Konzentration (Psychologie)
Konzentration ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe.[1] Die Konzentration gilt als Maß für die Intensität und Dauer der Aufmerksamkeit.
In der Psychologie wird Konzentration als eine der zentralen kognitiven Basisfunktionen betrachtet. Im Rahmen der klinischen Diagnostik, der Neuropsychologie, der Pädagogik sowie der Eignungsdiagnostik findet eine systematische Erfassung statt.[2]
Fokussierung bedeutet, dass für eine gewisse Zeit auf das momentan Ausgeübte oder Empfundene geachtet wird, je nach Aufgabe auch auf Kommendes. Beim Zeichnen einer Linie, die einen Punkt berühren soll, schauen die Augen bereits auf den Punkt, während die Linie gezogen wird.[3]
Konzentration erfordert geistige Anstrengung und lässt mit der Zeit nach. Daher versteht man unter Konzentration das relativ lange andauernde Aufrechterhalten eines Aufmerksamkeitsniveaus.
Die Konzentrationsfähigkeit eines Menschen wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die in enger Wechselwirkung miteinander stehen. Ein zentraler Aspekt ist der emotionale Zustand: Befindet man sich in einer positiven Stimmung, gelingt es in der Regel leichter, konzentriert zu bleiben. Negative Emotionen können die Aufmerksamkeit hingegen deutlich mindern.[4] Auch der physische Zustand, zu dem sowohl die allgemeine Gesundheit als auch das individuelle Temperament[4][5] zählen, spielt eine entscheidende Rolle. Zusätzlich können motorische Aktivierung und Training die geistige Leistungsbereitschaft fördern.[6] Darüber hinaus haben auch die Umgebungsbedingungen und das Lernumfeld – etwa mediale Einflüsse – wesentlichen Einfluss auf die Konzentration.[5][7] Ebenso ist bekannt, dass sich Ernährung[5] und Schlaf[5] auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken. All diese Faktoren stehen in einem komplexen Zusammenspiel und beeinflussen sich wechselseitig.
Die Messung von Konzentration erfolgt mit Hilfe standardisierter psychologischer Tests (Aufmerksamkeits-Belastungs-Tests), die die Fähigkeit abbilden, bestimmte Aufgaben über eine bestimmte Zeit hinweg durchzuführen. Die Auswertung erfolgt nach Menge der bewältigten Aufgaben und Anzahl der Fehler, die gemacht wurden.[8]
Als günstig können folgende Faktoren gelten:
- Nahrung, die den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen deckt, vor allem an Vitamin B.[9]
- Konzentrationsübungen wie z. B. Meditation, Konzentrationsspiele (alleine oder auch in der Gruppe).[10]
- Tagschlaf (10 bis 30 Minuten).
- Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Meditation, Yoga, Progressive Muskelentspannung, viel Schlaf).
- Moderater Ausdauersport wirkt sich auf die Stimmung und damit auch auf die Konzentration positiv aus.
- Ein ausgeglichener Glukosespiegel kann sich positiv auswirken, ein sehr niedriger Glukosespiegel kann die Konzentration erschweren.
- Beseitigung von Ablenkungen und anderen Störfaktoren[11]
- C. Hagemeister, K. Westhoff: Konzentrationsdiagnostik. In: L. Hornke, M. Amelang, M. Kersting: Enzyklopädie der Psychologie. (= Psychologische Diagnostik. Band 3: Leistungs-, Intelligenz- und Verhaltensdiagnostik). Hogrefe, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8017-1526-7
- zeit.de: Wie bleibt man konzentriert? Ein Besuch im Londoner Aufmerksamkeitslabor
- zeit.de: Immer mehr, immer schneller, alles zugleich – der Alltag zehrt an unserer Aufmerksamkeit
- ↑ I.D.L | Die Definition von Konzentration - Und wie steigert man sie? 29. August 2017, abgerufen am 21. August 2024 (deutsch).
- ↑ Perplexity. Abgerufen am 24. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Hans W. Hunziker: Visuelle Informationsaufnahme und Intelligenz: Eine Untersuchung über die Augenfixationen beim Problemlösen. In: Schweizerische Zeitschrift für Psychologie und ihre Anwendungen. 29, Nr. 1/2, 1970.
- ↑ a b Die Konzentration | NeuroNation. 1. Januar 1970, abgerufen am 21. August 2024 (deutsch).
- ↑ a b c d Sabine Gessenich: Welche Faktoren beeinflussen Aufmerksamkeit und Konzentration? 25. Mai 2017, abgerufen am 21. August 2024 (deutsch).
- ↑ H. Budde, C. Voelcker-Rehage, S. Pietraßyk-Kendziorra, P. Ribeiro, G. Tidow: Acute coordinative exercise improves attentional performance in adolescents. In: Neuroscience Letters. 441, 2008, S. 219–223.
- ↑ Die Konzentration steigern durch Konzentrationsübungen. 20. Januar 2022, abgerufen am 21. August 2024 (deutsch).
- ↑ C. Hagemeister, K. Westhoff: Konzentrationsdiagnostik. In: L. Hornke, M. Amelang, M. Kersting: Enzyklopädie der Psychologie. (= Psychologische Diagnostik. Band 3: Leistungs-, Intelligenz- und Verhaltensdiagnostik). Hogrefe, Göttingen 2011, ISBN 978-3-8017-1526-7, S. 51–96.
- ↑ • 5 Minuten Lesezeit: Die besten 5 Tipps: Konzentration fördern bei Kindern. 5. Juli 2022, abgerufen am 21. August 2024.
- ↑ Die Konzentration | NeuroNation. 1. Januar 1970, abgerufen am 21. August 2024 (deutsch).
- ↑ • 5 Minuten Lesezeit: Die besten 5 Tipps: Konzentration fördern bei Kindern. 5. Juli 2022, abgerufen am 21. August 2024.