Gnomik
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Q: Gnomik
▷ Im engeren Sinn meint Gnomik nur die antike Spruchdichtung, neuere Beispiele solcher Art werden eher Denkspruch, Sinnspruch, Sprichwort oder ähnlich genannt. Eine genauere inhaltliche Abgrenzung gegenüber verwandten Formen wie etwa Epigramm, Aphorismus, Apophthegma, Sentenz etc. ist nicht möglich und kaum sinnvoll, da auch die antiken Gnomologien solche Unterscheidungen nicht machten, sondern eine teilweise bunte Blütenlese mehr oder minder belehrender Sprüche darstellen. Ebenso die Abgrenzung des Gnomologions zum Florilegium ist im Einzelfall schwierig, wobei die Florilegien meist längere Exzerpte zusammenfassen. Verallgemeinernd nennt man die Kleinstformen belehrenden Inhalts auch gnomische Formen.
Unter Gnomik versteht man vor allem die antike Spruchdichtung, obwohl entsprechende Formen in gebundener und ungebundener Rede seit Beginn der Überlieferung in sämtlichen Literaturen bei allen Völkern des Altertums belegt sind, so bei den Hebräern (hierher gehört die Spruchdichtung des Alten Testaments), Indern, Persern, Arabern, Skandinaviern usw.
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