Haarlem (Cusanus)
Legationsreise
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Hauptstadt der Provinz Nordholland mit 147.662 Einwohnern (Stand 01.01.2008). Die seit 900-950 in den Quellen bekannte Niederlassung, zugleich Sitz der holländischen Grafen, erhielt 1245 das Stadtrecht. In der sich rasch entwickelnden Stadt wurden bald neunzehn Klöster und ein Beginenhof gegründet. Im Laufe des 15. Jahrhunderts entwickelte sich die Wirtschaftssituation der verschuldeten Stadt jedoch rückläufig. Berühmte in H. ansässige Maler waren u.a. Dieric Bouts und Frans Hals.
Cusanus visitierte Haarlem vom 11./12.-13. September 1451. Im Liber de fundatione domus Regularium prope Haerlem des Frederik von Heiloo ist seine Ankunft beim Regularherrenkloster Maria-Visitatie vor H. festgehalten (vgl. AC I.3b n. 1723 [[bib:2072]]). Ferner wird berichtet über die Bescheidenheit, Disziplin und das wissenschaftliche Interesse des Cusanus und finden sein Arbeitseifer und seine Stellungnahmen zum Ablass Erwähnung (vgl. ebd., n. 1724).
Zum 11./12. September verzeichnen die Acta Cusana die Mitteilung des Renerus Snoi „über die Erfahrungen, die NvK [Nikolaus von Kues] mit dem Hamburger Bier und der holländischen Trinkfreudigkeit gemacht habe“ (ebd. n. 1726). Bier wurde in großen Mengen von Hamburg nach Holland exportiert.
Im Kapitelshaus des Klosters Maria-Visitatie hielt Cusanus am 12. September eine Predigt (vgl. ebd. n. 1727), bevor er nach der Messe und dem Mittagsmahl nach H. aufbrach, wo er am selben Tag eintraf (vgl. ebd. n. 1728). Auch am 13. September predigt Cusanus. Das Thema lautet: Respice, domine, in testamentum tuum et animas pauperum, ne derelinquas in finem (Serm. CI), vgl. AC I.3b n.1729a [[bib:2072]].
Frederik von Heiloo berichtet über eine Predigt des Cusanus unter anderem „gegen das Wallfahren nach Wilsnack und zu angeblich wundertätigen Marienbildern“ (ebd. n. 1730). In Wilsnack hatten blutige Hostien für viel Aufregung gesorgt. Als unerbittlicher Gegner des Aberglaubens ließ Cusanus die Blut bedeckten Hostien konsequent einsammeln und verbrennen. Den Acta Cusana zufolge war Cusanus in H. auf das Ergebnis seines Besuchs in Wilsnack ausdrücklich angesprochen worden; möglicherweise hatte dies auch den Anlass zur Predigt am 13. September gegeben (vgl. ebd., Anm. 4).
Einen 100-Tage-Ablass verlieh Cusanus der Kirche des Beginenhofes in H. (vgl. ebd., n. 1732). Nach dem Hochamt in der Pfarrkirche von Haarlem reiste er schließlich nach Rijnsburg weiter.
Kirstin Zeyer
10.03.2009
zuletzt bearbeitet:10.03.2009