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GDSG/Feste und Monate

aus AufEinWort, der freien Forschung

Erst unter ackerbauenden völkern ordnen sich gottesdienst und zeitabtheilung; auch die nomaden haben ihre götter denen sie opfer darbringen, und die gestirne des himmels prägen ihnen den wechsel der tage, monate, jahre ein; aber von der besitznahme heimatlicher stätten scheint hausehre der frauen und einführung der meisten göttinnen abhängig, auf die erscheinungen des ackerbaus läszt sich regelmäszige wiederkehr der zeiten am natürlichsten anwenden. wenn auch krieger das andenken ihrer siege feiern, so hat nur der friede die ruhe und stätigkeit der feste geheiligt. die mehrzahl aller feste gehört offenbar den wünschen und freuden des ackermanns.

Unsere vorfahren nannten ein fest uoba, gleichsam cultus, von uoban celebrare, exercere, colere[1], wie es scheint auch êra (mythol. s. 26. 720.) deutlichen bezug auf wiederholung der zeit haben ahd. itmâli festivitas, solemnitas, ags. edmæle, vom goth. mêl tempus, und ags. heáhtîd, altn. hâtîð, mhd. hôchgezît, nhd. hochzeit, alts. hôgetîdi, oder blosz tidi, wîhtîdi. sl. god, godina, böhm. hod tempus, annus und dann auch festum, solemnitas, zumal in der pluralform godi wie tîdi. door, jon. ὁρτή, vielleicht verwandt mit ἱερός, wie Od. 21, 258 ἑορτὴ ἁγνὴ verbunden steht. litth. szwentě, lett. śwehtki heiligertag. Dunkler ist das lat. festum, das zu feriae fesiae gehört wie fasti, nefasti zu fari, nefarius, man vergleicht sl. basn' fabula; diese fasti waren gerichtstage, feriae feiertage, an welchen die arbeit ruhte, daher ist unser feier und feiern, schon ahd. fîra, fîrôn geborgt. Den ältesten ausdruck bewahrt uns blosz die goth. und ahd. mundart, goth. dulps Eoot, dulpjan koorάew, ahd. tuld festum, solemnitas, neomenia, rêtuldi exsequiae (goth. hraivâdulpeis?), tuldan celebrare, agere, tuldlih solemnis, tulditac tulditago dies festus, mhd. dult (für tuld, tult) Servat. 2871. 3293. MS. 2, 74b die dult behalten Mar. 160, 27. begên 161, 32. 162, 13. dultac dies festus. fundgr. 1, 106. däs wort hat sich heute noch unter dem volk in Baiern und der Schweiz erhalten, es ist dabei weder an goth. pulan, ahd. dolên pati, tolerare, die in der consonanz abstehn, noch an verstümmlung des lat. indultum, gleichsam concessio principis (cod. theod. III. 10, 1. IV. 15, 1) vel ecclesiae zu denken, wie schon jener ahd. bezug auf den neumond oder die todtenfeier darthut. auch hindert die anwendung auf kirchenfeste nicht, dasz es im heidenthum entsprungen sei, ich weisz aber seine wurzel, die hoch ins alterthum hinauf reichen musz, noch nicht aufzudecken.

Im höchsten alterthum scheint das Jahr nur in drei theile zu zerfallen, die Inder unterscheiden entweder vasanta frühling, grîschma sommer, sarad regenzeit, oder nach dem ältesten commentator der veden: grîschma, varscha regenzeit, hêmanta winter, anderwärts sogar sechs zeiten, aus deren doppelung die zwölf monate entspringen. [in Ispahan nur drei jahrszeiten, frühling behâr 51⁄2 monate, herbst bajis 311⁄2 monate, winter semestûn 3 monate. Petermann 2, 227.] die Griechen: ag frühling, Jégog sommer, zeudov winter, aber schon bei Homer Od. 11, 192 ist dem égos noch oron angefügt. grosze einstimmung findet statt zwischen hêmanta und hima kälte, zend. zima, sl. zima, litth. ziema, lett. seema, ziua und zuv, ir. gamh, 73 geimhre, lat. hiems; die it. inverno, sp. invierno, franz. hiver sind nach hibernus wie giorno, jour nach diurnus gebildet; ein deutsches wort hätte mit G anzulauten. zu vasanta gehörig scheint sl. wiosna wesna (frühling), litth. wasara sommer, lat. ver, wenn es für ves steht. das römische jahr zählt vier theile ver, aestas (verwandt mit aestus), auctumnus, hiems[2]. ao, den Boeotiern nach Hesychius yiao, scheint vergleichbar dem ir. earrach, sl. iar, gar (frühling) wie dem goth. jêr annus, ahd. jâr. Ulfilas gibt Marc. 13, 28 9έoos durch asans, wo es ihm ernte, eqiouós, ahd. aran bedeutet und dem lat. aestas gleicht, wir wissen also nicht gewis, ob er neben vintrus auch sumrus kannte, was nach der durchdringenden analogie aller unsrer sprachen zu erwarten stände. Diese beiden vintrus und sumrus scheinen auf dem gegensatz einer uns besonders eigenthümlichen personification zu beruhen, und ersten blicks den verwandten sprachen fremd. näher zugesehn bricht aber die analogie, zumal mit keltischer sprache durch. sumrus, ahd. sumar, ags. sumor, altn. sumar ist das ir. samh (sol aestas) und samhra (aestas)[3], welchem geimhra (hiems) wie dem sumrus vintrus gegenüber steht. vintrus nemlich musz früher gelautet haben qintrus, verhält sich also wie goth. qainôn zu ahd. weinôn, qiman zu lat. venire, qius zu vivus, quattula, quacara (Pertz 2, 793) zu wahtula (coturnix) oder die ahd. schreibung Quiliperht Quolfwin für Wiliperht Wolfwin; unsere gleich der lat. sprache tilgt den kehllaut vor dem V gern, goth. vaurms lat. vermis entspringen aus qaurms quermis, umgekehrt behauptete sich im lat. hiems H. qintrus tritt mit geimhra ziua hêmanta hiems žiema zima auf gleiche reihe, und N mit anschlusz des T (wie in hund hunt canis) für M begegnet wie in venire und qiman. Unser alter name des frühlings ahd. lenzo, nhd. lenz, nnl. lente, ags. lencten, lengten (vgl. ahd. langiz) tritt dem sl. ljeto, leto (aestas) nahe, welches in den begrif von jahr jêr = ἔαρ und iar rückt, wie auch welsch blwydd frühling, blüte, blwyddyn jahr, bretagn. bloaz, bloavez, ir. bliadhain jahr ausdrücken. goth. ajn, ataþni (annus) gehören zu eros, wie finn. vuosi (annus) zu jenem sl. wiosna (aestas.) lauter überraschende und groszentheils unbestreitbare analogien.

Des Tacitus wichtige meldung, an der ich früher mit unrecht gezweifelt hatte, enthält, dasz zu seiner zeit die Germanen auch nur drei jahrszeiten unterschieden: hiems et ver et aestas intellectum ac vocabula habent, auctumni perinde nomen ac bond ignorantur, er sagt es, nachdem er ihnen eben zwar getraidebau, aber noch keine gärten zugesprochen hat. obst und wein reifen beträchtlich später als getraide, nach deren einführung wird auch der ahd. name herpist, ags. hearfest, altn. haust verwandt, oder wenn das wort schon in anderm sinn gangbar war, auf diese zeit bezogen worden sein[4]. noch heute pflegt man herbst ausschlieszlich von obst und weinernte, nicht von getraide zu gebrauchen, der deutsche feldbau lag also im ersten jh. unsrer zeitrechnung noch danieder und beschränkte sich auf die cerealien[5].

Bei eintheilung des jahrs gieng das alterthum am natürlichsten von den sonnenwenden aus, d. h. dem höchsten oder tiefsten stand, den die sonne jedes jahr, indem sie sich niederwärts oder aufwärts wendet, einnahm. so zerfällt das jahr in zwei gleiche hälften, sommer und winter, die mit Johannistag und weihnachten anheben. beide hälften nochmals zerlegt ergeben sich vier haupttheile, welche gedrittheilt zusammen zwölf nicht völlig gleiche zeiträume bilden und das ganze jahr abschlieszen. die beobachtung der wiederkehrenden mondwechsel liesz dagegen die tage des jahrs in dreizehn zeiten absondern, 75 welche den unmittelbar vom monde selbst geleiteten namen der monate führten, der auf jene zwölf zeiten des sonnenjahrs nicht gerecht war. hieraus entsprang ein widerstreit zwischen zwölf perioden der sonne und dreizehn des monds, wobei allmälich die sonne siegte, der mond aber den von ihm gegebnen namen durchsetzte.

Ueber das indische jahr sind zwölf lebendig gedachte Aditjas, söhne des Aditi und der Kasjapa, eingesetzt[6], welche unter besondern namen aufgeführt die einzelnen mondhäuser beherschen; auf diese weise sollte sonnenzeit sich mit der des mondes einigen. die namen der monate werden aber nicht von diesen Aditjas, sondern von den sternbildern, in welche der vollmond eintritt, entnommen, und ich enthalte mich sie herzuschreiben, da ohnehin grosze abweichung stattfindet; am schlusz des capitels sollen die volksmäszigen, aus einer zerlegung des jahrs in sechs theile hervorgehenden monatsnamen der Inder mitgetheilt werden. von den übrigen pflegt ein einziger monat kaumudî nach kumuda lotus zu heiszen, gleichsam lotusmonat; alle monate beginnen etwa nach der mitte der unsrigen.

Unter den griechischen stämmen hub das jahr verschiedentlich entweder mit sommersonnenwende, wintersonnenwende oder herbstnachtgleiche an, abwechselnd begannen die monate zwischen dem 21 und 24 tag der unsrigen. alle monatsnamen lauteten einfach, die jonischen auf -tv, die übrigen auf -tos, ihre manigfaltigkeit, wie neuere untersuchungen dargethan haben, musz auf volksfeste zurückgeführt werden; ist ein göttername darin enthalten, so handelt es sich um ein fest zu seiner ehre, und niemals scheint der name blosze naturschilderung zu gewähren; er sollte dem volk die wiederkehr des heiligen festes einprägen[7]. ich theile hier nur die monate des attischen jahrs mit, welche vom sommer anhebend ungefähr den beigefügten unsrigen entsprechen:

7 Εκατομβαιών vom rinderopfer,

8 Μεταγειτνιών, für Απόλλων μεταγείτνιος,

9 Βοηδρομιών von der βοηδρομία zu Theseus ehre,

10 Πυανεψιών (Κυανεψιών) vom bohnenfest für Apollon,

11 Μαιμακτηριών für Ζεὺς μαιμάκτης, wüter,

12 Ποσειδεών.

1 Γαμηλιών von dor γαμηλία zu Heras ehre,

2 Ανθεστηριών von dem blumenfest,

3 Ελαφηβολιών von der hirschjagd für Artemis,

4. Μουνυχιών für Αρτεμις μουνυχία,

5 Θαργηλιών von den Thargelien für Apollon,

6 Σκιροφοριών vom schirmfest für Athene.

einige dieser namen mögen älter sein, als die zerlegung des jahrs in zwölf monate war, alle weisen auf einfache feste zu ehren olympischer götter, vorzugsweise des Apollon und der Artemis, der zwillingsgeschwister, von welchen die gaben des ackers und des waldes abhiengen; auch bei der Artemis feier mangelte nicht die waizenähre (Herod. 4, 33.) dem Απόλλων Πορνόπιος galt bei asianischen Aeolern auch ein Πορνοπιών, und Ελαφηβολιών hiesz anderwärts geradezu Αρτεouv. Aber wie die feste selbst verschoben sich die namen der monate, die Boeotier legten ihren Bovzários auf die wintersonnenwende, während zu Athen die Bovgóvia der sommersonnenwende zufielen[8], woher der name Εκατομβαιών. Πόκιος in Amphissa bezog sich auf die schafschur (ózos.)

Wenn etwas den abstand römischer sitte und sprache von der griechischen lehrt, so ist es die beinahe gänzliche verschiedenheit der lateinischen monatsnamen. Ihr jahr vom merz (ungefähr der frühlingsnachtgleiche, wie niemals in Griechenland) beginnend, nannten sie die vier ersten und beiden letzten monate von göttern, nach Mars Maja Juno Janus Februus (oder Februa) den Martius[9] Majus Junius[10] Januarius Februarius; Aprilis zog man fehlerhaft auf die griechische Aphrodite und schon Varro 6, 33 will ihn lieber deuten quod ver omnia apperit, gleichsam aperilis, wie den Neugriechen der frühling avoiis eröfnung heiszt; es könnte einen verschollnen helden oder göttlichen beinamen Aper oder Aprus gegeben haben. in Januarius Februarius weist die abweichende bildung -arius ungleichzeitigen ursprung. vom fünften bis zehnten monat wurde blosz gezählt: quinctilis †[11] sextilis september october november december, und auch unter ihnen steht das ber der vier letzten ab von dem -ilis der beiden vorausgehenden, welches vielmehr zu aprilis stimmt. dazu tritt nun, dasz auch quinctilis und sextilis aussterben und Julius, Augustus benannt werden, angeblich nach Julius Caesar und Octavius Augustus, welche beide die zeitrechnung berichtigten und als vergötterte fürsten dem monat ihren namen verleihen durften. Suetonius sagt es ausdrücklich ††[12], ein späteres zeugnis legt Macrobius (Saturn. 1, 12) ab. Sueton lebte schon 150 jahre nach Caesar, 100 nach August, und mir kommen zweifel ein, ob er und die zu seiner zeit verbreitete ansicht nicht irre, in Julius und Augustus nicht alte volksthümliche namen, die längst vor Caesar und Octavius bestanden, erneuert seien? Es fällt schon auf, dasz gleichzeitige schriftsteller unter Caesar und August jener namengebung geschweigen, und sollten Tiberius, Caligula, Claudius, Nero dem einmal gegebnen beispiel folgend nicht nach gleicher ehre gestrebt und mindestens versucht haben, ihre namen den übrigen zahlmonaten aufzudrängen? in Kleinasien, namentlich zu Aphrodisias gelangte unter römischer herschaft die schmeichelei allerdings dahin, nach den monaten Καισάριος, Ἰουλίνος, Σεβαστός auch einen Τιβέριος und Τραϊα vós in den calender, allein für ganz andere monate aufzunehmen, als die ihnen zu Rom gebührt hätten. sollte aber ein gr. Ιούλιος 50 hoch hinaufsteigen, dasz er jenen alten Julius vor Caesar beweisen könnte? bedeutsam fällt der cyprische "Tovλog in die zeit vom 22 dec. bis 23 jan.[13], er könnte den Römern nach Julus dem groszen heros heiszen, von dem das ganze priesterliche geschlecht bis auf den dictator selbst stammte. der name Augustus, passend von augere, wie auctumnus abgeleitet[14] dem litth. auksztas, goth. auhuma entsprechend, wird als kaisertitel durch gr. oeßaotós wiedergegeben. diesen gründen soll hernach noch ein andrer für uns bedeutsamer treten. Sehr wahrscheinlich besaszen ursprünglich auch september october november december andere namen als die zählenden, und man dürfte überhaupt schlieszen, dasz zahlen angewandt wurden um einer jüngern vom merz anhebenden jahrsrechnung sicherheit zu verleihen, während die ältere, zuletzt wieder siegende den januar an die spitze der wintersonnenwende stellte, was schon aus der benennung selbst hervorgeht, da Janus den reigen der uralten götter anführt und auf der schwelle (janua) des jahrs steht.

Für unsere deutschen monatsnamen ist der abgang eines gothischen calenders unersetzlicher verlust, wie schon der eine glücklich gerettete jiuleis (november oder december) lehrt, und dazu ‘fruma jiuleis darbietet, dem wir alsogleich im ags. 'forma geola' begegnen; welche bedeutsame einstimmung.

Höchst wichtig wird uns die von Beda († 738) in der schrift de temporum ratione cap. 13 gegebne nachricht, welche ich hier, mit benutzung mehrerer texte, einschalte.

De mensibus Anglorum. antiqui autem Anglorum populi (neque enim mihi congruum videtur aliarum gentium annalem observantiam di79 cere, et meae reticere) juxta cursum lunae suos menses computavere, unde et a luna, Hebraeorum et Graecorum more, nomen accipiunt. siquidem apud eos luna mona, mensis appellatur monath, primusque eorum mensis, quem Latini Januarium vocant, dicitur Giuli, deinde Februarius Solmonath, Martius Hredmonath, Aprilis Eosturmonath, Majus Thrimilci, Junius Lida, Julius similiter Lida, Augustus Veodmonath, September Halegmonath, October Vintirfyllith, November Blotmonath, December Giuli eodem quo Januarius nomine vocatur. Incipiebant autem annum ab octavo calendarum Januariarum die, ubi nunc natale domini celebramus, et ipsam noctem nunc nobis sacrosanctam tunc gentili vocabulo Modraneht, id est matrum noctem[15], ob causam ut suspicamur, ceremoniarum, quas in ea pervigiles agebant. Et quotiescunque communis esset annus, ternos menses solares singulis anni temporibus dabant, cum vero embolismus, hoc est XIII mensium lunarium annus occurreret, superfluum mensem aestati apponebant, ita ut tunc tres menses simul Lida nomine vocarentur, et ob id annus thrilidus cognominabatur habens quatuor menses aestatis, ternos, ut semper, temporum caeterorum. Iterum principaliter annum totum in duo tempora, hiemis videlicet et aestatis dispertiebant, sex illos menses, quibus longiores noctibus dies sunt, aestati tribuendo, sex reliquos hiemi. unde et mensem, quo hiemalia tempora incipiebant, Vintirfyllith appellabant, composito nomine ab hieme et plenilunio, quia videlicet a plenilunio ejusdem mensis hiems sortiretur initium. Nec abs re est, si et caetera mensium eorum nomina quid significent interpretari curemus. menses Giuli a conversione solis in auctum diei, quia unus eorum praecedit, alius subsequitur, nomina accipiunt. Solmonath dici potest mensis placentarum, quas in eo diis suis offerebant, Hredmonath a dea illorum Hreda, cui in illo sacrificabant, nominatur. Eosturmonath, qui nunc pascalis mensis interpretatur, quondam a dea illorum, quae Eostre vocabatur, et cui in illo festa celebrabant, nomen habuit, a cujus no-80 mine nunc paschale tempus cognominant, consueto antiquae observationis vocabulo gaudia novae solemnitatis vocantes. Thrimilci dicebatur, quod tribus vicibus in eo per diem pecora mulgebantur[16]. talis enim erat quondam ubertas Britanniae vel Germaniae, e qua in Britanniam natio intravit Anglorum. Lida dicitur blandus sive navigabilis eo, quod in utroque illo mense et blanda sit serenitas aurarum et navigari soleant aequora[17]. Veodmonath mensis zizaniorum, quod ea tempestate maxime abundent. Halegmonath mensis sacrorum. Vintirfyllith potest dici compositio novo nomine hiemiplenium. Blotmonath mensis immolationum, quod in eo pecora, quae occisuri erant, diis suis vorerent. gratia tibi, bone Jesu, qui nos ab his vanis avertens tibi sacvificia laudis offerre donasti.

Unter diesen ags. namen beziehen sich Solmonath Hredmonath Eosturmonath Halegmonath Blotmonath ausdrücklich auf heidnische feste, zwei derselben sogar auf die göttinnen, welchen opfer dargebracht wurde; wogegen bei Giuli Lida Thrimilci Veodmonath Beda blosz an eigenschaften denkt, die der jahrszeit in ihnen zustehn, Vinterfyllith (vgl. goth. fullips myth. s. 672) blosz winterseintritt ausdrückt. Unzusammengesetzt erscheinen nur Giuli Lida Thrimilci, und sicher sind sie schon darum uralt, Vinterfyllith ist zusammengesetzt und alle übrigen schleppen sich mit angehängtem monath. Giuli entspricht genau dem goth. Jiuleis, spätere ags. denkmäler ziehen die schwache form Geola vor und unterscheiden die beiden monate dieses namens und die beiden Lida durch vorgesetzte adjectiva: se forma Geola, se äftera Geola, se ærra, äftera, und wenn einschaltung statt findet pridda Lida. Thrilidi fürs schaltjahr gleicht dem Thrimilci. Allmälich aber scheinen 81 einzelne namen zu veralten oder werden absichtlich durch neue vertreten: Hredmônad durch Hlydmônad, Thrimilci schon durch das lat. Majus, ærra Lîda durch Searmônad, Seremônad (mensis aridus), äftera Lida durch Medemônad, Hâlegmônad durch Hearfestmônad. auszerdem mag, seit uralter zeit, der sechste monat midsumor, der zwölfte midvinter heiszen. Ich will sie alle zur übersicht aufstellen[18].

1 äftera Geola
2 Solmônad
3 Hredmônad. Hlydmônad
4 Eosturmônad
5 Thrimilci Majus
6 ærra Lida. Senarmônad midsumor
7 äftera Lida. Medemônad
8 Veodmônad
9 Hálegmônad Hearfestmônad
10 Vinterfylled
11 Blôtmônad
12 forma Geola. midvinter

Finden im jahr dreizehn monate statt, d. h. ist der achte se pridda Lîda, so musz nun Veodmônad die neunte, Hâlegmônad die zehnte stelle einnehmen und schon aus diesem verhältnis begreifen sich verschiebungen der namen. Ohne zweifel gab es auszer den bisher angeführten namen bei einzelnen stämmen noch besondere, Vihtrædes dômas, deren bekanntmachung im j. 696 erfolgte, geben zu eingang an 'sextan däge Rugernes', so dasz Rugern roggenernte auszudrücken scheint, von rug ryge secale und ern messis, und entweder august oder september bezeichnete. auch hier zeigt die abwesenheit von mônad einen uralten namen an[19]

Unsere ahd. monatsnamen überliefert Eginharts bekannte stelle. Karl der grosze, der nicht gleich Caesar und August an der zeitrechnung regeln konnte, suchte mindestens die unter seinen völkern vielfach schwankende benennung zu berichtigen: mensibus enim juxta propriam linguam vocabula imposuit, cum ante id temporis apud Francos partim latinis partim barbaris nominibus pronunciarentur. die kirche und der verkehr mit Romanen hatte längst römische namen eingeschwärzt, neben welchen also noch einheimische heidnische galten, wahrscheinlich gefügere, als die umschreibungen, welche Karl an deren Stelle vorschlug oder, wenn sie schon früher im gebrauch waren, beibehielt; seinen eigennamen mit in die reihe zu setzen (worauf ihn Sueton hätte führen können) darauf verfiel weder des königs einfacher sinn, noch späterhin seines volks. die namen lauten wie folgt:

1 Januarius Wintarmânôth
2 Februarius Hornung
3 Martius Lenzinmânôth
4 Aprilius Ostarmânôth
5 Majus Winnenmânôth
6 Junius Brâchmânôth
7 Julius Hewimânôth
8 Augustus Aramânôth
9 September Widemânôth
10 October Windumemânôth
11 November Herbistmânôth
12 December Heiliogmânôth[20]

unter ihnen scheint blosz Hornung ganz echt und alt, ôstarmânôt würde kaum geblieben sein, hätte die kirche nicht lange schon den heidnischen namen für das christliche fest geduldet; im zehnten monat steckt dennoch das lat. vindemia, wofür die ahd. sprache auch sonst wintemod und im verbum windemôn vindemiare verwandte. winnemânot scheint weidemonat, von winnî vinna pastus, das auch wunna lautete, goth. vinja, mit dem nebensinn der wonne und freude (vgl. s. 17. 29), wie unsern minnesängern der mai überall den frohen eintritt des sommers, die sommerwonne andeutet. zweifelhaft sein kann der neunte monat, den Angelsachsen hiesz der achte oder neunte veodmônad, den Beda aus veod zizania erklärt, alts. wiod, mnl. wede, nnl. wiede, sonst wildhaber, ags. vilde âte, ein um diese zeit auf dem acker schieszendes oder getilgtes unkraut; fränkisch sollte wiodmânôth geschrieben stehn, weder withu noch witu taugen. Sichtbar werden durch Karls namen, abgesehn von ihrem geschlepp, die vier jahrszeiten schlecht geschieden, da zwischen herbist wintar und lenzo jedesmal nur ein monat gerückt, sommers anfang gar nicht ausgedrückt ist. Die älteren vor Karls zeit geschriebnen glossen überliefern keine monatsnamen; reganmânôt (Graff 2, 795) scheint nur verdeutschung des lat. mensis defluus, obwol einzelne hss. Eginharts ihn auch für november verwenden. dasz andere formen wie brâchôt, houwôt wenigstens in Baiern und Schwaben längst üblich waren, lehrt mit sicherheit deren späterhin anhaltende dauer. Zu den ags. monaten stimmen allein Ostarmânôt Widemânôt Herbistmânôt Heilagmânôt, beide letztere an anderer stelle und auf zwei verschiedene monate erstreckt, da die ags. namen demselben zukamen. Hornung bedeutet spurius filius, adulterinus, illegitimus und musz aus irgend einer symbolischen anwendung des worts horn auf diesen begrif flieszen, also cornutus aussagen. ich würde ans himmelszeichen des widders (altn. hyrnîngr) denken, in das aber die sonne erst am 20 merz tritt.

Wann zuerst die fremden römischen namen oberhand nahmen, läszt sich nicht bestimmen, es musz sehr frühe geschehn sein, da bereits Eginhart sie voraussetzt. keronische glossen des achten jh. gewähren marceo für martius, jüngere des eilften merze meje aberelle was auf ein früheres aprilio, aprileo majo schlieszen läszt: immer schwacher form, aus LI entsprang LL in abrelle.

Bei den mhd. dichtern finde ich fünf monate ziemlich oft genannt, die sieben übrigen fast gar nicht. jene sind hornunc Walth. 28, 32. hornunges wetter. Hemlbr. 1200; merze Walth. 46, 30; aberelle MS. 1, 20a 2, 31b 94b 183a Lanz. 8787. abrille Parz. 96, 12; meige meie allenthalben (eine Cass. hs. von 1445 gibt dem juni merkwürdig: ander meige) ougeste MS. 2 176 vgl. ougestheiz Parz. 3, 9. ouwest Iw. 3058 (BDb ougest) owest Livl. chr. 9672.

Januar februar juni juli september october[21] november december sind aber in den gedichten unerhört, in prosa stehn folgende namen. für jan. in glossen, die beinahe mhd. sind (Graff 2, 795), jârmânet, in einer urk. von 1313 (schweiz. gesch. forsch. 1, 71) barmanoth, was vielleicht bêrmânot mensis apri? Hartm. von Fritzlar zweimal (bei Pfeiffer 1, 73. 91) volborne volborn oder volbor, nämlich hartmând 91, 1 musz ihm dec. sein, so dasz hârtmând volborne hornunc merze auf einander folgen; volrot in Mones anz. 6, 436 vollrat bei Oberlin 1686 ist jedoch december. eine hs. aus dem anfang des 15 jh. hat hardemaint für jan., spurkel für februar[22] eine oberhess. urk. von 1315 spurkel für febr. Retmânet für febr. oder merz (mythol. s. 267) klingt bedeutsam an den ags. Hredmônad. juni juli heiszen brâchholz (urk. von 1291. Schmid schw. wb. 89) brâchot (Zellweger no 76. 82, 107*. 1341. 1344. 1373) brachet (Anshelm 1, 166. 394) brochat (Justinger 58. 133) hoewat (Augsb. urk. a. 1330 MB. 33a, 545) 85 houwots (urk. von 1240. Böhmers reg. no 3801[23] howacz (altd. bl. 2, 197) hüwet (Anshelm 1, 78) heuet, heuget (Schm. 2, 133.); aber auch die zusammensetzungen brâchmât (Diut. 1, 399) hoimanod (urk. von 1404. 1405 bei Zellweger no 164. 165.) ougest august wird zwar von herbest sept. gesondert (Livl. chr. 9673), oft aber begreift derselbe name beide: in den tzweyen augsten (Muglen bei Kovachich s. 4), der ander ougst (Mones anz. 8, 496) sept., der erste herbstmonat (Zellweger no 191 a. 1407) sept.; unter erstem anderm drittem herbstmand ist sept. oct. nov. gemeint, was Karls herbistmânôth einholt. Fulmânt (Diut 1, 409. 432) folmant (n. lit. anz. 1807 s. 363) fülmont (Mones anz. 6, 436) bedeuten sept., sonst folmonat auch october. november heiszt wolfmon (Mone 8, 249), wintermont (im namenbüchlin a. 1435 und Mone 6, 436), louprîse[24], lawbreisz (cod. cass. von 1445.) december hertimânot (Graff 2, 797) hartmon (cod. cass. a. 1445) hartmonet (im namenb.), anderwärts vollrât, slachtmonet, wintermonet, Christmonet. übersicht:

1 barmânet. volborn. hartmâne
2 hornunc. spurkel.
3 merze. Retmânet
4 aberelle
5 meige
6 brâchot. brâchoz. brâchmânet. ander meige
7 houwot. houwots. höumânet
8 ougest. ouwest. aust
9 ander ougest. herbest. Fulmânt
10 ander herbest. wînmânt
11 dritte herbest. wolfmânet. êrste wintermânet. louprîse
12 ander wintermânet. volrât. hartmânet.

der alte hornunc, den schon Karl duldete, dauert fest, entschieden 86 eingedrungen sind merze aberelle meije. bemerkenswerth die analogie von brâchot und houwot[25]; unter den abweichenden namen fällt zumal volbor oder volborn auf: ist es ein ahd. folporo oder folporan legitime natus? oder der ahd. folprunno plenus fons, noch nhd. Vollborn, Fülleborn eigenname, gleichsam implens fontem? dabei musz aber auch volrât plena copia für dec. und selbst folmânet für sept. (vgl. mythol. s. 749) erwogen werden, der als erntemonat triftig ein monat der göttin Fulla, Folla Abundia (mythol. s. 265. 285) hiesze (vgl. den irischen mi lananas.)

Auch in nhd. schriftsprache haben die römischen namen durchgängig gesiegt, merz april mai aber starke form empfangen, nur wird von einigen noch aprill, wie es aus der schwachen entsprang, geschrieben. von altdeutschen namen höchstens hornung zulässig, der übrigen enträth man, wegen ihrer schwankenden bedeutung und unbequemen form. In Franken Horla Hörla Horlung für hornung, in Henneberg unterscheidet der grosze und kleine Horning [rockenphil. 3, 73] zwischen jan. 87 und febr. statt wonnemonat hört man in Schwaben mitunter lustmonat für mai. In der Schweiz, ziemlich auf mhd. weise 1 jänner 2 hornung, 3 merz, 4 april, 5 mai, 6 brachmonat, 7 heumonat, 8 augst, 9 herbstmonat, 10 weinmonat, 11 wintermonat, 12 Christmonat. Unter den ital. Deutschen nach Hormayr: 1 genner gienner (it. gennaro), 2 horning horlung, 3 mörz mörzen, 4 abrel, 5 maii, 6 broucket bracket, 7 höbiget, 8 erster aux, 9 anderst aux, 10 hörböist, 11 hälegmunät, 12 bintermunät; damit werden fast die Tiroler namen stimmen. man sieht Karls heilagmânoth hier dem nov. (ags. dem sept.) überwiesen, den wintermonat dem december.

Niederrheinische und niedersächsische abweichungen. in Niederhessen hörte ich noch 'Bruder Hartmann' für jan., hardemaynd hat eine urk. bei Seibertz von 1382, der name reicht von Hessen durch den Westerwald (Limb. chr. 85) an den Niederrhein bis Cöln (Firmenich 1, 453) und Bremen, wo er aber für febr. stehn soll (brem. wb. 2, 60.) die alte Cölner chronik hat bl. 42a hartmaent ind spurkel; im Cölnischen und an der Eifel findet sich sonst für jan. lasemand[26]. Den febr. nennt die Limb. chron. 123 sporkel, der Westerwälder spörkel oder spörkelsin (mythol. s. 749): 'hätt ich gewalt, wie mein bruder Hartmond, sagt der Spörkel, so sollte das kalb erfrieren in der kuh, die suppe vornen kochen, hinten frieren'. Philanders von Sittewald kehrausz macht aus dem westreichischen spirkler sogar april. in Osnabrück soll, nach Strodtmann 278, der febr. wannenmond heiszen, in Holstein hat er den namen vosmanet, und auch Chorion gibt dem febr. fuchsmonat. Am Niederrhein gilt evenmant (habermo88 nat) für sept. (Günther 3 no 453. 462), in der bonenarne (bohnenernte) bezeichnet Neocorus die herbstzeit. nirgend hat Neocorus şellmaand, silmaand, welche nach Ziegler (brem. wb. 4, 749 und Outzen s. 302) in Ditmarsen für sept. gelten sollen; wir werden sie hernach auf den nl. febr. angewandt finden, was richtiger scheint. den october, wofür zuweilen sadmoen, saatmonat vorkommt, bezeichnen musz rosenmonat in der Limb. chr. 120, wahrscheinlich misverstanden aus roselmonat, von rosel alts. rusel, rysel adeps. Der niederrheinische teutonista hat folgende namen: 1 hardmaynt, 2 sporkel, 3 merte, 4 april, 5 meye, 6 hoeymaynt, 7 bramaynt, 8 oist, 9 herfstmaynt, 10 ossenmaynt, 11 alreheiligen maynt, 12 wintermaynt, was zu den niederländischen namen überleitet. Aus dem tieferen Niedersachsen kann ich wenig anführen; in der glosse zu Ssp. 3, 82 stehn die bekannten Ausdrücke horning und brâcmâne[27]. Es wäre wichtig, was jeder hochdeutschen und niederdeutschen landschaft angehört genau zu ermitteln, und namentlich für die beiden ersten monate, welcher unter ihnen hartmânet, volborne, hornunc und sporkel zustanden.

Mnl. quellen geben ziemlich auskunft. januar heiszt laumaent Maerl. 1, 156, 2, 25, anderwärts geschrieben leumaent hor. belg. 7 18a lomant Diut. 2, 214. febr. bald sporkel oder sporcle (doch dies scheint flexion Maerl. 2, 25. Kauslers chron. 10054. in sporkelle im anhang zu de Klerk 1, 740 a. 1306) bald aber sille Maerl. 1, 156. selle (Kilian h. v.), beide mögen nach der gegend gelten und sporkel mehr niederländisch, sille mehr friesisch sein. merz: maerte, meerte. april: aprel Maerl. 2, 245. aprille de Klerk 1, 692. mai: meye Stoke 3, 172. mey Kausler 9302. junius steht bei Haupt 1, 105,89 das einheimische wedemaent bei Kausler 9111 und de Klerk 2, 476. 570 (a. 1356. 1340), wieden bedeutet noch heute jäten. julius Maerl. 3, 287. de Klerk 2, 486. 556 aber hoymaent Maerl. 1, 336. für august häufig ôstmaent, falsch geschrieben oestmaent Maerl. 2, 345 oustmaent de Klerk 2, 491. houstmaent 2, 502, auch blosz ogst Maerl. 2, 72. oechst de Klerk 1, 802. 804 oder maent van oeghst b. de Klerk 2, 497. 499. neben september evenmaent hor. belg. 7, 19. october Maerl. 2, 193 de Klerk 2, 518. november Kausler 9301. 10053 und wieder evenmant Diut. 2, 225. december de Klerk 2, 524, in Maerl. nat. bloeme aber slachtmaent. übersicht:

1 laumaent
2 sporkel. sille
3 maerte
4 aprel. aprille
5 meye
6 junius. wedemaent
7 julius. hoymaent
8 oghest. ôst. ôstmaent
9 september. evenmaent
10 october
11 november. evenmaent
12 december. slachtmaent

Nnl. bleiben gangbar: 1 louwmaand, 2 sprokkelmaand, 3 lentemaand, 4 grasmaand, 5 bloeimaand, 6 zomermaand, 7 hooimaand, 8 oogstmaand, 9 herfstmaand, 10 wijnmaand, 11 slagtmaand, 12 wintermaand. Landschaftlich aber in Holland und Belgien manche andere:

1 hardemaand hardmaand in belgischen strichen und solchen, die sich dem Niederrhein nähern, 2 sporkelmaand, schrikkelmaand, selmaand, sulmaand, blijdemaand, 3 dorremaand, 4 paaschmaand, 5 wonnemaand, 6 braakmaand, roozenmaand, 7 weidemaand, wedemaand, 8 bouwmaand, 9 evenmaand, gerst maand, pietmaand, speltmaand, 10 aarzelmaand, hersel90 maand, rozelmaand, 11 loefmaand, horemaand, hoermaand, smeermaand, 12 windelmaand, wolfsmaand, heiligmaand, korsmaand[28].

Leider gewähren die altfriesischen gesetze keinen als den wolklingenden maiamonath (Richth. 914), die heutigen friesischen theilt mir Halbertsma mit (sie stehn auch meistens in briefen des Japicx): 1 foärmoänne, 2 selle, 3 foärzienmoänne, 4 goersmoänne, 5 blommemoänne, 6 simmenmoänne, 7 haeimoänne, 8 rispmoänne (von rispen colligere), 9 hervstmoänne, 10 wynmoänne, 11 slachtmoänne, 12 wintermoänne.

Vor allem fällt das auf, dasz unter den niederländischen und friesischen namen, wie unter den hochdeutschen, der einzige februar einfach ist, folglich uralt scheint; doch an des hornungs stelle sind hier zwei andere, gleich schwierige benennungen getreten.

Sporkel mahnt an den indicuL superstit. des j. 743 'de spurca- libus in februario' (Pertz 3, 19), das ist ein altes Zeugnis für den namen und führt ihn deutlich auf ein Volksfest hin. spurcalia von spurcus abgeleitet kommt im guten latein nicht vor und die römische sitte hat keine so benannte feier[29], im mittellatein gilt es aber für heidnischen brauch: 'fanaticae lustrationis spurcalia thurificabat' sagt Aldhelm de virginit. c. 12, Karls capit. von 769 nennt 'spurcitias gentilitatis (Pertz 3, 33) andere setzen 'spurcamina'. dabei fällt mir sogar ahd. horo, ags. horu, horva sordes, coenum ein, aus welchen hornung und nicht aus horn entspringen könnte, wiewol hornung kaum für horawung, horving steht. seltsam bleibt immer die herkunft des 91 volksmäszigen monatsnamens aus dem kirchenlateinischen spurcalis, und sehr möglich, dasz eine deutsche wurzel spork unterliegt, und die geistlichkeit den namen geflissentlich in spurcalis entstellte. zu erwägen ags. spearca scintilla, engl. spark, sparkle, nnl. sprank sprankel und spark sparkel; ahd. sporah, spurcha juniperus, nd. sprokware (winddürres holz, RA. s. 507), nnl. sprok, sprokkel (windfall, leseholz), woher das geldrische sprokkelen holz lesen.

Selle, sille gleichen offenbar dem ags. solmonad, wenn man sie nur aus sylle entspringen läszt, für den ags. namen kommt nun zuoberst Bedas deutung 'mensis placentarum' in betracht; doch ich kenne sonst kein sol als benennung eines gebäckes. aber goth. saljan, ags. sellan syllan hiesz darbringen, opfern (mythol. s. 34) und sylmônađ könnte gelten wie blôtmônad. weniger behagt Lyes auslegung solis mensis. Da ags. sol auch volutabrum bedeutet, ahd. gisol und solaga (Graff 6, 186) altn. söla inquinare (vgl. ahd. salawên Graff 6, 183) geriethe man wieder auf spurcare und horo, die fast beseitigt schienen. die angeführten nnl. sulmaand selmaand wünsche ich erst völlig beglaubt, sie könnten dem ags. ausdruck nachgeahmt sein.

Auch laumaent louwmaand ist schwierig. wer mag ans engl. law (mit übergang von ê gesetz in ehe conjugium) und gar an den gr. γαμηλιών denken ? da weder mnl. lauw noch nnl. louw für ê vorkommen, höchstens loy dem franz. loi nachgebildet wurde (Kausler 2, 630) und nur gesetz, nicht ehe ausdrückt. louwen soll sodann gerben, leder bereiten, nnl. looijen bedeutet haben, was gewaltsam auf die vom schlachtmonat (dec.) her übrigen rinderhäute bezogen wird. Kilian hat louwen verberare, und Fergût 8595 steht gelout (geschlagen, Wolframs gâlûnet): betrout. wider unser lau tepidus, ahd. lao, altnl. hlŷr sträubt sich die strenge winterzeit.

Die meisten übrigen niederländischen namen sind verständlich und schon anderwärts erklärt. rozelmaand ist fetter monat, von rozel adeps, alts. rusel, gerade wie auch nov. smeermaand heiszt; wenn das dunkle pietmaent für sept. aus ags. pida medulla, engl. pith (vgl. ir. paiteog 92 butter) zu deuten wäre, so liefe das auf dieselbe vorstellung hinaus; oder ist piet aus dem franz. épeautre entsprungen? dann wäre es gleichviel mit speltmaent. aarzelmaand deutet man aus aarzelen (reculer), vom zurückgehn, neigen der zeit. loefmaand verstehe ich nicht. Wären nordfriesische namen vorhanden oder gesammelt, sie könnten den übergang zu den nordischen bilden.

In Dänemark sind neben den römischen noch heimische üblich: 1 glugmaaned, 2 blidemaaned und früher göie, 3 tormaaned, 4 faaremaaned, 5 mejmaaned, 6 sommermaaned, auch skärsommar, 7 ormemaaned, 8 hömaaned, höstmaaned, 9 fiskemaaned, 10 sädemaaned, früher auch ridmaaned, 11 vintermaaned, 12 juelmaaned.

Schwedische: 1 Thore, Thorsmánad, 2 Göja, göjemånad, 3 blida, blidemånad, thurrmånad, 4 vårant, 5 mai, 6 midsommer, 7 höant, hömånad, 8 skortant, skördemánad, 9 höstmánad, 10 blotmånad, slagtmånad, 11 vintermånad, 12 julmånad. das -ant in vårant höant skortant entspricht dem altn. önn (opus, negotium) pl. annir, sie drücken also aus vernum negotium, foeni, messis negotium; die schwed. bibel setzt skördeand für erntezeit, richtiger wäre zu schreiben vårand, höand, skördand: das geschäft wird zur zeitbestimmung angewendet. Man darf noch andere volksmäszige namen vermuten, in Angermanland, heiszt die caltha palustris trimjölksgräs (Dybeks runa 1845 s. 67), was bedeutsam an den ags. Thrimilci erinnert, und in Jemtland, Angermanland, Dalsland ist noch heute trimjölkning zur sommerzeit im gebrauch, der Jemtländer sagt dann: 'boskapen mjölkas i try'.

Das altn, jahr oder der winter begann mit unserm 23. nov., das frühjahr am 22. febr., der sommer am 25. mai, der herbst am 21. august, gleich den griechischen monaten, so dasz frühjahrsanfang jenem beginn des römischen jahrs mit merz nahe begegnete. hiernach lassen sich die in skâldskaparmâl Sn. 188 verzeichneten altnordischen monate den unsern vergleichen; 1 þorri, 2 gôi, 3 einmânuđr ok sâđ93 tid, 4 eggtid ok stecktid, 5 solmânudr, 6 selmânudr, 7 heyannir, 8 kornskurðarmânuðr, 9 haustmânudr, 10 gormânuðr, 11 frermânuðr, 12 hrûtmânuðr. In Island gelten aber auch andere, zum theil offenbar neuere namen; 1 þorri, 2 gôe, 3 einmânadr, Odinsmânadr, 4 harpa, gaukmânadr, 5 eggtîd, 6 solmânadr, selmânaðr, 7 heyannir (jenes schwed. höand), 8 tvîmânadr, 9 haustmânadr, 10 ŷlir, 11 frermânaðr, 12 mörsugr.

An diesen nordischen namen scheint vieles merkwürdig. vorerst hebe ich wieder hervor, dasz für den febr., wie bei uns hornung, sporkel und sille, so auch hier das einfache gôi, göja, göie eintritt und aufrecht bleibt, eine sage (Sn. 358) scheint den ursprung von gôi und þorri zu deuten: Thorri war König in Gottland und Finnland, von dem groszen opfer, das er zu mittwinter ordnete, hiesz der monat þorramânadr; als Gôi seine tochter aus dem lande gieng, liesz der könig einen monat später opfern und so begann gôi. Landnâmabôk 4, 7 meldet, dasz Hrôlfr Gô heiratete, nach welcher gôimânadr genannt ist. vielleicht darf auch von ihrem bruder Gor gormânaðr gedeutet werden, wo nicht umgekehrt alle diese personificationen aus alten monatsnamen entspringen. für gôi werden wir hernach lapp. guova finden, und gôi weist allerdings auf ein volleres gôvi, dessen deutung ich nicht wage[30].

Noch gröszeres gewicht hat, dasz die altn. sprache überhaupt auf das fest der wintersonnenwende den Namen jol anwendet, welches man für den nom. pl. neutr. hält, obwol die zusammensetzungen joladagr jolatið auch von einem schwachen joli herrühren können, das dem ags. geola genau entspräche, und den monat ausdrückte, wofür Schweden und Dänen julmánad julmaaned zusammensetzen. welcher einklang zwischen joli, ags. geola, goth. jiuleis, der sich auf das finn. joulou kuu, lapp. joula maro weiter ausstreckt. Wahrscheinlich hatte 94 der alte Norden noch andere namen, die sich den ags. näher anschlossen, z. b. einen prîmilki, wie ich aus der schwed. blume folgre.

Selmânudr, weidemonat (von sel pascuum aestivum) schickt sich für juni weit besser als ags. solmônad, mnl. selle, wenn sie dasselbe wort sind, für febr. oder ditmarsisches selmand für sept. zu mhd. houwot, ougest, herbest stimmen heyönn, kornskurd und haust. mânuar october legt Biörn aus tempus mactationis, was dem schwed. slagtmånad oct. gliche. soll in einmânudr das ein den ersten monat ausdrücken? was harpa (harfe) mit dem april zu thun hat weisz ich nicht, kukuksmonat ist klar, wie eggtid, zeit des eierlegens, tvímânadr mensis duplex, binus musz aus wiederholung des namens oder einem schaltmonat erklärlich sein. ŷlir soll nach Biörn querulus bedeuten und nov., nicht oct., von ŷla ululare, was auf den brüllenden hirsch oder heulenden wolf gehn könnte. frermânadr ist eismonat, hrûtmânudr scheint mensis arietis.

Von den schwed. namen ist vårant aus vår lenz, höant aus hö heu, skortant aus skort messis gebildet, blida für merz, dän. blidemaaned für febr. stimmen zum angeblichen nnl. blijdemaand, falls dies nicht übersetzung der nord. form ist; das ags. lida mit der gleichen bedeutung laetus, mitis eignet sich aber besser für sommermonate. Warum heiszt der dän. jan. glugmaaned fenstermonat? von glug, altn. gluggi; eigen ist schafmonat für april, wurm oder madenmonat für juli, wozu sich gleich eine analogie bieten soll.

Unter den Slaven haben sich die heutigen Russen und Serben dem röm. calender bequemt[31], Polen, Böhmen, Slovenen und Sorben noch die einheimische benennung festgehalten[32]. ihr jahr begannen die alten Slaven mit september, genau wie Snorri vom haustmânuðr 95 an zählt[33]. ich stelle jedoch nach unsrer gewöhnlichen ordnung auf die slovenischen nach Murko. Jarnik nennt 5 travenveliki, 7 ferpan mali, 8 ferpan veliki, 9 riujen. den Kroaten heiszt 6 klasen.

altsl. sloven Poln. böhm
1 prosinetz sloven. prosinz. simiz. pervnik styczen leden
2 sjetschen fvizhan. drujnik luty vnor, aunor
3 suehyi fufhiz. bresen marzec březen
4 berezozol malitraven. fhtertnik kwiecień duben
5 traven velikitraven may may, mag
6 izok maliferpan czerwiec čerwen
7 tscherven r'shenzvet. roshen zvet lipiec cerwenee
8 zarjev, zarev veliki ferpan sierpień srpen
9 riujen, rujan kimaviz. kimovz wrzesień zafj
10 listopad kosaperfk pazdziernik řjgen
11 gruden listovgnoj listopad listopad
12 studenij gruden grudzień prosinec. wlĕenec,

doch manche andere zeigt die ältere sprache. so hat die altböhm. mater verbor. 13a für mai noch das merkwürdige Siban, das sich auf 96 die göttin Siva (sonst Ziva, vgl. lett. seewa femina) beziehen könnte[34], und auszerdem yzok, welches altsl. dem juni gehört und cicada bedeutet. anderwärts hiesz den Böhmen derselbe mai auch trnopuk (dornknospe), kwěten (der blühende), trawen (der grasige). das verzeichnis bei Hanka 55b stimmt, auszer dasz julius (und sonst august) wrzyesen (wřesen) heiszt, wie den Polen der september wrzesień, der name rührt her von wřes erica [poln. wrzos] und blütezeit der heide? oder von wrzasnąć, böhm. wřeskati schreien, wie zařj von zařjti? październik ist von der flachsbereitung. styczeń jan. halte ich für gleichviel mit dem sl. studeny der kalte, für dec. und studnia kühler brunnen, böhm. studnice, serb. studenatz verführt mich das mhd. volborn hinzu zuhalten. den februar nennen die polen auch wachlerz (den windigen.) In polnisch Schlesien 1 wanočnjk weihnachten, hroměčnjk lichtmesse, 4 ludikwiat, 7 lipeň, 9 koseň, 10 seweň, 11 odřilas (was sonst listopad.)

Die monatsnamen der sorbischen und lüneburgischen Wenden verrathen deutschen einflusz:

sorb. lüneb.
1 wulki rožh nivaglutüf
2 maly rožh rüsatz
3 mierc stirman
4 hapyrleja cheudemon
5 meja leistenmon
6 smažnik pancjustemon
7 pražnik seninic
8 žńeńc. zenc haymon
9 pregnia seymemon
10 weiniamon
11 seymemon
12 trebemon

wulki und mały rožh sind groszer und kleiner horn und rüsatz ist hornung cornutus; smažnik brachmonat, seninic heumonat, niva glutüf neujahr (novaljuto), pregnia seymemon erster wintermonat, pancjustemon pfingstmonat, trebemon weihnachten (von treba, böhm. třeba sacrificium), leistenmon blättermonat (poln. lipiec). cheudemon soll böser monat (quade monat) sein, sürman ist mir dunkel, haperleya scheint nichts als entstellung aus april, aberelle. der wollautende mai hat bei Böhmen, Polen, Sorben wie bei Deutschen über die heimischen namen den sieg davon getragen.

Ueberhaupt aber zeichnen sich die altslavischen namen vor den meisten deutschen vortheilhaft aus durch ihre einfache bildung, die sich mit keinem mesac, miesiąc, mesjc schleppt, dann durch das naturgefühl, welches sie athmen. die meisten sind aus dem pflanzenreich und mit -en abgeleitet: březen wo die birke, duben wo die eiche sich laubt, traven wo das gras grünt, wřesen wo heidekraut blüht, kwěten wo alles blüht oder grünt, lipiec wo die linde duftet, listopad wo das laub fällt, was dem schweiz. louprîsi begegnet. srpen, serpan ist der monat wo die sichel (srp) schneidet, erntezeit. mai oder juni heiszen izok, nach der heuschrecke, juni oder juli czerwiec, čerwenec[35], tscherven wurmmonat, merkwürdig stimmend zu dem dän. ormemaaned, madkemaaned, weil um diese zeit der brachkäfer oder dessen made auf den äckern sichtbar wird? zařj, zarjev brunstmonat, vom schreien brünstiger hirsche, gleichviel mit riujen, řjgen, von rjevati rugire, ahd. rêran, ags. rârjan. die bedeutung schwankt aber zwischen aug. sept. oct., unsere jäger setzen die brunst in den sept., wo man die hirsche stundenweit durch den Wald brüllen hört; mich gemahnt riujen wieder ans ags. rugern august, dessen deutung aus rug roggen vielleicht noch zweifel leidet. Nicht auf pflanzen und thiere, blosz auf den eindruck der winternatur berechnet sind studenij der kalte, poln. styczen, zwischen dec. und jan. schwebend, leden der eisige januar, gruden, grudzień von gruda scholle, wo die erde vom frost hart zu schollen wird[36], bald nov. bald dec., dieser 98 monat mag zum einschalten gedient haben, da das entsprechende böhm. hruden diesen sinn mit sich führt. böhm. wlčenek bedeutet wolfsmonat, was auch ein deutscher name für dec., sjetschen haumonat, von sjekati hauen, weil man im febr. holz fällt? suchyi, der trockne monat, wie der dän. schwed. merz tormaaned, thurrmånad heiszen, altn. aber Þorri jan., was Biörn stärke des winters deutet. eigen ist das poln. luty febr., er soll auch altruss. ljotyi mjesjatz, der herbe, grausame monat geheiszen haben, gleichsam der wüterich; klärt er uns über hornung und sporkel auf? prosinetz endlich bedeutet bittmonat, von prositi precari, ich weisz nicht, ob die Slaven um neujahr besonders gebete hielten; die bettage oder rogationen fanden im mittelalter erst den fünften sonntag nach ostern statt.

Jene naturanschauungen scheinen nicht nothwendig mit heidnischen festen zusammenzuhängen, und auf götter erhellt kein bezug, es sei denn in dem noch ungewissen Siban.

Unter allen sl. monatsnamen wird uns keiner wichtiger als gruden, grudzień, weil er aufschlusz gewährt über den deutschen bisher unverstandnen, zwischen dec. und jan. schwankenden hartmânot. dieser ausdruck ist nicht aus dem adj. hart herzuleiten, vielmehr aus einem subst. der hart, welches noch in Baiern den gefrornen schnee, die schneekruste (Schm. 2, 241) bezeichnet und völlig dem sl. grouda, gruda[37] gleichkommt, mit versetzung des R, wie sie in brada bart, brod furt (s. 11) stattfindet. wir werden demselben namen alsogleich im litth. grodínnis wieder begegnen.

Die litthauischen namen gleichen oft den slavischen.

Die litthauischen namen gleichen oft den slavischen. Lettische namen:
1 pusis, pustis, pusczius (? puczius bläser). wasáris seemas mehnesis wintermonat
2 kowinnis dohlenmonat puttenu m. schnee m. gawenu m. fasten m.
3 karwelinnis taubenmonat. balandis balloschu m. tauben m. sehrśnu schneeharst m.
4 birželis birkenmonat. sultekis birkenwasserflieszen sullu mehnesis birkensaftsmonat
5 geguźinnis kukuksmonat lappu mehnesis laubmonat
6 pudimo menu brachmonat. sějinnis sämonat papuës m. brachm. seedu m. blüte m.
7 lěpinnis lindenmonat śeenu, leepu m. heu, lindenmonat
8 dégěsis heiszer monat. rugpjutis roggenschnitt rudsu m. roggen m. śuńńu hunds (tage) m.
9 ruddugis, rudeninnis herbstmonat sillu mehnesis heideblütmonat
10 lapkristis laubfall ruddens m. herbstm. im heidenthum: semlikka m.
11 grodinnis schollenmonat salla mehnesis frostmonat
12 sausis trockner (frost) motan wilku m. wolfsmonat. śwehtku m. weihnachten

Bedeutender ist der finnischen, estnischen und lappischen monate namen abweichung, die fast alle auf deutsche weise mit kuu oder manod monat zusammengefügt waren.

finn. est.
1 tammikuu eichenmonat neäri ku neujahrsmonat
2 helmikuu perlenmonat. kaimala begleiter? dämmerer? hunti ku wolfsm. küünla ku dämmerlichtsm.
3 maaliskuu, birkensaftmonat auge ku hechtsmonat. paasto ku fasten
4 huhtikuu waldschwendemonat mahla ku birksaftm. jürri ku Georgsmonat
5 toukokuu saatmonat leht ku laubmonat
6 kesäkuu sommermonat jani ku Johannismonat
7 heinäkuu heumonat heina ku heumonat
8 elokuu erntemonat mädda ku hundstage. poimo ku erntemonat
9 syyskuu herbstmonat süggise ku herbstm. mihkli ku Michaelis
10 lokakuu kothmonat roja ku kothmonat. rühhe ku tennemonat
11 marraskuu gebrechlicher monat talwe ku wintermonat. marti ku Martini
12 joulukuu weihnachtsmonat. joulo ku, talwiste ku weihnachten.

das finnische tammikuu gleicht dem sl. duben april, scheint aber ungehörig für jan.; wenigstens kenne ich keinen bezug der eiche auf diesen monat, strenge winterkälte heiszt tammipakkainen, hart und fest gleich dem eichholz? maaliskuu das Renvall 1, 307 nicht versteht, deute ich nach dem est. april, zumal auch den Slaven birkenmonat bald merz, bald april ist. wichtig scheint kaimala von kaimo lux levissima, zeit der merklichen lichtzunahme oder von kaimaan comitor? doch küünlaku führt auf künal licht und das schwed. kyndelmessa, engl. candlemas.

Den norwegischen läppen heiszen

finn.
1 odda beivemanod neujahrstagmonat
2 guovamanod, das altn. goi
3 niuvzhiamanod, schwanmonat
4 vuoratzhmanod, krähenmonat
5 zaangos
6 miesseraanod, rennthierkalbsmonat
7 snjilzhiamanod, rennthiershaarfall
8 gassaborge, dichthaarfall
9 vuodkedmanod
10 ragad brunstmonat
11 golgo, rennthierermattung
12 passatas, heiligermonat.

Von den schwedischen Lappen treibe ich nur folgende auf: 2 kuova, 4 wuoratjis mano, 5 qweddet mano (eilegenszeit?), 9 rakad, 11 hålko, 101 12 passatesmano oder joulomano. Bei diesen lappischen namen verschwinden die von bäumen und pflanzen entnommnen, ihre arme natur gibt sie nicht mehr ein; einige rühren von vögeln her, die meisten vom rennthier, dessen kalben, mause, brunst und ermatten in betracht steht. ragad oder rakad, zwischen sept. und oct. schwankend, begegnen dem sl. zarjev und rujan. guova, kuova, joulo stammen sichtbar aus nord. göja göie, jul.

Die irischen und galischen monate könnte ich nur weniger vollständig geben, hätte mir nicht meine samlungen Leo aus Marcels alphabet irlandais ergänzt. vielen wird mhi, mhios (mensis) vornen oder hinten angehängt.

hirisch gal.
1 gionbhar. ceadmhi ceudmhios
2 feabhra. faoillidh faoilteach
3 inart, marta mairt
4 abran, abraon. diblin aibreann
5 eeideam. Bealtuinne Bealtuin
6 ceadshamh. mijabhuinn ogmhios
7 juL miosbuidhe, bnidhenüos jul
8 lughnas, lunasd. milananas mor, raorach. tiathail. rioghail
9 seichtini. mi fionnfoloi mios meadhouach
10 oichtmi. osmhadhmi. shearri ochdmios
11 naoimhi. midhu. garah. naoimhios
12 michrundu dubhlachd.

In den vier ersten ist die entstellung aus dem latein ersichtlich, so wie seichtmi oichtmi naoimhi sept. oct. nov. übersetzen, desto merkwürdiger sind manche der einheimischen namen. ceadmhi ceidmhi ceudmhios bedeutet primus mensis, nach dem jetzigen calender, aber auch ceideamh oder ceideamhain für mai sagt beginn aus, weil die Kelten ihr jahr mit der nacht des Baalfeuers (oidhche Baaltinne) begannen; dies heilige feuer wird in der ersten mainacht entzündet, im heidenthum soll es zur frühlingsnachtgleiche geschehn sein, nach dem groszen fest heiszt der ganze mai Baltuinne, Bealtuinne, Beilteine, Beiltinne. faoillidh oder faoilteach drückt aus die frohe zeit, und begegnet dem dän. blidemaaned für denselben februar, dem schwed. blida für merz; meint der name die lust festlicher tänze? wie auch die Christen ihre fastnachtfreude in diesen monat legen, und heiszt der finnische helmikuu vom perlenschmuck festlicher frauen? diblín bezeichnet die zeit des grünen krauts oder futters und fügt sich allenfalls zum slavischen traven. ceadshamh ist erste sonne, erster sommermonat, migabhuin kälbermonat. ogmhios wofür auch ir. oigmi vorkommt, bedeutet entweder junger monat oder jünglings, jungfrauenmonat was dunkel bleibt; kaum geht es auf Johannes den täufer; gleiche dunkelheit schwebt über mimheasmach, noch einem ir. namen für juni. miosbuidhe, buidhmis, buidhmi ist gelber monat, weil im juli die ähren gelbe farbe annehmen, man findet auch mi bodhuidh und miguaire, miguartag, beide mir unverständlich. lughnas soll sich auf ein altes mondfest beziehen und wird etwas gezwungen für zusammengezogen aus luanfheisd genommen; vielleicht ist es dialectische entstellung aus lananas in milananas, monat der fülle? fülle (von lan, welsch llawn plenus, sp. lleno) ist treffende bezeichnung der ernte und kann sogar unsern folmonat, fulmonat september als herbst oder erntemonat rechtfertigen helfen. Das galische rioghail darf an den ags. rugern gemahnen, mor, morach halte ich zum ir. mi madramhal, monat des hunds, der hundstage. fionnfoloi drückt weisze leere aus, die zeit wo die äcker mit stoppeln bedeckt sind. os mhad über feld, osmhadmi der monat, den man auf dem leeren feld zubringen darf? shearri sägemonat. midhu schwarzer monat, weil nach gestürzter stoppel der acker schwarzes ansehn hat? gegensatz zu dem gelben monat; michrundu für dec. mag ähnliches ausdrücken, wie auch der bretagnische name bestätigt und Marcel erklärt: mois sacré le plus noir; das gal. dubhlachd ist deutlich mit dubh schwarz verwandt, obgleich es näher den begrif der kälte und dunkelheit enthält[38]. Auszer den angeführten namen sind noch einige allgemeine und abstracte bezeichnungen hergebracht, für april mis meadhon earraich monat mitten im frühjahr, für juni mi meadhon samhradh monat mitten im sommer, für september mi meadhon fomharadh monat mitten im herbst, für dec. mi meadhon an geimhradh, monat mitten im winter; auch mi deireannach fomharadh letzter herbstmonat für october, ceidmhi do geimhradh erster wintermonat für november, woraus sich reihen mehrerer monate ergeben.

Den welschen zur seite stelle ich die cornischen und bretagnischen (armorischen).

welsch com. bret.
1 jonawr genver guenveur
2 chwefror, chwefrol huevral e'huevrer
3 mawrth merh meurs
4 ebrill ebrall ebrel, irnbrel
5 mai mizme mao
6 mehefin epham mezevenn
7 gorphenhaf gorephan gouezre, mezvennicq
8 aust east eaust
9 medi, mismedi guerda gala guengolo
10 hydref hedra hezre, here
11 tachwedd tachwedd du
12 rhagfyr kevardia qerdu, qerzu.

auch hier ist einigemal mez, mis (mensis) vorgeschoben, in mizme, mezeven, mismedi, wo das eigentliche wort me, evenn, medi (ernte) lautet, und so heiszt es anderwärts mismerh, misebrall u. s. w. alle fünf ersten monate sind wieder die römischen und bestärken das über die ersten irischen gefällte urtheil. efin ephan evenn bedeutet sommer, gorephan haupt (stärke) des sommers, wie altn. porri stärke des winters. guerda gala, guen golo drücken aus weiszes stroh, was das ir. fionnfoloi. hydref hedra soll den wässerigen monat anzeigen. dui, du schwarz für november begegnen dem ir. midu, und kevardin, qerdu dem ir. chrundu und gal. dubhlachd. tachwedd tending to a conclusion, rhagfyr kürzung. Nur der einzige mi gabhuin ist von einem thier hergenommen, und die überwiegende mehrzahl auf erscheinungen des ackerbaus gerichtet.

Unter den baskischen namen, deren mittheilung und deutung ich herrn C. A. F. Mahn danke, wird meistentheils ila oder illa (mensis) angehängt.

1 urtarrilla neujahrsmonat. beltzilla, ilbalza schwarzer monat
2 otsailla wolfsmonat. ceceilla stiermonat
3 epailla lauer monat, von epela lau
4 jorrailla jätemonat. opea, opailla fastbrotmonat
5 ostarua, orrilla blattmonat von ostoa ostroa, orria blatt
6 erearoa säezeit. baguilla bohnenm. garagarilla gerstenmonat
7 urtailla erntemonat. garilla waizenmonat
8 agorilla trockenmonat
9 irailla farrenkrautmonat. buruilla ährenmonat
10 urria. urrilla, bildilla sammelmonat
11 acilla, azaroa saatmonat. cemendia lichterwald
12 lotacilla, wachsthumbindend?

daneben gelten auch nach den römischen 3 marchoa, 4 apirilla, 8 abostua, abuztua, 12 abendua, abenduba. bemerkenswerth stimmen ostarua, ostroa zum sl. traven und lett. lappu mehnesis, jorrailla zum ags. veodmônad, mnl. wedemaent, agorilla zum ir. lughnas, cemendia, cemendila zum deutschen louprîsi, sl. listopad, litth. lapkristis, irailla (von iratzea filix) etwa zum poln. wrzesień, vorzüglich aber beltzilla, ilbalza zum kelt. du, midhu und dubhlachd, mit dem gewöhnlichen schwanken zwischen nov. dec. und jan., die schwarze trübe winterzeit steht auch ohne bezug auf das ackerfeld dem hellen sommer entgegen. bei ostarua mai wäre sehr erlaubt an den deutschen namen des aprils ôstarmânot, eosturmônad zu denken und unsre Ostara Eostur für eine laubgöttin zu halten.

Ich schliesze diese langen reihen mit den albanesischen monatsnamen nach Xylander, bei welchem blosz der januar fehlt. 2 σκούρτι, 3 μάρς, 4 πρίλ, 5 μάϊ, 6 κόριχ, 7 λώνας, 8 γόστι, 9 γοστοβιέστε, 10 χιμίτρι, 11 χιμίλι, 12 χάνδρε. für 3 4 5 8 die römischen namen, mit aphaeresis des a in πρίλ und γόστι, der anhang βιέστε 105 in yooroẞtéore scheint einen andern oder kleinen august zu bezeichnen. σκούρτι, κόριχ, λώνας sind eigen und mir unverständlich. die drei letzten monate des jahrs heiszen nach heiligenfesten, monat des Demetrius, Michael, Andreas. So werden sämtliche ungrische monate nach kirchenfesten genannt, weshalb sie uns nicht anziehen: 1 bóldog aszszony' hava (seliger frauenmonat), 2 böjt-elö-hava (erste faste), 3 böjtmás-hava (andre faste), 4 szent György hava, 5 pünküsthava, 6 szent Iván hava, 7 szent Jakab hava, 8 kisaszszony' hava (kleiner frauenmonat), 9 szent Mihály hava, 10 mindszent hava (allerheiligenmonat), 11 szent András hava, 12 karátson hava (weihnachtsmonat.) für hava (monat) auch die kürzung ho.

Es ist eine menge von analogien sowol in der wortgestalt als in dem begrif der monatsnamen unter allen europäischen völkern nicht zu verkennen; aber sie tauchen hier und da, in einzelnen oder schnell wieder gebrochnen reihen auf, und sind von dem massenhaften vordringen der römischen monate zu unterscheiden. wo sie, dem raum und der zeit nach fern von einander erscheinen, ist ihre bedeutsamkeit desto anziehender.

Unentlehnt stehn darum ein baskischer beltzilla und bretagnischer du, ein baskischer cemendila, schweizerischer loubrisi, slavischer listopad, ein dänischer ormemaaned und slavischer čerwen, und wir dürfen die slavischen monate der hirschbrunst dem gr. ἐλαφηβολιών zur seite stellen, die zeit, wo das brüllende thier seine stimme erschallen läszt, dem jährlichen fest, an welchem der Artemis die hindin geopfert wurde; ein andrer λaptos fiel den Griechen in die frühlingsnachtgleiche. noch scheint der gr. oоoтоóлtos supplicatorius (Hermann a. a. o. 75) zu zweifelhaft, um ihn dem sl. bittmonat prosinetz zu vergleichen, aber die ähnlichkeit steigt, wo sie buchstäblich wird, wie zwischen dem macedonischen γορπιαίος von γορπή = ὁρπή ἅρπη, lett. zirpe sichel und dem slavischen serpan, srpen.

Entspricht der litthauische grodinnis, polnische grudzień, slovenische gruden augenscheinlich unserm hartmonat, so musz die lautverschiebung der worte schon in frühe heidnische zeit gesetzt werden, 106 wo ein theil der Deutschen mit Slaven und Litthauern in sprache und sitte manches gemein hatte. ein solcher hartmânôt könnte noch Karl dem groszen zu ohren gekommen sein, der ihn durch wintarmânôt verdrängen wollte, aber nicht im andenken der völker tilgen konnte.

Warum sollten nicht andere noch gröszere einstimmungen statthaft sein. wir sahen den goth. jiuleis, ags. giuli geola der wintersonnenwende zustehn und vom nordischen jul aus in den finnischen lappischen joulu vordringen; sollte er nicht auch der sommersonnenwende gerecht, d. h. nichts mehr und nichts weniger sein als der römische julius? diesen kühnen schritt habe ich schon oben durch den einwand wider die gewöhnliche herleitung vorbereitet, dasz das auftreten eines kaisers und selbst eines vergötterten neben unsterblichen göttern, deren namen die vorausgehenden monate erfüllen[39], höchst unwahrscheinlich bleibt. Aber es kommen noch andere gründe hinzu. unter den cyprischen monaten steht ein lovos, der ausdrücklich die zeit vom 22. dec. bis 23 jan. umfaszt (Hermann s. 64), mithin genau zu dem ags. geola und zu der sonnenwende auf jultag stimmt, ich lasse dahingestellt, welche jahrszeit dem lovλinos in Aphrodisias oder dem kleinasiatischen lovλatog beizulegen sei. was viel wichtiger scheint, auch der delphische haios oder silatos, den man schwerlich mit Böckh C. I. 1, 814b von festlichen has oder elhaus leiten darf, fällt mit der zeit des attischen Ezavouẞɛuov, d. h. dem römischen julius zusammen und bestätigt das übergleiten der namen von einer sonnenwende zur andern. schwanken aber gr. monatsnamen zwischen ὶλαῑος ιουλαῖος ιουλίηος, Ιούλιος, so mag auch ein altrömischer julius ge107 golten haben, dessen berührung mit dem julischen geschlecht statt fand oder nicht. Höchst gezwungen wäre es, unsre gothischen sächsischen nordischen namen, die noch heidnischen beischmack haben, aus dem uns Deutschen durch die kirche zugebrachten römischen calender herzuleiten, und für die winterzeit müste man sogar auf ferne wenig bekannte griechische menologien zurückgehn.

Was nun bedeuten diese namen jiuleis geola juli julius lovos lovkatos ikatos, deren übereinkunft nach dem grundsatz der unwandelbarkeit des J und L in allen urverwandten sprachen nicht verwundern kann? ich glaube nichts anders als sonnenmonat, nach dem sonnenrad selbst, dessen zeichen ⊙ sigil sagil sauil sol und hos, zugleich aber hveol, hvel, hiul ausdrückt (mythol. s. 664), dem die ags. formen geohol, geol, geola unmittelbar nahe treten. auf ähnliche weise verhalten sich ἰουλαῖος[40] und ἱλαῖος und es verdient bemerkt zu werden, dasz der baskische ausdruck ilá oder illá mensis zu hos gehören mag, wie gr. unv zu unvy, ags. mônad zu môna oder finn. kuu beides luna und mensis bezeichnet. Für alles dies soll noch eine neue bestätigung gewähren, dasz unter den zendischen monaten der siebente wiederum mithra d. i. sonne heiszt, und im altpersischen jahr unserm december, im neupersischen unserm september zu entsprechen scheint[41].

War aber der lateinische julius nicht nach Julius Caesar genannt, so kann es augustus ebensowenig sein nach Augustus, und die gleichheit der ausdrücke augustus und auctumnus scheint durch die einstimmigen deutschen und nordischen namen des achten monats ougest oust, ôghest ôst, haust höst, so wie das welsche oder bretagnische aust eaust bestärkt, obschon diese unsern ältesten denkmälern abgehn und darum an sich römischer abkunft sein dürften.

108 Niemand wird glaublich finden, dasz der name des siebenten lateinischen monats für unsern nov. oder dec. geborgt worden sei, vielmehr musz ihre identität auf einer urgemeinschaft beruhen, die auch im cyprischen louhos vorbricht; erst späterhin konnten junius und julius neben einander wirklich entlehnt werden, um unsern brâchot und houwot zu vertreten.

Wie also hartmonat und gruden auf unvordenkliche berührung zwischen Deutschen und Slaven, so müssen für eine noch ältere zwischen Deutschen Römern und Griechen jiuleis julius Ιούλιος ιουλαῖος als unanfechtbare zeugen gelten.

Einzelne monatsnamen, vorzüglich die für den februar angeführten (hornunc, sporkel, sille, gôi, sjetschen, luty, kaimala), auszerdem einige für den januar (bârmânet, volborn, lasemand, laumaent, glugmaaned, prosinetz) bleiben noch in dunkel gehüllt; aus ihrer gelingenden deutung würde sich mancher aufschlusz ergeben. auch der gr. daiolos, den man epularis auslegt, gehört dem febr. an.

Den character von volksfesten scheinen auszer den griechischen monaten zunächst die keltischen baskischen und deutschen kundzugeben, minder die slavischen, litthauischen und finnischen. Auf den ags. geola fiel die feier der wintersonnenwende und der vorhergehende blôtmônad zeigt schon im namen ein grosses opferfest an, das auch die spätere benennung schlachtmonat deutlich zu erkennen gibt; man darf den gr. βουφονιών und ἑκατομβαιών hinzuhalten. bei dem ags. solmônad ist Bedas älteste deutung zu wahren, die kuchen waren sicher opferfladen und gemahnen an die ahd. ôsterstuopha (RA. s. 298); der haber, gersten und bohnenmonat an den gr. vavεчión und an die vavεia, wo ein gericht von bohnen und graupen gekocht ward; sogar sept. oder oct. stimmen, während der bask. baguilla und garagarilla in den juni zurück treten. das christliche auf dreikönigstag gelegte bohnenfest und die im kuchen verbackne bohne fordert rücksicht, denn beim keltischen Bealtuin erscheint dasselbe backen und austheilen des opferkuchens (mythol. s. 579); unsere osterfeste, mai und sonnenwendfeuer werden ähnlicher bräuche nicht ermangelt haben. 109 hängt mit bealtuin unser folmonat zusammen, so wechseln wieder frühlings und herbstfeste; dem altn. þorri und gôi werden nach ausdrücklicher sage heidnische opfer untergelegt.

Eástormônad Ostarmânot Hredmônad und Redmânet, Bealtuin und vielleicht Folmânet leiten auf göttliche wesen selbst, wie die gr. IIoσειδεών Αρτεμισιών und vielleicht alle sechs ersten monate des romischen calenders, bei den Slaven der einzige zweifelhafte Siban; doch mögen die heiligen der ungrischen und einzelner lettischen monate verglichen werden, deren feste an die stelle heidnischer götterfeste getreten sind. ich weisz nicht ob die isländische annahme eines Odinsmånadr alte beglaubigung hat.

Es wird zulässig sein zwischen monatsfesten und naturanschauung, wie sie vielen monatsnamen zum grunde zu liegen scheint, einen wirklichen zusammenhang anzunehmen, da jene feste unstreitig selbst auf naturerscheinungen der einzelnen jahrszeiten bezug hatten, wenn auch göttercultus vortritt, der seinerseits mit dem naturleben innig verknüpft ist. Die slavischen monate sind entweder ein niederschlag altheidnischer feste oder noch die einfache grundlage, auf welcher bei andern völkern, voraus den Griechen, heitere volksfeste sich gestalteten.

Erwägt man mit welchem entzücken der mai empfangen wurde, so schlieszt dieser name schon alle wonne in sich, die bei einem lust oder blumenmonat denkbar ist. im brzozol flieszt der birkensaft, im traven wächst das gras, im lipiec blüht die linde, und im wrzesień bedeckt sich die heide mit rother blüte; mir ist unbekannt, warum auch der Baske seinen irailla in den, herbst legt, da alle andern völker das farnkraut in geheimnisvoller Johannisnacht blühen lassen (mythol. s. 1160. 1161) und die lettischen Jahnu dseeśmas von papardi voll sind. die heiligkeit der lotuspflanze läszt aber kaum zweifel, dasz schon der indische monat kaumudî festlichen begang hatte.

Gibt des kukuks geschrei dem mai den namen, so fällt es auf 110 dasz merz und april nirgend nach dem storch und der schwalbe heiszen, deren wiederkehr dem volk frühlingseintritt bezeichnet. Die Litthauer und Letten nennen febr. und merz nach dohlen und tauben, die Lappen merz und apr. nach schwänen und krähen. nach dem brüllenden hirsch heiszen herbstmonate, nach dem raubenden wolf wintermonate, nach dem stier blosz die, in welchen er als opfer fällt.

Alle nach gras, kraut und baum oder der heuschrecke genannten monate sind schon aus dem hirtenleben entsprungen, während die von ernte, sichel, haber, stroh und gefrorner scholle entnommnen dem ackerbau angehören. die Slaven, bei welchen jene überwiegen, haben dennoch bereits ihren serpen und gruden. Ganz nomadisch klingt aber, wenn alpenhirten ihren ochsen die namen horni, merzi, laubi, lusti zulegen, jenachdem sie im hornung, merz, laubmonat oder lustmonat geworfen waren, wie sie ihre kühe nach tagen zu benennen pflegen (Schm. 1, 322.) seinen ursprung aus dem hirtenalter kann auch der ags. name primilci nicht verleugnen. vorzugsweise rechnen die Lappen nach ihrem rennthier, das vor alters tiefer in europa verbreitet war und dessen brunstzeit einen monat vielleicht ursprünglicher als die des wilden hirsches bezeichnete (vgl. s. 101.) In den keltischen namen ist, wie in den römischen, gar kein bezug auf thiere und pflanzen; sie fallen dem zeitalter des ackerbaus zu, denn auch der kalbsmonat darf diesem angehören[42].

Das verschieben der monatsnamen, an sich schon ähnlich dem der einzelnen benennungen für metall, vieh und getraide, wird noch unmittelbar veranlaszt durch einfluss der mondjahre auf sonnenjahre, durch schaltmonate und climatische abweichung. laubfall mag bald in oct. bald november, harter frost sowol in nov. dec. und jan. gesetzt werden, danach aber die benennung wechseln und folgende monate mit verrücken.

Hervorzuheben ist die verknüpfung zweier oder auch dreier monate hintereinander mit demselben namen, wie sie aus ursprünglicher 111 zerlegung des ganzen jahrs in sechs oder vier theile übrig geblieben zu sein scheint. so kam bei den Angelsachsen ein doppelter lida (für das auch sonst gekuppelte paar des junius julius, brâchot houwot oder der beiden resaillemois) und ein doppelter geola vor, mhd. ein doppelter ougest, doppelter wintermonat, dreifacher herbstmonat; jan. und febr. sind noch späterhin als groszer und kleiner horn geschieden, ja einigemal finden wir den zweiten monat als frau des vorausgehenden dargestellt und auf sporkel eine spörkelsin, auf ougest eine öugstin folgen. Nicht anders ergab sich unter den Slaven ein kleiner und groszer traven, kleiner und groszer serpan, also mit vorausgang des kleinen. während unser kleiner horninl' nachfolgt; auch die Lüneburger Wenden sandten einen ersten wintermonat als September dem andern

im dec. eintretenden voraus, nach slavischer Rangordnung hingegen gieng der kleine cerwen dem groszen cerwenec voran. Etwas ähnli- ches findet in dem keltischen midu und michruudu für nov. dec, ephan frommer und gorephan hauptsommer für juni juli[43], im alban. yóσti und yooroẞtéore für august und september statt. Mir ist diese paarung ein zeuge hohen alterthums. der attische calender schob im schaltjahr einen andern Пooɛidev hinter dem ersten ein, wie die Juden nach ihrem adar einen veadar, andern adar. das arabische mondenjahr zeigt aber noch regelmäszig sechs seiner monate paarweise verbunden: rebî el avvel und rebî el accher, dschemâdi el avvel und dschemâdi el accher, dsulkade und dsulhedsche. das syrische jahr hat einen theschrin I. II und khanun I. II aufzuweisen, während im persischen und jüdischen calender diese paarung verloren ist. sie waltet aber vorzüglich in der indischen zerlegung des jahrs in sechs theile, deren jeder zwei gewöhnlich schon im namen verknüpfte monate aufzuweisen hat, nemlich vasanta frühling die monate madhu meth, honig und mâdhava honigsüsz; grîschma sommer die monate shukra den hellen und shukhi den glänzenden; varscha regenzeit die monate nabhas 112 wolke (lat. nubes, sl. nebo wolkenhimmel) und nabhasja den wolkigen; sarad schwüle zeit die monate îscha und ûrgha den nährenden; hêmanta winter die monate sahas kraft und sahasja den kräftigen; šišira thauzeit die monate tapas wärme und tapasja den warmen. in diesem verhalten der namen tapas tapasja, nabhas nabhasja, sahas sahasja, madhu mâdhava liegt etwas analoges mit dem in sporkel spörkelsin, ougest öugstin, gosti gostobieste, čerwen čerwenec und die angeführten sanskritnamen scheinen volksmäsziger als die gelehrten, für die âditjas festgesetzten, wie durch zerlegung des indischen jahrs in sechs zeiträume die unmittelbar daraus hervorgehende weitere unseres alterthums in drei jahrszeiten willkommen gerechtfertigt wird. bei den von milde, helle und wärme der zeit entnommnen namen darf man sich an die schwarzen wintermonate der Kelten, an den trocknen suchyi der Slaven, sausis der Litthauer, searmônad der Angelsachsen, agorilla der Basken und umgekehrt an den lida der Angelsachsen, blida der Schweden erinnern, ja mâdhava und primilci sind die monate, in denen milch und honig flieszt.

Die zendischen und persischen monatsnamen, welche sich nach dem babylonischen exil auch über Palästina und Syrien verbreiteten[44] haben ein von dem unserer europäischen völlig verschiednes aussehn, und das wird gerade für den zweck meiner Untersuchungen bedeutend. in ihnen walten personificationen göttlicher eigenschaften und elemente, amschaspands, izeds, fervers geheiszen, die sich mit jenen indischen âditjas zu berühren scheinen, aber nichts von den sinnlichen bezügen auf natur und volkssitte an sich tragen, wodurch die griechischen, deutschen und übrigen europäischen monatsnamen ausgezeichnet sind. blosz für den siebenten monat mithra (sonne), auf welchen âpô (wasser) und âtar (feuer) als achter und neunter folgen, glaube ich, wie vorhin ausgeführt wurde, einen nachhall in julius und jiuleis zu entdecken, der fernstes alter und längste dauer kund gibt[45]. neben dieser einzigen ausnahme musz ein nachwirkender zusammenhang unsrer monatsnamen mit den indischen sechs jahrszeiten und der daraus flieszenden paarung je zweier monate anerkannt werden; alle ihre übrige besonderheit scheint erst unter den urverwandten völkern, in früher gemeinschaft, auf europäischem boden neu entfaltet, aber nicht nur in das volle heidenthum, sondern weit über den beginn unsrer zeitrechnung hinaus zu reichen.

Siegreiche völker trugen ihre monatsnamen zu den abgelegensten strecken, Perser, Araber uud Römer. der römische calender mit seinen vier blosz zählenden, in der Ordnung verrückten namen hat allmälich in ganz europa die heimischen, groszentheils schönen und sinnigen benennungen verdrängt. Jeglicher auskunft über skythische thrakische getische monate ermangeln wir ganz, und schon die geringste würde hohen werth haben.

  1. ↑ solemnis nicht zu solere, vielmehr, wie Festus lehrt, zum osk. sollo lat. solum, gr. olov, welchen skr. sarva entspricht, lat. salvum und servare nah verwandt sind, wie unser goth. hails, ahd. heil integer und hailjan servare.
  2. ↑ finn. talvi, lapp. talve hiems, finn. kesä, lapp. kese aestas, wobei mir pers. chezàn herbst einfällt.
  3. ↑ berührt sich finn. suvi (aestas) est. sui?
  4. ↑ ich habe zu herpist xáoлos und zaprio gehalten; könnte in haust RF syncopiert, das V aus F entsprungen sein? das anlautende H in haust, höst scheint gegen die herleitung aus ougest, augustus. irisch heiszt der herbst fomhar.
  5. ↑ goth. asans ahd. aran meint getraideernte, messis, nicht vindemia, ich denke auch alts. beo bewod, nnl. bouwt, erst Kilian hat winbouwt.
  6. ↑ auch in einem märchen des pentamerone 5, 2 treten die zwölf monate als brüder leiblich auf, und einzelne monate heiszen noch heutiges tags unter dem volk brüder oder mann und frau.
  7. ↑ K. Fr. Hermann über griechische monatskunde. Göttingen 1844. Theodor Bergks beiträge zur griechischen monatskunde. Gieszen 1845.
  8. ↑ Böckh C. L. 1, 733a.
  9. ↑ wie der gr. Apelos oder Apeos nach Ares.
  10. ↑ ob Junius aus Junonius gedeutet werden darf? ich will darauf zurückkommen.
  11. ↑ † vgl. Procop de bello goth. 1, 24.
  12. ↑ im Caesar 76: decerni sibi passus est. . . . appellationem mensis e suo nomine, und im Octavius 31: in cujus (anni) ordinatione sextilem mensem e suo cognomine nuncupavit, magis quam septembrem, quo erat natus. sagenhaft verschieden Festus: Julium, quod eo mense dicitur Julius natus. Caesar hiesz Julius dem verbreiteten julischen geschlecht nach.
  13. ↑ K. Fr. Hermann a. a. o. s. 64.
  14. ↑ die deutungen bei Sueton Oct. 8 und Festus ab avium gestu gustuve taugen nichts; also ab auctu', was jener billig voranstellt.
  15. ↑ mir fallen dabei Heidmalls neun mütter ein (Sam. 118a. b. Sn. 106 Laxd. 392), also das fest seiner wunderbaren geburt.
  16. ↑ wie auf dem Toiлolos dreimal im sommer gepflügt und geerntet wurde.
  17. ↑ Beda hat im sinn ags. lide, engl. lithe blandus, mitis, ahd. lindi und lidan navigare, transfretare, altn. lida, die windstille auf dem meer legte man erscheinungen der götter bei.
  18. ↑ in dem offenbar aus Beda flieszenden verzeichnisz des chron. Bernoldi (Pertz 7, 395) ist vimirfrillith verlesen aus vintirfyllith.
  19. ↑ längst herschen in England die römischen namen, doch allgemein haftet bis auf heute yule zur bezeichnung des weihnachtsfestes und die gemeine volkssprache wird sich auch noch andere namen nicht haben nehmen lassen, so findet sich barleymonth für september (= nnl. evenmaand), Verstegan nennt barnmonad, was dasselbe sein wird. Brocketts glossary of northcountry works hat s. 89 hagmena für december.
  20. ↑ etwas strenger hochdeutsche formen dieser namen in den schlettstädter glossen bei Haupt 5, 327, namentlich wnnimânôth, hovimânôth, aranomânoth, witemânôth, windemânôth, heribistmânôth.
  21. ↑ october in Hahns Tit. 3277 (auch im alten druck) vgl. altfranz. witembre (a. 1283. Heelu cod. dipl. s. 425) und serb. oktomber.
  22. ↑ Henneberg. archiv 1, 76, woraus ich das ganze verzeichnis hersetze 1 hardemaint, 2 spurkel, 3 merze, 4 aprille, 5 mey, 6 bramaint, 7 heumaint, 8 aust, 9 evenmaint, 10 herfst, 11 alrehilgenmaint, 12 san Andreismaint. das alles scheint niederrheinisch. [thüringsche namen nach Berlts Ludwig: 1 volborn 32, 20 vgl. p. 118, 2 hornung 29, 9, 3 4 epprille 15, 11, 5 6 brachmand 43, 9, 7 heumand 24, 15. 35, 8, 8 der ouweste 32, 8. 86, 19, 9 die ouwestin 40, 4. 61, 5, herbistouwistinne und ouwisherbistinne 66, 28 (auch bei Hermann von Fritslar 9 owestin), 10... (herbestm. Herm. v. Fritsl.), 11 (oder 12?) wintermand (11 bei Hermann), 12 lestemand Hermann.]
  23. ↑ us dem dat. hovwotse macht Hagens vorr. zu den Nib. (1816) s. VIII einen ort. [auch MB. 32a, 207.]
  24. ↑ in schweiz. urkunden oft louprîsi, loubriesi, laubriesete laubfall und allgemein für jahresumlauf: dri loupri
  25. ↑ sie scheint eingewirkt zu haben auf romanische namen derselben monate in angrenzender gegend. ein calandrier du 13° siècle, den Roqueforts suppl. 195 mittheilt, hat für alle monate die üblichen lat. namen, auszer für 6 ghieskerec, für 7 fenerec, jenes von ghieskere gaskiere brâche (oben s. 62), dieses von foin, foenum, beide wörter drücken demnach genau aus brâchot, houwot. nicht anders heiszen in Graubünden beide monate zarcladur und fenadur (Conradi s. 88.) beide zusammen auch altfranz. resaille mois (Roquefort 2, 470), ich weisz nicht ob vom mlat. resallire, das vom lat. resilire verschieden scheint. Aber Metzer urkunden von 1312 und 1357 nennen den juni somertras, sonmartras, in einer bei Butkens 1, 229 meint mois de seval den juli, was alles Roquefort s. v. savart, savarz, sommart durch terre en friche erklärt; ist dabei unser sommer im spiel? Noch lese ich bei Meon 1, 448 juignet für juli, gleichsam zweiter, kleiner oder groszer juni, was ganz deutsch scheint: in juillet statt jul, juil (ital. luglio,sp. julio) ist diese Bildung durchgedrungen. aernovel f. august bei Roquefort bedürfte belegs, enthält aber unser erne messis.
  26. ↑ lehnsauftrag Conrads von Schleiden an könig Johann von Böhmen als graten von Luxenburg über die herschaft Schleiden vom 23 jan. 1343: des andern tages na sanete Agneten dage en dem mande der da heiszet Lasmand, und in der lat. fassung: postero die sanetae Agnetis in mense qui appellatur Lasemond. Lünig C. J. feudal. 3, 107. sollte dies unbegreitiiehe wort aus dem nuil. laumaent verlesen sein?
  27. ↑ Chorions ehrenkreuz der teutschen sprach. Straszb. 1644 wirft hochdeutsche, niederländische, angelsächsische, nordische und übersetzte slavische monatsnamen untereinander, dasz man kaum etwas aus ihm anführen darf. sonst verdienen namentlich die mit thieren zusammengesetzten monate aufmerksamkeit und genauere prüfung, das landvolk in Niedersachsen nennt heutzutage nicht leicht monate, sondern behilft sich mit heiligen festen, die auch hier an die stelle der alten getreten sind.
  28. ↑ zu finden in den wörterbüchern, einer abhandlung von J. D. Meyer (verhandelingen der tweede klasse von het institut. deel 1 1818 s. 130 ff.) und in der année de l'ancienne Belgique par Coremans. Bruxelles 1844. alles aber genauerer prüfung bedürftig.
  29. ↑ wenn man februarius von februare reinigen leitet und ein festum lustrale annimmt; so wäre spurcare gerade das gegentheil verunreinigen.
  30. ↑ ôinn Sn. 20 name einer schlange, vgl. serb. gyja serpens, samog. giuoitos.
  31. ↑ neben sentjabr gilt jedoch russ. osenj = herbstmonat, und die altruss. sprache kennt noch andere, z. b. pazdernik für october.
  32. ↑ verzeichnisse und deutungen in Alters beitrag zur diplomatik. Wien 1801 s. 98-100 (unverlässig) und Dobrowskys Slovanka. Prag 1814. s. 70-75.
  33. ↑ wenn in Hankas mater verborum 13ac maius mensis tercius' aufgeführt wird, so ist das die altrömische von merz anhebende computation.
  34. ↑ Dobrowskys Slovanka s. 71 führt die dalmatisch illyrische form svibaň an, welche ablenkt, jedoch bezeugt, dasz nicht etwa der hebr. monat sivan gemeint sei.
  35. ↑ čerwen der kleine, čerwenec der grosze wurmmonat, ehmals auch weliky čerwen geheiszen.
  36. ↑ dieselbe vorstellung im hebr. monate, wo laub welkt und die erde zu schollen (b) wird. Benfey und Stern monatsn. s. 16.
  37. ↑ litth. grodas gefrorne scholle, wahrscheinlich lat. crusta verwandt: concrescunt subitae currenti in fluminé crustae. Virg. georg. 3, 360.
  38. ↑ altn. blår, schwed. blå niger, coeruleus, inanis; mnl. blaer frigidus, infelix.
  39. ↑ bei junius ist zu zweifeln, er könnte wie junior junix zu juvenis gehören (vgl. gal. ogmhiosjungermonat) ohne dasz darum, wie Benfey s. 224 annimmt, junius und majus neutrale comparativformen wären, was durch flexion und genus widerlegt ist; eher liesze sich majus als männlicher positiv eines adj. hören. jedenfalls wird Junius bereits vor dem ersten consul Junius Brutus, auf den man ihn hat ziehen wollen, eigenname gewesen sei.
  40. ↑ ῒονλος oder ούλος hiesz korngabe und davon Demeter selbst Ιουλώ Oo, ich weisz nicht ob in irgend einem bezug auf den gipfel des sommers? es bedeutete auch milchhaar, woraus man Julius deutet.
  41. ↑ Benfey und Stern alte monatsnamen s. 69. 155.
  42. ↑ die Kalmüken haben einen máusemonat und einen rindermonat.
  43. ↑ selbst die Zigeuner, deren monatsnamen Pott 1, 116 angibt, nennen junius und julius mit den verwandten namen nutibé und nunutibé.
  44. ↑ in Benfeys und Sterns abh. über die monatsnamen einiger alter völker, Berlin 1836 ist scharfsinnig dargethan, dasz alle hebräischen monatsnamen unsemitisch und aus den persischen entnommen sind.
  45. ↑ âtar ist der zweite monat nach mithra, Bealtuin geht aber der sonnenwende, Osterfeuer dem Johannisfeuer um gleich viel zeit voraus. Aus Mommsens osk. stud. s. 86 sei hier noch nachgeholt, dasz Osken und Sabinern der Majus Maesius, der Junius Flusalis Floralis hiesz von Flusa Flora, welcher er heilig war. das oskische rosenfest fiel in den juni, das römische in den mai. darf aus Maesius eine oskische göttin Maesia für Maja gefolgert werden? vgl. Caesius und Cajus, ahd. plâsan, plâjan.