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I Ging/Aufbau des Yijing

aus AufEinWort, der freien Forschung

Alle nachfolgende Schriftzeichen werden als Langzeichen dargestellt.

Zeichen Nr. Bedeutung n. Wilhelm 中文 Pīnyīn
01 Das Schöpferische 乾 qián
02 Das Empfangende 坤 kūn
03 Die Anfangsschwierigkeit 屯 chún
04 Die Jugendtorheit 蒙 méng
05 Das Warten 需 xū
06 Der Streit 訟 sòng
07 Das Heer 師 shī
08 Das Zusammenhalten 比 bǐ
09 Des Kleinen Zähmungskraft 小畜 xiǎo chù
10 Das Auftreten 履 lǔ
11 Der Friede 泰 taì
12 Die Stockung 否 pǐ
13 Gemeinschaft mit Menschen 同人 tóng rén
14 Der Besitz von Großem 大有 dà yǒu
15 Die Bescheidenheit 謙 qiān
16 Die Begeisterung 豫 yù
17 Die Nachfolge 隨 suí
18 Die Arbeit am Verdorbenen 蠱 gǔ
19 Die Annäherung 臨 lín
20 Die Betrachtung 觀 guān
21 Das Durchbeißen 噬嗑 shì kè
22 Die Anmut 賁 bì
23 Die Zersplitterung 剝 bō
24 Die Wendezeit 復 fù
25 Unschuld 無妄 wú wàng
26 Des Großen Zähmungskraft 大畜 dà chù
27 Die Ernährung 頤 yí
28 Des Großen Übergewicht 大過 dà guò
29 Das Abgründige 坎 kǎn
30 Das Feuer 離 lí
31 Die Einwirkung 咸 xián
32 Die Dauer 恆 héng
33 Der Rückzug 遯 dùn
34 Des Großen Macht 大壯 dà zhuàng
35 Der Fortschritt 晉 jìn
36 Die Verfinsterung des Lichts 明夷 míng yí
37 Die Sippe 家人 jiā rén
38 Der Gegensatz 睽 kúi
39 Das Hemmnis 蹇 jiǎn
40 Die Befreiung 解 xìe
41 Die Minderung 損 sǔn
42 Die Mehrung 益 yì
43 Der Durchbruch 夬 guài
44 Das Entgegenkommen 姤 gòu
45 Die Sammlung 萃 cùi
46 Das Empordringen 升 shēng
47 Die Bedrängnis 困 kùn
48 Der Brunnen 井 jǐng
49 Die Umwälzung 革 gé
50 Der Tiegel 鼎 dǐng
51 Das Erregende 震 zhèn
52 Das Stillehalten 艮 gèn
53 Die Entwicklung 漸 jiàn
54 Das heiratende Mädchen 歸妹 gūi mèi
55 Die Fülle 豐 fēng
56 Der Wanderer 旅 lǚ
57 Das Sanfte 巽 xùn
58 Das Heitere 兌 dùi
59 Die Auflösung 渙 huàn
60 Die Beschränkung 節 jíe
61 Innere Wahrheit 中孚 zhōng fú
62 Des Kleinen Übergewicht 小過 xiǎo gùo
63 Nach der Vollendung 既濟 jì jì
64 Vor der Vollendung 未濟 wèi jì

Das Buch besteht aus zwei unterschiedlich alten Textschichten.

Die ältere, aus der Zeit der Westlichen Zhou-Dynastie stammende Schicht umfasst ein numerologisch-graphisches System, d. h. eine festgelegte Abfolge von 64 Zeichen (卦, 'guà') oder, im modernen Sprachgebrauch, Hexagrammen. Sie sind grafisch dargestellt (卦象, 'guà xiàng') durch sechs waagerechte, übereinander angeordnete Striche, die entweder durchgezogen (⚊) oder zweigeteilt (⚋) sind. Jedes Hexagramm trägt einen Namen (卦名, 'guà míng') und ist mit einem Spruch (卦辭, 'guà cí') versehen. Auch jedem der jeweils sechs Striche ist ein Spruch (爻辭, 'yáo cí') beigefügt. Dieser erste Teil des Buchs, auch als Zhou Yi (周易, 'Zhōu Yì') oder „Die Wandlungen der Zhou“ bezeichnet, ist der Intention nach ein Mittel zur Orakelbefragung und kann heute noch als solches benutzt werden.[1]

Die mehrere Jahrhunderte jüngeren Textschichten sind sieben sehr unterschiedliche Interpretationen zu diesen Zeichen. Drei von ihnen sind zweigeteilt, sodass sich zehn ergeben; daher werden sie die Zehn Flügel (十翼, 'Shí Yì') genannt. Davon sind zwei allgemeiner, theoretischer Natur, die anderen fünf befassen sich mit den einzelnen Hexagrammen. Der Übersichtlichkeit halber sind letztere in westlichen Übersetzungen meist dem betreffenden Hexagramm zugeordnet.

Die ersten beiden Flügel heißen Überlieferung zum Urteil (彖傳, 'Tuàn Zhuàn)'. Meist wird Zhuàn mit „Kommentar“ übersetzt. Dennis Schilling wählt in seiner Übertragung stattdessen das Wort 'Überlieferung', um diese Texte von weiteren Kommentaren aus späteren Zeiten abzugrenzen. Hier sei seinem Sprachgebrauch gefolgt. Mit 'Urteil' sind die Sprüche zu den Hexagrammen gemeint. Der 1. Flügel bespricht die Hexagramme 1 bis 30, der 2. Flügel die von 31 bis 64, da nach der überlieferten Anordnung zwischen Hexagramm 30 und Hexagramm 31 eine Zäsur besteht.

Der 3. und 4. Flügel, die Überlieferung zu den Bildern (象傳, 'Xiàng Zhuàn'), enthalten heterogene Materialien, Große Bilder und Kleine Bilder genannt. Sie sind auf die gleiche Weise zweigeteilt wie die Überlieferung zum Urteil. Die Großen Bilder leiten aus den sich aus den Zeichen ergebenden bildlichen Vorstellungen explizit ethische Normen ab, die Kleinen Bilder dagegen haben nichts mit Bildern zu tun, sondern kommentieren kurz die Sprüche zu den Strichen der Hexagramme.

Der 5. und der 6. Flügel, die in zwei Bücher geteilte Große Überlieferung (大彖, 'Dà Zhuàn'), liefert die theoretische Basis für das Gedankengebäude des Yijing.

Der 7. Flügel, Die Worte von (König) Wen, (文言, 'Wén Yán') enthält vier ausführlichere Besprechungen zu Hexagramm 1 und eine zu Zeichen 2. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um Aussprüche dieses Königs selbst, sondern um eine Deutung der beiden Hexagrammtexte aus späterer Sicht auf dem Hintergrund der Biografie dieses Königs.[2]

Der 8. Flügel, die Besprechung der Zeichen (說卦, 'Shuō Guà') ist wieder ein theoretischer Text. Er befasst sich mit den acht möglichen Kombinationen von drei durchgezogenen oder durchbrochenen Strichen, die im Chinesischen ebenfalls Zeichen (卦, 'guà'), im Westen aber zur besseren Unterscheidbarkeit Trigramme genannt werden. Mit verschiedenen Eigenschaften und Attributen versehen, fügen sich diese Trigramme zu kosmologischen Systemen.

Der 9. Flügel, die Reihenfolge der Zeichen (序卦, 'Xù Guà'), versucht anhand der Namen der Hexagramme ihre Abfolge nachvollziehbar zu machen.

Der 10. Flügel, die Gemischten Zeichen (雜卦, 'Zà Guà'), weicht von der üblichen Reihenfolge ab (daher der Titel). Er umschreibt mit knappen Worten den Namen des jeweiligen Zeichens.

  1. ↑ Eine Beschreibung des Verfahrens ist auf der Seite Chinesisches Orakel zu finden.
  2. ↑ S. 270.