Knecht
knech + -t | eigentlich Nachkomme, Junge, ger. *knehta-, *knehtaz;
ehemals ‘in einem Arbeitsverhältnis bei einem Bauern stehender Landarbeiter’, auch ‘Diener, Untergebener, Unfreier, Unterdrückter’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. kneht ‘Knabe, Jüngling, Bursche, junger Mann in lernender und dienender Stellung, Diener, Knappe, Krieger, Held, Lehrling, Geselle’, mnd. knecht, mnl. cnecht, nl. knecht ‘Diener, Knecht, Geselle’, aengl. cniht ‘Knabe, Jüngling, Diener, Krieger, Held’, engl. knight ‘Ritter’. Herkunft ungewiß.
Man sieht darin gewöhnlich eine Bildung mit t-Suffix, die man (im Hinblick auf eine vergleichbare Bedeutungsentwicklung von ‘Stock, Knüppel’ zur männlichen Personenbezeichnung in Knabe, Bengel) mit mnd. knagge ‘dickes Holzstück, Pflock’, nd. Knagge ‘Pflock, Knorren im Holz’, engl. knag ‘Knorren, Ast’, schwed. knagg ‘Knoten, Knorren, Höcker’, (mundartlich) ‘untersetzter starker Kerl’, anord. (mit ger. kk) knakkr ‘(Tisch-, Stuhl)bein, Schemel’ verbinden kann. Dann ließe sich uig. *gnegh- erschließen, das als Gutturalerweiterung der Wurzel uig. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ (s. kneipen2) angesehen werden kann.
In zahlreichen älteren Zusammensetzungen sind frühere Bedeutungen des Wortes noch erkennbar, vgl. Fußknecht, Kriegsknecht, Landsknecht, Brau-, Müllerknecht, Amtsknecht, Stadtknecht, Folterknecht, Fuhrknecht, Hausknecht, Reitknecht, Ruderknecht; ferner in Gerätebezeichnungen wie Lichtknecht, Stiefelknecht.