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Logischer Pluralismus

aus AufEinWort, der freien Forschung

Q: Pluralismus Logischer Pluralismus

Immanuel Kant äußerte sich zum Pluralismus: „Der logische Egoist hält es für unnötig, sein Urteil auch am Verstande Anderer zu prüfen; gleich als ob er dieses Probiersteins (criterium veritatis externum) gar nicht bedürfe.“[1] „Dem Egoismus kann nur der Pluralismus entgegengesetzt werden, das ist die Denkungsart: sich nicht als die ganze Welt in seinem Selbst befassend, sondern als bloßen Weltbürger zu betrachten und zu verhalten.“[2] „Wenn man seine Einsichten mit denjenigen anderer vergleicht und aus dem Verhältnis der Übereinstimmung mit anderer Vernunft die Wahrheitentscheidet, ist das der logische Pluralismus.“[3] Kant bezeichnet einen einseitigen Gelehrten als Zyklopen. „Er ist ein Egoist der Wissenschaft, und es ist ihm noch ein Auge nötig, welches macht, dass er seinen Gegenstand noch aus dem Gesichtspunkte anderer Menschen ansieht …“[4]

  1. ↑ Immanuel Kant: Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. In: Wilhelm Weischedel (Hrsg.): Schriften zur Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Politik und Pädagogik 2. Immanuel Kant Werkausgabe in zwölf Bänden (= Band 12). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, S. 409.
  2. ↑ Immanuel Kant: Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, 1983, S. 411.
  3. ↑ Immanuel Kant: Vorlesungen über Logik. In: Preußische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Gesammelte Schriften (= Band 24). Reimer, Berlin, 1966, S, 428.
  4. ↑ Immanuel Kant: Reflexionen. In: Preußische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Gesammelte Schriften (= Band 15). Reimer, Berlin 1923, S. 395 ff.