Zum Inhalt springen

Kurwürde

aus AufEinWort, der freien Forschung

Kur + Würde | f. ‘Würde eines Kurfürsten’ (18. Jh.), ferner in Willkür.

Zu Kür, Kur vgl. auch asächs. kuri m. ‘Wahl’, mnd. kȫre, kȫr, küre, kür m. f. (Bedeutungen wie im Mhd.), mnl. cōre, cuere m. f. ‘Wahl, Verordnung’, nl. keur f. ‘Wahl, Auswahl, Probe, Verordnung’, aengl. cyre m. ‘Wahl, Entscheidung’, anord. kør n., schwed. kor n. ‘Wahl’.

Die angeführten Nomina actionis folgen den tiefstufigen Formen des in seinem Bindewort grammatischen Wechsel zwischen s und r zeigenden gger. Tw. ahd. kiosan (8. Jh.), mhd. frühnhd. kiesen ‘sehen, wahrnehmen, prüfend betrachten, erwägen, erkennen, auswählen, erwählen’, asächs. kiosan ‘wählen’, mnd. kēsen, mnl. kiesen ‘prüfend betrachten, wahrnehmen, auswählen, erwählen, sich entscheiden’, nl. kiezen ‘auswählen, wählen’, aengl. cēosan ‘(aus)wählen, annehmen’, engl. to choose ‘wählen, bevorzugen’, anord. kjōsa ‘wählen, wünschen, zaubern’ (eigentlich ‘einen Gegenstand zur Zauberei wählen’), got. kiusan ‘prüfen’.

Hierzu stellen sich ager. Entsprechungen wie aind. juṣátē, jṓṣati ‘hat gern, findet Gefallen, genießt’, awest. zaoš-, apers. dauš- ‘an etw. Gefallen finden’, grie. gé͞uesthai ‘kosten, schmecken, zu spüren bekommen’, lat. dēgūnere ‘kosten’, air. togu ‘wählen’ und, mit dentalem Element wie in kosten2, lat. gustāre ‘kosten, genießen’, die auf eine gemeinsame Wurzel uige. *g̑eus-‘kosten, genießen, schmecken’ (im Germanisch und Keltisch ‘wählen’ durch Übertragung des Wahrnehmens und Prüfens auf andere Sinnesbereiche) führen.