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Gemäßigter Realismus

aus AufEinWort, der freien Forschung

Der Gemäßigte Realismus ist eine philosophische Position innerhalb des Universalienstreits, der im Mittelalter begann und bis heute keine endgültige Lösung gefunden hat. Es geht darin um den ontologischen Status der Allgemeinbegriffe: existieren diese nur in Gedanken oder sind sie substanzielle Seinseinheiten (Entitäten)? Der starke Realismus vertritt die Position Platons, dass die Universalien tatsächlich als substanzielles Dasein, völlig unabhängig von erscheinenden Einzeldingen, existieren, wie die platonischen Ideen (universalia ante rem). Der gemäßigte Realismus dagegen lehrt, dass die Universalien an und in den Dingen existieren und vom Denken erfasst werden können, deshalb objektive Gültigkeit besitzen (als universalia in re). Weil diese Form des Realismus kritisch Rechenschaft über die Existenz des vom menschlichen Bewusstsein unabhängigen, wirklichen Seienden gibt und dazu auch die Ergebnisse der Einzelwissenschaften einbezieht, spricht man auch vom gemäßigt-kritischen Realismus.

Universalienstreit

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Q: Universalienproblem Gemäßigter RealismusAls Aristoteliker und ausgehend von den Kommentaren zu Aristoteles von Averroes und Avicenna vertraten in der Hochscholastik (13. Jahrhundert) Albertus Magnus und Thomas von Aquin (1225–1274) einen gemäßigten Realismus. Das Allgemeine hat eine denkunabhängige Grundlage in den Einzeldingen; es existiert zwar nicht selbst, ist aber in den Dingen realisiert (non est ens, sed entis[1]). Ohne die Realisierung im Einzelding ist das Allgemeine nur ein Gedanke. Thomas unterschied dabei

  1. Universalien, die sich in der göttlichen Vernunft bilden und vor den Einzeldingen existieren (ante rem),
  2. Universalien, die als Allgemeines in den Einzeldingen selbst existieren (in re),
  3. Universalien, die als Begriffe im Verstand des Menschen existieren, das heißt nach den Dingen (post rem).

Auch die modistische Sprachtheorie des Thomas von Erfurt nimmt eine Position des gemäßigten Realismus ein.

Siehe auch

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  1. ↑ Thomas von Aquin: Summa contra gentiles, I, 65, 3 m