Zum Inhalt springen

Grips

aus AufEinWort, der freien Forschung

grip + -s | ml. schnell-wiederholde ‘Auffassungsgabe’; (wacher, beweglicher) Verstand (als Voraussetzung für kluges, richtiges Handeln, Reagieren, Beurteilen); eigentlich "Griff, Fassen", Hptwbg. zu mundartlich gripsen "schnell, wiederholend fassen, raffen, ansammeln".

Gripser ist die Mistgabel und wie bei der Tätigkeit Mist mit der Mistgabel aus dem Stall durch wiederholtes schnelles fassen, raffen, ansammeln und fortbewegen den Mist auf einen Haufen zusammenzutragen und aus dem Stall zu bekommen und ein sauberer Stall verbleibt, entsteht übertragend gedacht bei ähnlichem Vorgehen in Bezug auf Wissen und Kenntnisse das Vermögen, die Unwahrheiten, Widersprüche … aus seinem Denken zu bekommen, woraufhin ein reiner, klarer Verstand übrig bleibt.

Das in diesem Sinne seit dem 19. Jh. besonders in der nordd. und md. Umgangssprache verbreitete Hptw. (daneben mundartlich auch ‘Zugriff, Griff’) gehört zu einem landschaftlich vom 18. Jh. an und vereinzelt schon im 15. Jh. nachzuweisenden Tw. grippen ‘an sich raffen’, auch ‘stehlen’; Grips ist entweder mit s-Wortglied (wie Klaps, Knicks, Schnaps u. a.) unmittelbar zu diesem gebildet oder von der ebenfalls landschaftlich gebräuchlichen Wiederung fnhd. gripsen, gripschen, Grips "Griff", Gripser "Mistgabel" abgeleitet.