Halle
hall + -e | wl. ‘hoher Raum (oft mit auf Säulen ruhendem Dach)’, ahd. halla ‘Tempel’ (9. Jh.), asächs. halla ‘Halle, Saal’, mhd. mnd. mnl. halle, nl. hal,
aengl. heall, hall ‘Halle, großes Haus’, engl. hall, anord. hǫll ‘Halle, Saal, großes Gebäude’, schwed. hall, ger. *hallō ist verwandt mit hehlen, Helm1 und hüllen.
Außergerm. vergleichen sich lat. cella ‘Vorratskammer, Kammer, Keller, Zelle, enger Wohnraum, Kirchenschiff, Heiligtum im Tempel’, (vielleicht) griech. kalí͞a ‘Hütte, Scheune’ und (dehnstufig) aind. śā́lā ‘Gebäude, Haus, Gemach’, so daß von der Ww. uig. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ auszugehen ist.
Ahd. und mhd. nur selten, im Md. des 13. Jhs. für ‘Verkaufsraum’ und für ‘Vorhalle’ eines öffentlichen Gebäudes, einer Kirche bezeugt. Mit der Lutherbibel erlangt Halle allmählich größere Verbreitung, dringt jedoch erst im 18. Jh. (möglicherweise unter Einfluß der Lektüre Shakespeares und der Edda) allgemein durch und bezeichnet in jüngerer Sprache große, meist mit flacher Überdachung versehene einräumige Gebäude, deren (Seiten)wände fehlen können.