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GULR/Nachwort

aus AufEinWort, der freien Forschung

Herrn Oberbibliothekar, Professor Dr. Wilken und Herrn Dr. Friedländer sage ich für die Bereitwilligkeit, mit welcher sie mich mit Werken aus der königlichen Bibliothek unterstützten, meinen ergebensten Dank. So auch fühle ich mich der Korn'schen Buchhandlung, namentlich Herrn A. Schulz und des Herrn Dr. Fest Buchdruckerei für die gute Ausstattung des Werkes sehr verpflichtet. Letzterer habe ich es schwerer gemacht, als mancher andere Verfasser, denn da ich Vieles erst später fand, das ich nicht gern aufgeben mochte, so musste es nachher eingeschoben werden, wodurch allerdings Mühe und Irrthum veranlasst wurde. Indess ich denke, es sei besser, zu gestehen, dass man erst während des Schreibens manches gelernt hat, und seine Forschungen nicht als beendet ansicht, als in Ruhe über ein vollendetes Werk sich zu freuen.

Da ich höre, dass ein gelehrter Herr, sei es aus Ingrimm über des Buches Titel, oder andern Ursachen, noch ehe es erschien, es recht hart anzugreifen droht, so wünschte ich wohl, dass er nicht etwa zeigt, dass ein Particip sich unter die Adjectiva verirrt und bei Scheller und Voss sich diese oder jene Ableitung finde, denn das könnten Andere und auch ich wahrscheinlich schon wissen, sondern folgende Bitten erfülle :

  1. Er zeige, woher die italische Bevölkerung gekommen, und, wenn er meint über das Meer, so führe er den Beweis, dass die Schifffahrt schon zur Zeit vor Trojas Zerstörung so weit vorgerückt war, dass ganze Völker mit Leichtigkeit über das Meer schwammen.
  2. Welche Stämme es waren, – es versteht sich, nicht etwa aus Stellen von Dichtern, wären es deren auch tausend, oder dichterischen Geschichtsschreibern, sondern aus der Ähnlichkeit der Sprache, der Sitten etc. In Rücksicht der Sprache bescheide ich mich mit dem Zehntel der von mir angegeben Wörter; doch müsste es auch dann nicht eine Sprache sein, in welcher selbst ein germanisches Element sich findet.
  3. Beweise er, dass die von den Römern sogenannten in Italien lebenden Kelten wirklich ächte Galen waren, und zwar wieder aus der Sprache und Geschichte, und wohin denn Bojer und Raeten gekommen sind.
  4. Wie es den Cimbern und Teutonen möglich war, in Gallien und Italien siegreich vorzudringen, dem Ariovist Gallien zu erobern, wenn Deutschland nicht schon lange bevölkert war; und woher später, wenn im Süden und Nordosten Deutschlands fremde Stämme sassen, Germanen in so grosser Zahl kamen, um die meisten europäischen Länder sich zu unterwerfen.
  5. Erkläre er den Grund der hoffentlich doch wohl nicht mehr abzuläugnenden Ähnlichkeit zwischen dem Latein und Deutschen auf eine genügendere Weise, als die hier nicht zureichende aus der Ursprache oder der Ähnlichkeit der Functionen des menschlichen Geistes, wenn er an Autochthonen glaubt. Thut er das, dann will ich mich besiegt erkennen und meine Meinung aufgeben. An billigere Richter mache ich solche Foderungen nicht. Von Vielen ist der Wunsch einer ernstlichen Untersuchung des wichtigen Gegenstandes schon ausgesprochen worden, daher ich hoffe, dass das Werkchen auch seine Freunde finden werde.

Dankbar werde ich Zurechtweisungen und Belehrungen, – denn irre führen lässt man sich bei Etymologien leicht, – annehmen und zu benutzen wissen. Wer aber schon gegen den Titel kämpft, gleicht jenem spanischen Ritter, der seine Streiche gegen Windmühlenflügel führte.