Kinesis
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kínēsis κίνησις Wegung, Bewegung; vgl. Kinetik
Stasis-Dynamis-Energesis-Kinesis
Kinesis (κίνησις) bei Aristoteles bezeichnet allgemein Bewegung oder Veränderung und ist ein zentraler Begriff seiner Physik zur Beschreibung von Naturvorgängen. Sie stellt den Prozess des Übergangs von Potenzialität (Dynamis) zur Wirklichkeit (Energeia) dar, wobei etwas von einem Zustand in einen anderen übergeht.
Hier sind die Kernaspekte von Aristoteles' Kinesis-Konzept:
- Definition: Kinesis ist die Wirklichkeit des Potenziellen, insofern es potenziell ist. Sie ist der Prozess der Verwirklichung, nicht der Endzustand selbst.
- Arten der Veränderung: Aristoteles unterscheidet verschiedene Formen der Kinesis, darunter Ortsveränderung (Lokomotion), Wachstum/Verkleinerung (quantitativ), Veränderung (qualitativ) und Entstehen/Vergehen.
- Ursache (Causa efficiens): Als eine der vier Ursachen ist die Kinesis oft von einer äußeren Kraft (Beweger) abhängig, die die Veränderung in Gang setzt.
- Natürliche vs. Unnatürliche Bewegung: Unterscheidung zwischen Bewegungen, die dem Wesen eines Dings entsprechen (z. B. ein Stein fällt zu Boden), und erzwungenen Bewegungen (z. B. ein geworfener Stein).
- Kinesis vs. Energeia: Während Kinesis ein unvollständiger Prozess auf dem Weg zum Ziel ist, ist die Energeia(Wirkung/Aktualität) die vollendete Wirklichkeit.
Kinesis ist somit der dynamische Aspekt in Aristoteles' Naturphilosophie, der erklärt, wie Dinge in der wahrnehmbaren Welt entstehen, sich verändern und vergehen.