Galle
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Galle ahd.-deu.
Galle1 f. ‘bittere, gelbflüssige Absonderung der Leber, Gallenblase’; Die Galle ist nach ihrer gelblichgrünen Farbe benannt
- Die germ. Bezeichnungen
- ahd. (9. Jh.), asächs. galla,
- mhd. mnd. galle,
- nl. gal,
- aengl. gealla,
- engl. gall,
- anord. gall,
- swed. galla, galle
- (germ. *gallō-)
- führen mit verwandten Wörtern in anderen uig. Sprachen wie
- auf die Wurzel uig. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, bzw. die Varianten *ghel(ə)- oder *g‐ͧhel(ə)- (s. gelb).
- Die Galle ist somit nach ihrer gelblichgrünen Farbe benannt. In übertragener Verwendung gilt Galle als Symbol der Bitterkeit und Sitz des Zorns und Ärgers.
Galle2 f. ‘Geschwulst in den Sehnenscheiden der Gliedmaßen von Tieren (besonders Pferden), Gewebewucherung an Pflanzen’.
- Spätmhd. mnd. galle ‘Geschwulst am Hinterbein des Pferdes’,
- aengl. gealla,
- engl. gall ‘wundgeriebene Stelle, Geschwulst’
- sind vermutlich mutlich verwandt mit
- anord. galli ‘Fehler, Schaden’,
- lit. žalà ‘Schaden, Leid, Verletzung’, žalìngas ‘bösartig (von Wunden), schädlich’,
- air. galar ‘Krankheit, Kummer’.
- Sie wären dann auf eine gemeinsame Wurzel ie. *g̑hal- ‘Schaden, Gebrechen’ zurückzuführen.
- An Herkunft aus einer nicht-ie. Substratsprache denkt dagegen de Vries Nl. 180.
- Auf dem Einfluß von nicht verwandtem lat. galla ‘kugelartiger Auswuchs, Gallapfel’ beruht wohl (über afrz. gale)
- ahd. galla ‘Auswuchs an Pflanzen’ (10./11. Jh.),
- mhd. galle ‘fehlerhafte Stelle im Gestein’,
- nhd. Galle‘ Auswuchs an Bäumen, Schadstelle an Pflanzen, im Acker’,
- das daraufhin im Sinne von ‘Geschwulst, Schaden’ mit altem Galle zusammenfällt.
- Dazu Gallapfel, Gallwespe, ...