Zum Inhalt springen

Mimesis

aus AufEinWort, der freien Forschung

Mimesis | "Nachahmung'" Von agr. μῑμέομαι mīméomai, „mimen, nachahmen. simulieren“ +‎ -σις -sis, Verbalsubstantiv-Endung). vgl. Imitation

mīméomai μῖμος mîmos  "Pantomime, Schauspieler; Nachahmung, Nachahmung; Mime" +‎ -έομαι -éomai Wortendung zur Bildung von Tw. aus Hptw.

Als Mimesis bezeichnet man in den Künsten das Prinzip der Nachahmung im Sinne der Poetik des griechischen Philosophen Aristoteles, im Unterschied zur imitatio "Immitation", der kunstgerechten Nachahmung älterer, meist antiker Vorbilder. Platon verstand unter Mimesis die „nachahmende Rede“, die man heute als direkte Rede bezeichnet, im Gegensatz zur Diegesis, der Erzählung:„Sich einem andern in Sprache und Haltung anzugleichen, heißt doch, jenen nachzuahmen […] In einem solchen Fall gestalten also Homer und andere Dichter die Erzählung [diêgêsis] in der Form der Nachahmung [mimêsis] (also der unmittelbaren Wiedergabe) […] Wenn sich aber der Dichter nirgends verbirgt, dann entsteht eine Dichtung oder Erzählung ohne Nachahmung, in mittelbarer Wiedergabe […] somit einfache Erzählung [haplê diêgêsis].“[2]

Platon unterteilt die menschlichen Tätigkeiten in „erzeugende“, „gebrauchende“ und „nachahmende“, wobei er die nachahmende generell für die geringste hält, da sie am wenigsten nützlich ist. Im Gegensatz zur Mimesis steht bei ihm die Diegesis (griechisch διήγησις) für ein Erzählen, das nicht vorgibt, etwas in der Weise darzustellen bzw. nachzuahmen, wie man es vom künstlerischen Bild oder von Theaterfiguren kennt.