Zum Inhalt springen

Johann(es) Cryfftz (Krebs) (Cusanus)

aus AufEinWort, der freien Forschung

Bruder des Nikolaus von Kues, Pfarrer in Bernkastel; Geburtsjahr unbekannt; gestorben am 7. Mai oder 3. Juni 1456 in Bernkastel.

Es gibt nur wenige Zeugnisse über den Bruder des Cusanus. Aus der Heidelberger Universitätsmatrikel vom Frühjahr 1428, die einen ‚Johannes Cancri de Kuse cler. Treuerensis‘ verzeichnet, (Toepke, Matrikel, S. 177 [[bib:1850]]) lässt sich – unter der Voraussetzung, dass sich Johann nach den damaligen Geflogenheiten im Alter von 13 bis 14 Jahren an der Universität eingeschrieben hat – ein Geburtsdatum um 1414 annehmen. Dagegen spräche jedoch eine bereits 1426 eingereichte Supplik auf die Pfarrkirche in Altrich in der Nachfolge des Nikolaus von Kues (Kortenkamp, Urkunden, S. 56 Anm. 1 [[bib:640]]).

Der gerade in den Kardinalsstand erhobene Cusanus erwähnt den Bruder in seiner kurzen Autobiographie vom 21. Oktober 1449 (AC, n. 849,16). Mehrere Urkunden des St. Nikolaus-Hospitals nennen Johann Cryfftz und erlauben es, seinen Karriereverlauf in der Pfarrei Bernkastel nachzuzeichnen: Er wird 1447 als Priester wie auch als Altarist von Bernkastel bezeichnet (Kortenkamp, Urkunden, S. 232 [[bib:640]]). Am 2. Mai 1450 überträgt ihm Papst →((Nikolaus V.)) durch eine Provisionsbulle die Pfarrkirche in Bernkastel (Kortenkamp, Urkunden, S. 93 [[bib:640]]). Nach dem Tode ihres Vaters, Hennes Cryffts, (~1450) hatten sich Nikolaus und Johann zusammen mit ihrer Schwester Clara darauf geeinigt, das gesamte väterliche Vermögen in die Stiftung des St. Nikolaus-Hospitals fließen zu lassen (Kortenkamp, Urkunden, S. 99 [[bib:640]]; Martini, Hospital [[bib:1506]]). Es ist anzunehmen, dass die zweite Figur des Stifterbildes auf dem Kreuzigungspanel des Altars in der Kueser Hospitalskapelle, der hinter dem Kardinal kniende Geistliche, Johann abbildet. Das auf den 7. Mai 1456 datierte Testament Johanns ist erhalten. Er starb noch im gleichen Jahr und wurde in der Pfarrkirche zu Bernkastel beigesetzt. Für den Todestag existieren zwei Datierungen: Martini berichtet, dass die die Inschrift der (heute nicht mehr vorhandenen) Grabplatte besagte, dass Johann am 7. Mai 1456 verstorben sei (Martini, Hospital, S. 39 [[bib:1506]]); das Repertorium Germanicum (Bd. 7: Calixt III, Nr. 2214) verzeichnet hingegen den 3. Juni 1456 als Sterbedatum (Kortenkamp, Urkunden, S. 56 [[bib:640]]).

Belegstelle: Autobiographie des Nikolaus von Kues vom 21. Oktober 1449 (AC I.2, n. 849,16).

Tom Müller

02.10.2008

zuletzt bearbeitet: 04.12.2008