Marionettengleichnis
Jedes irdische Lebewesen verhält sich wie eine Marionette, die von einer höheren, göttlichen Instanz geführt wird. Zwei Drähte, an denen die menschlichen Marionetten hängen, sind die Gefühle, die mit ihren Erwartungen verbunden sind. Diese sind von zweierlei Art: Furcht bei Schmerzerwartung und Zuversicht oder Keckheit bei Lusterwartung. Beide wirken zugleich auf den Menschen ein und zerren ihn zu entgegengesetzten Handlungen hin. Hinzu kommt aber noch ein weiterer Faktor, ein dritter Draht: die vernünftige Überlegung, mit der man erwägt, was besser und was schlechter ist, und sich dann für das Bessere entscheidet, auch wenn die Furcht oder die Zuversicht in eine andere Richtung drängen. Der Draht der Vernunft ist aus Gold und daher biegsam, die anderen sind aus unedlem Metall und starr. Der goldene Draht ist zwar schön, aber sanft, er übt keine Gewalt aus. Der Zugkraft des goldenen Drahtes soll man in allem folgen, doch kann sie sich wegen seiner nachgiebigen Beschaffenheit nicht von allein gegen die anderen durchsetzen. Daher muss ihr der Gesetzgeber zu Hilfe kommen. (Wikipedia)