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Heft

aus AufEinWort, der freien Forschung

heft Nwf. habt, ahd.-deu. Wrtdtng: das, mit dem etwas gehalten und gehabt wird

  • Heft1 n.
    • ‘Handgriff’ (an Stichwaffen, bestimmten Werkzeugen),
    • WF
      • ahd. hefti ‘Messergriff, Handhabe’ (11. Jh.),
      • mhd. hefte ‘Messer-, Schwertgriff, Steuerruder’,
      • mnd. hecht(e), hefte,
      • mnl. nl. hecht, heft (im Nd. und Nl. zum Teil mit Wandel von ft zu cht, s. Gerücht, Nichte),
      • aengl. hæft,
      • engl. haft ‘Heft, Handgriff, Stiel’,
      • anord. hepti ‘Griff, Schaft’.
    • Das mit ja-Suffix gebildete Neutrum ist abgeleitet von einem
      • (im Dt. neben dem Femininum Haft bis ins 18. Jh. als Haft m. vorkommenden)
      • maskulinen und neutralen germ. Substantiv mit den Bedeutungen ‘Band, Fessel, Verbindung, Naht, Haltevorrichtung’ (s. Haft1)
    • und geht mit diesem auf die auch in haben und heben (s. d.) vorliegende Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ zurück.
    • Der Griff des Messers oder Schwertes wird in Wendungen wie
      • das Heft in der Hand haben, behalten,
      • das Heft ergreifen
    • zum Symbol für die Möglichkeit der Gewaltausübung, für eine Machtstellung, Führungsrolle
      • (vgl. schon mhd. daʒ meʒʒer bī dem hefte hān, daʒ hefte in der hant behalten).
    • Seit Anfang des 16. Jhs. begegnet nhd. Heft (wie mnd. hechte, hefte) auch im Sinne von ‘Spange, Schließe, Verschluß’;
      • in dieser noch im 18. Jh. lebendigen Verwendung steht es meist im Plural,
      • ist daher von synonym gebrauchtem Haft m. schwer zu unterscheiden und übernimmt vielfach dessen maskulines Genus.
  • Heft2 n.
    • ‘schmales Buch aus gefalteten, von Fäden, Drahtklammern zusammengehaltenen Papierblättern’,
    • seit Mitte des 18. Jhs. (zunächst meist als Mask.) bezeugte Rückbildung aus dem Verb heften,
    • vielleicht begünstigt durch ältere Zusammensetzungen mit ursprünglich verbalem erstem Glied wie Heftfaden, Heftnadel (15. Jh.).