Hemd
Hemd | n. ‘auf dem Leib getragenes Wäschestück’ ( Unter-, Oberhemd), ahd. hemidi (8. Jh.), mhd. hem(e)de,
asächs. hemiði, mnd. hēmede, hem(me)de, mnl. heemde, hemde, nl. hemd, aengl. hemeþe
führen auf ger.*hamiþja-. Aus einer Vorform (*kamiti̯a-) ist, wohl über das Kelt. (durch Soldaten in Gallien), spätlat. camisia ‘leinerner, unmittelbar auf dem Körper getragener Überwurf’ (4. Jh.) entlehnt (woraus frz. chemise, chemisette).
Die abgeleitete Form *hamiþja- gehört zu ger. *hama-, *haman- ‘Hülle, Haut’, das in ahd. līhhamo ‘Leib, Körper, Gestalt, Fleisch, Leiche’ (s. Leichnam), mhd. ham(e) ‘Haut, Hülle, Kleid’,
asächs. gūðhamo ‘Kampfkleid, Panzer’, feðarhamo ‘Federkleid’ (der Vögel und Engel), mnd. ham ‘Decke, Hülle, Hülse, Nachgeburt (eigentlich Kindeshülle)’, aengl. ham ‘Unterkleid, Hemd’, hama ‘Gewand, Kleidung, Leib, Kindbett’, anord. hamr ‘Hülle, Gestalt’, schwed. ham ‘Haut, Balg, Gestalt’ sowie in Hamen1 vorliegt. Außergerm. vergleichbar ist aind.śāmulyàm (Akkusativ Sing.) ‘Gewand (der Braut)’,
so daß von einer Ww. uig. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ ausgegangen werden kann, zu der neben hämisch wohl auch Himmel gehört.