Leitwissenschaft
Eine Leitwissenschaft ist eine Wissenschaft, „die sich selbst als solche versteht und von führenden Kreisen der Politik, der Wirtschaft und der Kultur als solche wahrgenommenund akzeptiert wird“. Mit dem Anspruch sind „immer Forderungen verbunden, Positionen, Relationen und Gewichtungen im Kosmos der Wissenschaften zu verändern“.[41]
In Mittelalter und früher Neuzeit galt die Theologie als unbestrittene Leitwissenschaft. Im 18. Jahrhundert wurde sie von der Philosophie abgelöst, die in dieser Zeit auch die Natur- und Geisteswissenschaften umfasste. Im 20./21. Jahrhundert erheben viele verschiedene Wissenschaften den Anspruch, eine Leitwissenschaft zu sein – dazu zählen Soziologie, Physik, Biologie, Ökonomie oder Neurowissenschaften.[41][42][43][44]