Grille (Denken)
Grille2 | grill + -e | ‘wunderlicher Einfall, Laune’; lat. gryllus ‘groteske Menschen- und Tierdarstellung, Karikatur’;
Seit dem 15. Jh., vereinzelt schon im 14. Jh. (Pseudo-Neidhart) wird Grille im Deutsch, ähnlich wie andere Insektennamen (s. Mücke), im Sinne von ‘wunderlicher Einfall, Laune’ verwendet; vgl. die Fügung Grillen im Kopf haben (15. Jh.) und den entsprechenden Gebrauch von mnd. grille, nl. gril, mfrz. grillon, ital. grillo, span. grilla.
Die Übertragung wird vielleicht begünstigt durch gelehrte Kenntnis eines bei Plinius bezeugten lat. gryllus ‘groteske Menschen- und Tierdarstellung, Karikatur’ (mit deutlichem Bezug hierauf Grillen bei Fischart, 1575), dem wahrscheinlich ein von griech. grýllos ‘Ferkel’ zu trennendes, sonst aber unerklärtes grie. grýllos (γρύλλος) als Benennung für einen ausgelassenen Tanz zugrunde liegt.