Maastricht (Cusanus)
Legationsreise
Im September / Oktober 1451:
Vorgängerstation →Heinsberg (Legationsreise)
Zwischenstation →Aachen (Legationsreise)
Nachfolgerstation →Tongern (Legationsreise) (?)
Im Januar 1452 (Reise von Köln nach Löwen):
Vorgängerstation →Aachen (Legationsreise)
Nachfolgerstation →Tongern (Legationsreise) (?)
Nachfolgerstation →Hasselt (Legationsreise)
Im Februar 1452: (?) (Reise von Löwen nach Köln)
Vorgängerstation →Löwen (Legationsreise)
Nachfolgerstation →Aachen (Legationsreise)
Ursprünglich aus einer römischen Niederlassung entstandene niederländische Stadt an der Maas, Hauptstadt der Provinz Limburg, mit 118.378 (Stand: Juni 2007) Einwohnern. Im 5./6. Jahrhundert wurde der Bischofsitz von Tongern nach Maastricht verlegt. Sankt Servatius, der im 4. Jahrhundert auch als erster Bischof von Tongern bezeugt ist, ist Schutzpatron der überwiegend katholischen Stadt. Im 13. Jahrhundert verlieh Herzog Heinrich I. von Brabant M. die Stadtrechte. Die zu seiner Zeit entstandene Sint Servaasbrug ist bis heute erhalten geblieben.
Cusanus visitierte M. erstmals vom 27. September 1451 bis zum 2. Oktober und kehrt hierhin nach seinem Aufenthalt in Aachen noch einmal am 5. September zurück. Am 11. und 12. Januar 1452 wird M. erneut Station der Legationsreise, die Cusanus von Köln und Aachen herkommend weiter über Löwen und Brüssel führt. Eventuell ein drittes Mal über M. und Aachen führt der Weg von Löwen nach Köln am 16. Februar 1452.
Cornelius von Zandvliet hielt in seiner Lütticher Chronik fest, Cusanus habe via Geldern M. erreicht. Vgl. AC I.3b n. 1827 ((bib:2072)). Am selben Tag verfügt Cusanus, die in der Stadt Kleve lebende Schwesterngemeinschaft der Augustinerregel zu unterstellen. Hiermit beauftragt er den Prior des Klosters der Regulierten Augustiner-Chorherren vor Nimwegen, gibt Anweisungen zur Lebensweise bei und verleiht geistliche Privilegien. Vgl. ebd. n. 1828.
Cusanus verleiht einen 100-Tage-Ablass für die Pfarrkirche St. Katharina in Maaseik. Vgl. AC I.3b n. 1832 ((bib:2072)); Pfarrgemeinde aktuell: Sint Catharinakerk Maaseik.
Cusanus hält eine Predigt zum Thema: Videte, ne contemnatis unum ex hiis pusillis. Dico enim vobis, quia angeli eorum semper vident faciem Patris mei, qui in caelis est. (Serm. CIV). Vgl. AC I.3b n. 1833 ((bib:2072)). Für Einträge in den Stadtrechnungen von Mechelen und Zutphen, welche die Reise von Gesandten zu Cusanus dokumentieren vgl. ebd., n. 1834 u. n. 1835.
Für die Kollegiatkirche Heilig Geist in →Roermond (Legationsreise) verleiht Cusanus einen 100-Tage-Ablass. Vgl. AC I.3b n. 1837 ((bib:2072)). Ferner verzeichnen die Acta Cusana einen Eintrag in der Stadtrechnung von Arnheim über eine geplante Gesandtschaft zu Cusanus, vgl. ebd. n. 1838.
Cusanus bestätigt die zuvor u.a. von Bischof Johann von Lüttich erteilten Vergünstigungen für die Brüder „unter der Observanz der Dritten Regel des heiligen Franciscus de penitentia (Begarden) des Konventes Campi sancti Iheronimi in der Pfarrei von St. Servatius zu Maastricht im Dorfe Zepperen (bei Sint-Truiden)“ AC I.3b n. 1841 ((bib:2072)); vgl. zu den einzelnen erteilten Rechten ebd. und vgl. die ehemals selbständige Gemeinde Zepperen. Für Kirche bzw. Konvent des heiligen Hieronymus von der Dritten Regel des Franziskanerordens in Zepperen verleiht Cusanus einen 100-Tage-Ablass. Zu den Statuten, die Cusanus den Brüdern des Dritten Ordens vom heiligen Franciscus de penitentia in der Diözese Lüttich gibt, vgl. AC I.3b n. 1843 ((bib:2072)).
Am 4. und 5. Oktober visitiert Cusanus →Aachen (Legationsreise).
Cusanus bestätigt kraft Legationsgewalt eine die Stiftung des Moerser Karmelitenkloster (1441) betreffende Urkunde. Vgl. AC I.3b n. 1849 ((bib:2072)). Die nachfolgende Nummer in den Acta Cusana nimmt Bezug auf Nachrichten im Diarium des Adriaan von Oudenbosch, und zwar über eine Predigt des Cusanus in M., „seine Erfolge gegen das Konkubinat und eine Gesandtschaft der Lütticher, die ihn trotz seiner Bedenken zum Besuch einladen“ ebd., n. 1850. Im genannten Diarium sowie in der Chronik des Adriaan von Oudenbosch stehen ferner Nachrichten über die Verleihung des Jubiliäumsablasses durch Cusanus für die Einwohner der Städte M., Valkenburg, Limburg und Dahlhem. Vgl. ebd. n. 1851. Den Acta Cusana zufolge gilt es als fraglich, ob Cusanus den Ablass noch während seines Aufenthalts in M. verliehen hat.
Weiter verzeichnen die Acta Cusana briefliche Mitteilungen in der Münsterschen Sache von Herzog Johann von Kleve an Cusanus (vgl. ebd., n. 1854) sowie an den Herzog von Burgund, →Philipp der Gute (vgl. ebd., n. 1855). In letzterem Brief dankt Johann von Kleve Philipp für seine Vermittlung bei Cusanus in der Münsterschen Sache, „will das an Philipp gerichtete Antwortschreiben des NvK [Nikolaus von Kues] ihm aber erst übersenden, wenn die Einschaltung des NvK zu keiner guten Lösung führe.“ ebd.
Der niederländisch-belgische Teil der Legationsreise des Cusanus endete im Jahr 1451 am 21. Oktober in →Malmedy (Legationsreise). Er hatte sich dort vor allem mit der Reformfeindlichkeit des Lütticher Klerus auseinandergesetzt, aber auch etwa einem Sohn des Johann von Eupen die Tonsur erteilt. Letztere Handlung notiert Cusanus in einem Brief vom 11. Januar 1452, während er sich ein weiteres Mal in M. aufhielt, dem Startpunkt für den niederländisch-belgischen Teil der Legationsreise im Jahr 1452. Vgl. AC I.3b n. 1912 und n. 2184 ((bib:2072)). In dem Brief empfiehlt Cusanus den Sohn des Johann von Eupen Dekan und Kapitel des Benediktinerklosters Malmedy für die nächste freiwerdende Präbende.
Kraft Legationsgewalt beauftragt Cusanus am selben Tag den Dekan von St. Marien in Aachen mit der Verleihung einer Kapelle in der Pfarrei Hoengen, von der er erfahren hatte, dass sie 10 Jahre ohne Rektor sei. Vgl. ebd., n. 2185.
Cusanus hält eine Predigt mit dem Thema Procidentes adoraverunt (Serm. CXIV). Vgl. für die thematischen Worte auch Serm. XXI und Serm. CCLXII.
In der Chronik des Adriaan von Oudenbosch ist u.a. die in M. vollzogene Versöhnung festgehalten zwischen dem Lütticher Klerus und Cusanus. Vgl. AC I.3b n. 2268 ((bib:2072)), auch Anm. 1 zur Datierung: „Die Etappen [Löwen, M., Aachen und Köln] fallen gleichmäßiger aus, wenn man den 16. Februar als Abreisetermin unterstellt.“ Ebd.
Kirstin Zeyer
24.03.2009
zuletzt bearbeitet: 26.03.2009