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Gardine

aus AufEinWort, der freien Forschung

Gardine | f. ‘Fenstervorhang’. Niederrhein. gardyn (1477), gardijn (1495), mnd. gardīne, gardīn (16. Jh.) findet Anfang des 17. Jhs. Eingang ins Hd., wird aber im Obd. nicht heimisch (dort Vorhang, s. hängen).

Es bezeichnet anfangs (bis ins 19. Jh.) den ‘Bettvorhang’ und ist über mnl. gordine, gardine, gordijn entlehnt aus gleichbed. afrz. cortine, landschaftlich (Nordostfrankreich) go(u)rdine (frz. courtine).

Die im 18. Jh. anzutreffende, historisch nicht berechtigte Schreibung Guardine beruht vielleicht auf Anlehnung an ital. span. guardia (s. Garde).

Das frz. Hptw. geht auf spätlat. cortīna ‘(Tempel)vorhang’ zurück, eine Bildung zu lat. cohors, kontrahiert c(h)ō̌rs  ‘eingezäunter Hofraum, Viehhof’ (verwandt mit nhd. Garten), als Übersetzung von griech. aulá͞ia (αὐλαία) ‘Vorhang’ (besonders vor dem Zelt), weil das dieser Ableitung zugrundeliegende griech. aulḗ (αὐλή) ‘Hof, umhegter Hofraum’ mit lat. c(h)ō̌rs, cohors wiedergegeben wird.