Lokativ
Erscheinungsbild
Substantiv, m
[✐ | ✎]| Singular | Plural | |
|---|---|---|
| Nominativ | der Lokativ | die Lokative |
| Genitiv | des Lokativs | der Lokative |
| Dativ | dem Lokativ | den Lokativen |
| Akkusativ | den Lokativ | die Lokative |
Worttrennung:
- Lo·ka·tiv, Plural: Lo·ka·ti·ve
Aussprache:
Bedeutungen:
- [1] Linguistik: Kasus, der den Ort angibt, an dem sich etwas befindet (= Lokalkasus)
- [2] Linguistik, speziell Kasusgrammatik: derjenige Tiefenkasus (semantische Rolle), der eine Ortsangabe enthält
Abkürzungen:
- [1] Lok.
Herkunft:
- [1] Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert von Jacob Grimm gebildet in Analogie zu den anderen lateinischen Begriffen für die Kasus[1]; dem Begriff liegt lateinisch locus → la „Ort, Platz“ zugrunde
Synonyme:
- [1] Ortsfall
Gegenwörter:
- [1] Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Vokativ, Ablativ, Instrumental, Werfall, Wesfall, Wemfall, Wenfall, Ruffall, Nehmfall, Womitfall
- veraltet: Nennendung/ Nennfall (= Nominativ), Herkunftsfall/ Zeugefall (= Genitiv), Gebefall (= Dativ), Klageendung/ Klagefall (= Akkusativ), Ruffall(= Vokativ), Nehmfall (= Ablativ), Womitfall (= Instrumental)
Oberbegriffe:
Beispiele:
- [1] Das Lateinische hat noch Reste des alten Lokativs, z. B. in der Form: humī „auf dem Boden“.
- [1] Einen Lokativ gibt es in vielen Sprachen, z. B. in denen der finno-ugrischen Familie.
- [1] „Das Wort »Poznaniu« sieht für deutsche Betrachter komisch aus, doch zeigt das »iu« den sechsten Fall an, den Ortsfall oder Lokativ.“[2]
- [2] In dem Satz: „Karl verläuft sich im Tiergarten“ ist „im Tiergarten“ ein Lokativ.[3]