Kür
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kür mhdt.-dt. Wrtdtng: das Beste, Ausgewählte, Auserwählte, Vollkommene, …
KÜR[1], adj. zu kiesen, offenbar von hoher alterthümlichkeit, obwol nur spät bezeugt.
1) auserlesen, vorzüglich:
könig sambt allen seinen fürsten,
die vor waren die aller kürsten.
H. Sachs 3, 1, 160ᵇ,
s. das subst. kür II, 5, b, das ausgewählte, beste. genau stimmend, wie dort als subst., auch isl. adj.kör, electus, designatus Biörn 1, 472ᵃ.
2) schwäbisch kür, fertig, es ist noch nicht kür, auf dem Schwarzwalde. Schmid 334; es kann zu kiesen, wert und güte einer waare o. ä. prüfen, gehören, s. kür II, 4, a.
3) rhein. kür, kör, wählig beim essen, s. körisch 3 (luxemb. ker Gangler 233).
kur f. ‘nach freier Wahl zusammengestellte Übung bei Wettkämpfen’.
- Der Sportausdruck,
- auch in Zusammensetzungen wie Kürturnen (19. Jh.), Kürlaufen, Kürübung (20. Jh.)
- und daher heute oft als Verkürzung solcher Bildungen angesehen,
- ist eine auf Jahn (Turnkühr, Turnkühre ‘freiwillige Übungen’ im Unterschied zu Turnschule ‘Übungen nach Vorschrift’, 1816)
- zurückgehende Wiederaufnahme
- des bis ins ältere Nhd. lebendigen Substantivs ahd. kuri.
- Ww.
- ahdt. kuri f. ‘Erwägung, Beratung, Auswahl’ (9. Jh.),
- mhd. kür(e) f., auch (besonders md.) kur(e), kor(e), kör(e) m. f. ‘Prüfung, Erwägung, prüfende Wahl, Stimmrecht, Beschluß, Bestimmung, Strafe, Art und Weise’,
- nhd. Kür, Kur f. ‘prüfende Erwägung, Entscheidung, Wahl’
- (vor allem terminologisch
- für die vom 13. bis Anfang des 19. Jhs., d. h. bis zur offiziellen Auflösung des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“,
- übliche Wahl des deutschen Königs durch die hierzu berechtigten Fürsten;
- in dieser Verwendung bis ins 18. Jh. meist die ursprünglich obd. Schreibung Chur).
- Dieses ist in der Gegenwart erhalten in historischen Bezeichnungen wie Kurfürst, kurfürstlich, Kurfürstentum, Kurhut, Kurwürde
- (vor allem terminologisch
- ↑ Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2792, Z. 67.