsten jahrhundert langbestehende, nicht erst neueingeführte volksitte schlieszen.

Die falkenjagd gehört zu den bräuchen, die unsere voreltern nicht von den Römern empfiengen, sondern bereits vor ihnen kannten, und mit andern rückwärts im osten hausenden völkern gemein hatten.

Weder Römer noch Griechen übten falkenjagd, so bekannt ihnen und von ihren naturforschern beobachtet diese raubvögel waren. sie verstanden es nicht sie zur jagd abzurichten und kein römisches oder griechisches kunstwerk, meines wissens, spielt darauf an.

Eine merkwürdige stelle ist bei Plinius 10, 8, nachdem er die sechzehn arten des habichts aufgezählt hat, fährt er fort: in Thraciae parte super Amphipolim homines atque accipitres societate quadam aucupantur. hi ex silvis et arundinetis excitant aves, illi supervolantes deprimunt, rursus captas aucupes dividunt cum iis. traditum est, missas in sublime sibi excipere eos, et cum tempus sit capturae, clangore ac volatus genere invitare ad occasionem. Simile quiddam lupi apud Maeotin paludem faciunt. nam nisi partem a piscantibus suam accepere, expansa eorum retia lacerant. bekanntlich musz auch den jagdhunden beim zerwirken des gefällten hirsches ihr theil hin- 47 geworfen werden und so geschah es noch im mittelalter bei den falken[6].

Amphipolis lag im alten Thrakien, wo der Strymon ausmündet, in der sogenannten Macedonia adjecta: thrakische sitte wird auch unter Geten und von da weiter unter Germanen einheimsich gewesen sein. Man könnte sagen, dasz Tacitus und Plinius keines falken in der eigentlichen Germania gedenken; doch in ihren nicht einmal vollständig bewahrten schriften sind schwerlich alle beobachtungen niedergelegt, die ihnen zu gebot standen, und von den östlich wohnenden völkern bleibt ihre meldung überhaupt unvollständig. Diese ansicht ziehe ich einer andern vor, auf die man auch verfallen dürfte. es ist allerdings glaublich, dasz von Thrakien aus oder von Asien her die ergötzlichkeit der falkenjagd zu den Byzantinern drang und erst von ihnen wäre sie dann im vierten, fünften jh. zu den Deutschen gelangt. wie viel glaublicher, dasz es früher schon geschah, im verkehr der Sueven mit Geten, Sarmaten und Skythen, deren grosse wälder wilde jagdlust nährten. Ducange im gloss. med. graec. hat iɛoazági falconarius und iɛgazítat falconarii aus Theophanes im 24 jahr des Leo, d. h. im j. 740, mit merkwürdigem bezug auf Damaskus. diese nachrichten reichen in weit spätere zeit, als auf die es hier ankommt. Demetrius, ein arzt aus Byzanz, dessen lebensalter ich nicht bestimmen kann, schrieb ein griechisches buch über die falken[7]; ein Firmicus schon unter Constantins söhnen ist ihm auf jeden fall vorausgegangen. Venantius Fortunatus nennt einen Vectius in equis, canibus, accipitribus instituendis nulli secundus', auch Beda in seinem werk de 48 natura rerum gibt darüber lesenswerthe nachricht. Völlig fabelhaft erscheint, wenn man im mittelalter den ursprung der falkenjagd auf Ulysses[8] oder einen aegyptischen könig Ptolemaeus zurückleitet. auf Ptolemaeus beziehen sich einige stellen in des Albertus magnus buch über die falken, namentlich cap. 7: praeceptum est Ptolemaei regis Aegypti, quod raro teneatur in manu nisi in aurora; die vorgebliche epistola Aquilae, Symmachi et Theodotionis ad Ptolemaeum regem (bei Albertus magnus und Vincentius bellovacensis) ist, wie man begreift, durchaus verdächtig[9] , die Aegypter richteten keine falken, auf ihren zahlreichen bildwerken wären sie sonst gewis oft vorhanden.

Desto sichrer scheint, dasz die falkenjagd von früh anf unter Arabern im schwang gieng. kaiser Friedrich 2, 77 legt ihnen ausdrücklich die erfindung des capellus (der falkenhaube) bei: reges Arabum mittebant ad nos falconarios suos peritiores in hac arte cum multis modis falconum. Auszerdem war und ist sie noch heutzutage bei Tataren, Türken, Persern, Mongolen und Chinesen in übung. arabische und zumal persische dichter gedenken ihrer oft; reisende schildern die gewandtheit und menge der falken in den steppen †[10]. Hat im Kriege zwischen zwei stämmen ein Beduine etwas unter den feinden zu verhandeln, so ergreift er eine lanze oder einen falken, und ruft zeugen aus, dasz er dem scheich des feindlichen stammes ein geschenk damit mache; dann darf er im feindeslager so lange verweilen, als es das geschäft erfordert[11].

Sanang Setsen der mongolische geschichtschreiber (s. 61 der 49 schmidtschen ausgabe) erzählt, dasz Budantsar, eilfter vorfahre des Tschinggis Chan auf einsamer wanderung am Ononstrom sah, wie ein grauer Habicht auf eine ente stiesz; diesen fieng er, richtete ihn ab und gebrauchte ihn zur jagd. Zu Tschinggis Chans vater, der bei einem mongolischen häuptling eingekehrt war, sagte dieser: heint erschien mir im Traum ein weiszer falke und setzte sich auf meine hand, das ist euer zeichen oder wappen (daselbst s. 63.) Wenn Tschinggis Chan 1162 geboren war, darf man den Budantsar höchstens 300 Jahre vor ihm setzen: es ist aber eine unhistorische sage. Im 15. jh. hiesz ein mongolischer stamm Schiwaghotschin, d. i. vogler, falkner, ein mythischer königssohn aus Tibet Schiwaghotschi, vogelsteller (tibetanisch k'ra-pa). dieser stamm scheint derselbe, welcher bei Abulghasi (s. 101 der Kasaner ausg.) den namen Kuschtschy führt, und kuschtschy ist das türkische wort für vogler. in Kokand Chiwa, und Bochora ist es titel der ersten minister geworden. In chinesischen schriften heiszt der falke ing oder hài-tung-ts'ing.

Im sanskrit begegnen mehrere namen für den falken oder habicht: šjenas, d. i. der graue, weisze, wie in serbischen liedern der soko siv (canus) heiszt; patri, eigentlich blosz vogel; sasâdanas, hasenesser; šakunas oder sakuntas, wie er zumal oft als Indras vogel dargestellt erscheint. doch der abrichtung des falken zur jagd gedenken die quellen nicht: sjenampatâ scheint eher die jagd auf den falken als mit ihm auszudrücken.

Unser deutscher jagdvogel ist eigentlich der habicht, unter dessen benennung aber auch falken und sperber begriffen wurden; ich übersehe nicht, dasz jene meldung des Plinius eben vom accipiter, nicht falco redet. der goth. name wird habuks gelautet haben, nach dem ahd. hapuh, mhd. habech, ags. hafoc, engl. hawk, nnl. havik, altn. haukr, schwed. hök, dän. hög; das dem nhd. habicht zugetretne T ist ungehörig. die Finnen entlehnten ihr haukka, havukka, die Esten haukas, die Lappen hapak; war aber auch das welsche hebog erborgt? dessen irische form seabhac gewährt. es hat allen schein, dasz ha- 50 buks von haban, hapuh von hapên herstamme, wie accipiter, mlat. acceptor, ja sogar capus (Ducange s. v.) von capere, accipere: es bezeichnet den fangenden, oder wie Ssp. 3, 47 steht krimmenden, klemmenden vogel (vgl. erkrimmen, ungulis rapere Nib. 13, 3.) diese einfache ableitung ziehe ich der verführerischen, von Bopp dargelegten vor, er hält accipiter zu zintεoos und einem skr. asupatra, dessen bezug auf den habicht erst zu beweisen wäre.

Der sl. ausdruck ist jastreb, poln. iastrząb, böhm. gestřáb, serb. jastrijeb.

Dem litth. wanagas, lett. wannags für habicht, litth. wanagelis für sperber scheint das ahd. wannoweho, wannunwechel loaficus ähnlich, in Schwaben wannenwäher, wanneweihe, worunter man einen kleinen, für heilig geltenden raubvogel meint, dem wannen an die häuser ausgehängt werden, dasz er in ihnen niste: das haus, an welchem er sein nest baue, soll vor einschlagendem blitz sicher sein (Mones anz. 7, 429.) es ist der röm. tinunculus (von tina vas, olla), welchen Columella 8, 8 so beschreibt: genus accipitris tinunculum vocant rustici, qui fere in aedificiis nidos facit. ejus pulli singuli fictilibus ollis conduntur, spirantibusque opercula superponuntur, et gypso lita vasa in angulis columbarii suspenduntur, quae res avibus amorem loci sic conciliat, ne unquam deserant. etwas anders Plinius 10, 37: ob id cum columbis habenda est avis, quae tinunculus vocatur. defendit enim illas terretque accipitres naturali potentia in tantum, ut visum vocemque ejus fugiant. hac de causa praecipuus columbis amor eorum, feruntque, si in quatuor angulis defodiantur in ollis novis oblitis, non mutare sedem columbas. der kleine sperber scheucht den habicht, die befreundeten tauben schützend. Auch das litth. wanagas scheint von wane vannus gebildet; beachtenswerth ist aber, dasz die Letten den sperber wehja wannags (heiligen habicht?) nennen, und, ich vermute, unser wîo, wîho milvus den heiligen vogel meint, wie in den altböhm. liedern der krahug, krahulec, poln. krogulec, ungr. karoly für heilig gilt und im hain gehegt wird (mythol. s. 640.)

Hiernach mag glaublich sein, dasz auch das gr. iigas, ions, mit. der bedeutung accipiter und falco zu iɛoós gehöre, obschon Hesych ein verwandtes βείραξ und βειράκη ἁρπακτική anführt, ja κέρκας und zigzos nisus nicht allzuweit abliegen. um so wahrscheinlicher ist es, als ein bestimmter falke sacer hiesz, franz. sacre, engl. saker, welchen Friedrich II buch 2 cap. 22 beschreibt; dieser name wird freilich auf das arab. saker (avis perspicax), pers. sonkor falco zurückgeführt, und nähert sich jenem skr. šakunas; umgedreht aber könnten sie aus dem lat. wort entspringen. wie dem sei, unzweifelhaft musz dahin auch der slavische ausdruck sokol", böhm. sokol, serb. soko, litth. sakalas für falke gestellt werden, der kaum dem lat. falco, it. falcone, span. halcon, franz. faucon verwandt ist; ein späteres gr. φάλκων gewährt erst Suidas. Im russischen Igorlied entsenden die helden zehn falken (sokolov) gegen die schwäne und in den serbischen gedichten erscheint der falke allenthalben. an sokol gemahnt in der that die malbergische glosse sucelino zu sparvarius. lex sal. 7, 4.

Die falkner unterscheiden manigfache arten: für den vornehmsten aller galt der girofalco, altfranz. gerfaut, ital. grifagno, entweder von den weiten kreisen, die er in der luft nimmt (gyrofalco a gyrando), oder mit dem deutschen geier, ahd. mhd. gîr verwandt, geierfalk. Albertus magnus hält den sacer falco für den ersten und läszt dann den girofalco folgen, was andere umkehren. Diesen beiden edelsten falken zunächst stand der montanarius und peregrinus (pilgrimfalke, faucon pélerin), der lanerius, nidasius (vergl. nisus), ramagius (franz. ramage) und terciolus (mhd. terze terzel). das sp. gavilan bezeichnet sperber, aber auch den abgerichteten. den Angelsachsen hiesz der pilgrim vealhhafoc vealhafoc von vealh peregrinus, woher sich das altn. valr leitet, weder von falco noch vultur. der lanerius kommt auch unter dem mhd. namen sweimære vor, von sweimen kreisen, jenem gyrare[12].

Leicht geschah es, dasz der name auf das ros und den hund 52 übertragen wurde, denen gleiche schnelle und stärke zukam. Dieterichs und Wolfdieterichs rosse hieszen Falke und noch heute heiszen so windspiele, wie sl. sokol, vgl. canis acceptoricius in der lex Fris. 4, 4.

Sparva bedeutet dem Ulflas στρουθίον, scheint aber, wie στρουJos für adler und strausz gilt, in den begrif. des raubvogels auszuweichen. ahd. sparo passer, ags. spearva, altn. spörr, engl. sparrow, schwed. sparf, dän. spurve, nhd. sperling; dagegen ahd. sparawari, mhd. sperwære, nhd. sperber, it. sparviere, franz. épervier für nisus, schwed. sparfhök, dän. spurvehög, engl. sparrowhawk, gleichsam auf sperlinge jagend. des sperbers weibchen ahd. sprinzâ nisula, mhd. das sprinzelîn.

Den Aegyptern war sperber oder habicht (koptisch bak) einer der heiligsten vögel, der in den hieroglyphen vielfach wiederkehrt. ich habe schon anderwärts hervorgehoben, dasz das den wind vorstellende bild eines sperbers mit ausgebreiteten schwingen bedeutsam mit unsrer altdeutschen und altnord. anschauung zusammentrift (mythol. s. 600. 601); hinzugenommen die zeugnisse für die heiligkeit des weihen, wanneweihen und krahuc wird das hohe alterthum der falkenjagd bei Deutschen und Slaven kaum dem zweifel unterliegen.

  1. ↑ in den serb. liedern ist oko sokolovo (falkenauge) schmeichelname.
  2. ↑ ir. ardog, ordog pollex bedeutet den pflügenden finger, weil der daume den pflug faszt, und stammt aus dem ackerbauleben.
  3. ↑ Randver, zum galgen geleitet, rauft einem habicht alle federn aus, damit anzuzeigen, dasz er aller ehre verlustig gehe, wie der vogel des gefieders. Völsungasaga cap. 40.
  4. ↑ Ducange s. v. falconarius.
  5. ↑ in den weisthümern wird für den habicht des einziehenden herrn, wie für seine winde gesorgt, vgl. 2, 287. 3, 31. 826.
  6. ↑ wenn Plinius hinzufügt: accipitres avium non edunt corda, so behauptet Albertus Magnus in seinem buch über die falken cap. 6 umgekehrt, dasz sie zuerst blosz das herz des geraubten vogels fressen sollen.
  7. ↑ herausgegeben von Petrus Gillius hinter Aelians hist. animal. Lugd. 1562. 8.
  8. ↑ Joann. Sarisberiensis Policraticus lib. I p. 11: venatica tam terrestris quam aëria quanto solidior tanto fructuosior est. auctorem occupationis suae ab antiquis historiis Ulixem proferunt, qui primus excisa Troja armatas aves attulit Graeciae, quas suavi quodam et grata admiratione videntium in cognati generis exitium animavit.
  9. ↑ dubiae auctoritatis est. Schneiders ausg. des buchs von kaiser Friedrich de venatione 2, 106.
  10. ↑ † Klemms culturgeschichte 4, 213.
  11. ↑ Kohls Südruszland 2, 148. 230, von der heutigen falkenjagd in der Tatarei ein bericht in der allg. zeitung 1846 s. 1850. lieblingsfalken des chans bei Baktschisarai. Kohl 1, 231.
  12. ↑ mirotza, den bask. namen des falken, weisz ich nirgend anzuknüpfen.