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Gewißheit

aus AufEinWort, der freien Forschung

gewiß + -heit | f. ‘Sicherheit, Bestimmtheit’, ahd. giwisheit (11. Jh.), mhd. gewisheit, auch ‘Bürgschaft, Pfand’. gewißlich Ustw. ‘ganz sicher’, ahd. giwislīhho ‘mit Gewißheit’ (8. Jh.), mhd. gewislīche ‘sicherlich, zwar, nämlich’.

¦∑¦ gewiß +heit ¦√¦  uig. weyd-;

¦∅¦ ¦↵¦ sicheres Wissen und Gewissen; Wissen, daß das eigene Wissen stimmig und sicher ist und man sich aus Erfahrung (und eigener Erkenntniß) darauf verlassen kann; ‘Sicherheit, Bestimmtheit’, ‘Bürgschaft, Pfand’ ahd. giwisheit (11. Jh.), mhd. gewisheit, auch;

¦⊕¦ sicheres Gefühl, Wissen in Bezug auf etwas (Geschehendes); etwas, was für jemanden unanzweifelbar eintritt oder sich unanzweifelbar in bestimmter Weise verhält; unanzweifelbare Sache;

Gewißheit eine selbstbezogene Sicherheit bezüglich für wahr, gültig, richtig undoder gut bestimmte Überzeugung, Aussage, Meinung, Glaube, Sachverhalt oder Ähnlich, nach der sich die Gesinnung eines Menschen ausrichtet, deren Gegensatz die Ungewissheit; es kann die Gewissheit darüber erlangt sein, dass Ungewissheit besteht;

Wenn die Begriffe „Wissen“ und „Gewissheit“ unterschieden werden, dann meist so, dass Wissen sich auf die Kenntnis vorhandener Theorien, Ereignisse oder Tatsachen bezieht. Gewissheit bezieht sich dagegen auf die Überzeugung einer Person, dass das Wissen wahr ist oder sich so ableiten lässt, dass ohne Probleme die Wahrheit angenommen werden kann.

Gewissheit ist daher nicht Eigenschaft der Sachverhalte oder Urteile, sondern Resultat eines psychischen Prozesses und vom Subjekt abhängig. Eine vollständige Aussage kann dann nicht lauten: „Das Urteil U ist gewiss“, sondern: „Das Urteil U ist gewiss für das Subjekt S.“

Bei dieser Unterscheidung treten aber verschiedene Probleme auf. Sie beruhen auf dem Unterschied zwischen „etwas für wahr halten“ und „wahr sein“ bzw. auf der Frage, was unter „Wahrheit“ und "Wissen" überhaupt zu verstehen ist. So zeigt das sogenannte Gettier Problem die Grenzen der Standarddefinition des Wissens als wahre gerechtfertigte Meinung auf. Obwohl etwas eine wahre gerechtfertigte Meinung darstellt, kann die Begründung/Rechtfertigung der Meinung falsch sein.

Da sich nach dieser Definition Gewissheit und Wahrheit unterscheiden und Gewissheit kein Wahrheitskriterium ist, ist Gewissheit etwa bei Zeugen durchaus problematisch. Sie berichten, was sie gesehen haben und sind sich dessen gewiss; trotzdem kann es falsch sein. Ebenso kann umgekehrt die Gewissheit bestehen, dass etwas nicht sein kann, obgleich alle Fakten dafür sprechen.