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Georg Philipp Harsdörffer

aus AufEinWort, der freien Forschung
(Weitergeleitet von Harsdörffer, Georg Philipp)
Kupferstich mit dem Portrait des Nürnberger Patriziers und Dichters de:Georg Philipp Harsdörffer (1607-1658)

Georg Philipp Harsdörffer (* 1. November 1607 in Fischbach, heute zu Nürnberg; † 17. September 1658 in Nürnberg) war ein deutscher Dichter des Barock sowie Begründer des Pegnesischen Blumenordens. Als Polyhistor verfasste er über 50 Bücher zu fast allen Wissensgebieten seiner Zeit, darunter zur Poetik, zum Kanzleiwesen, zur Tranchierkunst sowie zur Mathematik und Astronomie.. Ferner war er auch Heraldiker.

Harsdörffer erfand für zahlreiche Fremdwörter Eindeutschungen, von denen viele Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben wie Aufzug (für das Fremdwort Akt), beobachten (observieren), Briefwechsel (Korrespondenz), Prismenfernglas (Teleskop) und Zweikampf (Duell).[1]

Seine Sprache (WKPD)

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Der Nürnberger Lutheraner Harsdörffer beteiligte sich an der Sprach- und Dichtungsreform, wie sie von Martin Opitz angestoßen und u. a. von der Fruchtbringenden Gesellschaft fortgeführt wurde. In seiner Aufzählung von 41 empfehlenswerten Autoren seiner Zeit findet sich bezeichnenderweise kein einziger Katholik. Dennoch konnte er sich selbst mit der in Meißen und Schlesien gepflegten mitteldeutschen Schriftsprache nicht anfreunden und benutzte für seine deutschsprachigen Werke die sonst auch als katholisches Jesuitendeutsch gescholtene oberdeutsche Schreibsprache. In der Vorrede zu dem dritten Teil seines bekanntesten Werkes Poetischer Trichter meint er 1653 dazu:

Welche ausrede und also nachgehends welche Schreibart die reinste und richtigste seye / wollen wir nicht entscheiden / sondern lassen es die Meisner und Schlesier ausfechten; bleiben inzwischen bey dem / was in dem Anhang deß ersten Theils des Poetischen Trichters vermeldet worden [...]. Besagtes alles dienet zu behaubten:
I. Daß unsre Sprache wie sie heut zu Tage in Oberteutschland gebräuchlich ist / sonder Mißahnung deß Altteutschen gantz abgekommen ungebräuchlichen / oder selbst erdichten neuen Wörter zu lieben und zu üben.
II. Daß ein jeder / der mit Verstand nach seiner Mundart schreibet / dolmetschet oder dichtet / genugsamen Fleiß erweisen und gebührendes Lob erlangen könne.
III. Daß man wegen der unverglichnen Schreibart kein gutes Buch verwerffen oder verachten / und mehr auf den Jnhalt / als die Verabfassung sehen sol."
  1. ↑ Theodor Beck, Beiträge zur Geschichte des Maschinenbaues, Springer 1900