Zum Inhalt springen

Johannes Andreas Vigerius

aus AufEinWort, der freien Forschung
(Weitergeleitet von Johannes Andreas Vigevano)

Joannes Andreas Vigevius ; Abt von St. Iustina in Secadium (das heutige Sezze)


Die Cusaner Handschrift des Trialogs (cod. cus. 219) gibt den Namen mit Vigerius, was Joh. Übinger, Die Gotteslehre des Nicolaus Cusanus, Münster 1888 S. 142-148 als die richtige Form betrachtet. Johannes Andreas ist 1417 in Vigevano geboren, einem Städtchen westlich von Mailand am rechten Ufer des Tessin, weshalb beide Bezeichnungen möglich sind. Er hatte in Paris studiert und war Abt von S. Justina in Secadium, dem heutigen Sezze, und befand sich von 1458 bis zum Tode des Kardinals als Sekretär in dessen ständiger Begleitung. So sagt er selbst: cuius nos ipsi in gratissimo nobis et utilissimo fuimus sex Continuos annos obsequio (vgl. die unten wiedergegebene Widmung seiner Apuleius-Ausgabe). Auch Cusanus selbst erwähnt oftmalige wissenschaftliche Erörterungen mit dem Abt: Audivit iam me saepissime (De possest fol. 174b); audivi te, pater, et ante saepe ·et nunc maxime (De non aliud c. 22). Er kopierte am 9. Dezember 1462 für Cusanus den Diogenes Laertius (jetzt Cod. Harleian. 1347). Zum Bischof erhoben wird er durch Pius II., am 15. Mai 1464 zum Generalvikar von Genua ernannt, am 3. März 1465 wird er Nachfolger des exkommunizierten Bischofs von Accia und erhält schließlich am 23. Juni 1466 die Diözese Aleria auf Corsica. Ferner war er Bibliothekar und Sekretär des Papstes Sixtus IV. Er starb am 4. Februar 1475 (Konr. Eubel, Hierarchia catholica medii aevi tom. II. Münster 1901 S. 88 u. 95) und fand seine letzte Ruhestätte in S. Pietro in vincoli. Im Jahre 1465 gründete Johannes Andreas mit Unterstützung des Kardinals Torquemada im Benediktinerkloster Subiaco die erste italienische Druckerei (J. Guiraud, L'f:glise Romaine et !es origines de Ia Renaissance. Paris 1904 S. 271), wobei Nicolaus von Cues mindestens als Anreger mitgewirkt hat.