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Nikola Tesla (Persönlichkeit)

aus AufEinWort, der freien Forschung


Erscheinungsbild und Außenwirkung

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Tesla war 1,88 m groß und wog von 1888 bis etwa 1926 ohne größere Abweichungen 64 kg. Sein Aussehen wurde vom Zeitungsredakteur Arthur Brisbane (ein in den USA bekannter Chefredakteur des 20. Jahrhunderts) als „fast der größte, fast der dünnste und mit Sicherheit der ernsteste Mann, der regelmäßig zu Delmonico geht“ beschrieben.[1][2] Tesla wurde eine elegante, stilvolle Körperhaltung und große Sorgfältigkeit bei Frisur, Körperhygiene und Kleidung nachgesagt: Ein Erscheinungsbild, das er auch der Geschäftsbeziehungen wegen pflegte.[2] Außerdem wurden Tesla helle Augen, „sehr große Hände“ und „bemerkenswert große“ Daumen zugeschrieben.[1]

Teslas Verstand und seine Besonderheiten

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Tesla war eine polyglotte Person; er beherrschte acht Sprachen fließend: Serbo-Kroatisch, Tschechisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Ungarisch, Italienisch und Latein.[2] Außerdem las Tesla viele Bücher, von denen er manche auswendig lernte; er soll ein fotografisches Gedächtnis besessen haben.[3]

Tesla erzählte in seiner Autobiografie My Inventions: The Autobiography of Nikola Tesla, dass er in jungen Jahren oft krank war. So litt er unter blendenden Lichtblitzen, die vor seinen Augen auftraten, oft begleitet von Ideen, Einfallsreichtum bzw. einer Lösung für ein bestimmtes Problem, auf das er gestoßen war.[3] Wenn er nur den Namen eines Gegenstandes hörte, konnte er ihn sich in realistischen Details vorstellen.[3] Tesla visualisierte eine Erfindung in seinem Kopf mit äußerster Präzision, einschließlich aller Dimensionen, bevor er zur Bauphase überging, eine Technik, die manchmal als visuelles Denken bezeichnet wird. Normalerweise zeichnete er aus dem Gedächtnis. Seit seiner Kindheit hatte Tesla häufige Rückblenden zu Ereignissen, die zuvor in seinem Leben passiert waren.[3]

Beziehungen und Zwischenmenschlichkeit

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Tesla heiratete nie und erklärte, dass seine Keuschheit für seine wissenschaftlichen Fähigkeiten sehr hilfreich sei.[3] So sagte er als junger Erwachsener, dass er das Gefühl habe, er könne für eine Frau niemals würdig genug sein und dass er Frauen in jeder Hinsicht für überlegen hielte. Seine Meinung zu Frauen begann in späteren Jahren zu schwanken, als er zunehmend den Eindruck gewann, dass Frauen versuchten, Männer zu übertreffen und dominant zu sein. Diese „neue Frau“ stieß bei Tesla laut Eigenaussage auf Ablehnung, da er empfand, dass Frauen ihre Weiblichkeit verlieren, wenn sie versuchen, bestimmend zu sein. In einem Interview vom 10. August 1924 erklärte er: „Die Tendenz der Frauen, den Mann beiseite zu schieben und den alten Geist der Zusammenarbeit mit ihm in allen Angelegenheiten des Lebens zu verdrängen, ist für mich sehr enttäuschend.“[4] Obwohl er in späteren Jahren einem Reporter erzählte, dass er manchmal das Gefühl hatte, durch Nichtheirat ein zu großes Opfer für seine Arbeit gebracht zu haben, entschied sich Tesla, sich nicht um Beziehungspflege zu kümmern und stattdessen die Bedürfnisbefriedigung gänzlich in der Arbeit zu suchen.[5][6][7][8]

Dennoch sprachen viele Menschen sehr positiv und bewundernd über Tesla, wenn dieser sich mit anderen Menschen umgab. Robert Underwood Johnson (US-amerikanischer Autor und Diplomat) beschrieb ihn als „besonders anmutig, aufrichtig, bescheiden, kultiviert, großzügig gegenüber Anderen und kraftvoll“.[5] Seine Sekretärin, Dorothy Skerrit, schrieb: „Sein freundliches Lächeln und sein edler Charakter unterstrichen immer die Gentleman-Eigenschaften, die in seiner Seele so tief verwurzelt waren.“[5][6][7][8] Teslas Freund Julian Hawthorne (US-amerikanischer Journalist und Autor) schrieb, dass „man selten einen Wissenschaftler oder Ingenieur [wie Tesla] traf, der auch Dichter, Philosoph, Sprachwissenschaftler und zugleich Kenner von guter Musik, Essen und Trinken und ein Liebhaber war.“[3]

Tesla war ein Freund unter anderem von Francis Marion Crawford, Robert Underwood Johnson,[9] Stanford White[10]und Kenneth M. Swezey.[11][12] Im mittleren Alter wurde Tesla zudem ein guter Bekannter von Mark Twain. Die beiden verbrachten viel Zeit miteinander, darunter in Teslas Labor.[9] Twain beschrieb insbesondere die Erfindung des Zweiphasen-Synchronmotors im Rahmen der sogenannten Polyphase-Patente[13] von Tesla als „das wertvollste Patent seit dem Telefon“.[14] Auf einer Party der Schauspielerin Sarah Bernhardt im Jahr 1896 traf Tesla den indischen Hindu-Mönch Vivekananda und sie sprachen darüber, wie die Energieideen von Tesla mit der vedantischen Kosmologieübereinzustimmen schienen.[15] In den späten 1920er Jahren freundete sich Tesla mit George Sylvester Viereck (einem Dichter, Schriftsteller und späteren Nazi-Propagandisten) an. Tesla nahm gelegentlich an Dinnerpartys teil, die von Viereck und seiner Frau abgehalten wurden.[16][17]

Tesla brachte manchmal offen seine Abneigung gegenüber übergewichtigen Menschen zum Ausdruck – beispielsweise als er eine Sekretärin wegen ihres Gewichts entließ.[3] Mehrmals wies Tesla zudem eine Angestellte an, nach Hause zu gehen und ihr Kleid zu wechseln.[3]

Als Thomas Edison 1931 starb, war es Tesla, der die einzige negative Meinung zu Edison in der New York Times abgab:

„Er [Edison] hatte kein Hobby, kümmerte sich um keinerlei Belustigung und lebte unter völliger Missachtung der elementarsten Hygieneregeln … Seine Methode war extrem ineffizient … es sei denn, der blinde Zufall griff ein. … ich war zunächst fast ein trauriger Zeuge seiner Taten, da ich wusste, dass nur ein wenig Theorie und Berechnung ihm 90 Prozent der Arbeit erspart hätten. Aber er hatte eine wahre Verachtung für das Lernen aus Büchern und für mathematische Kenntnisse und vertraute ganz auf seinen erfinderischen Instinkt und den praktischen amerikanischen Ansatz“.[18]

Schlaf-, Arbeits- und Lebensgewohnheiten Teslas

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Tesla behauptete, niemals länger als zwei Stunden pro Nacht zu schlafen.[2] Er gab jedoch zu, von Zeit zu Zeit „zu dösen“, „um seine Batterien wieder aufzuladen“.[5] Kenneth Swezey, ein Journalist, mit dem Tesla befreundet war, bestätigte, dass Tesla selten schlief. So erinnerte sich Swezey an einen Morgen, als Tesla ihn um 3 Uhr morgens anrief, um mit ihm über eine Theorie zu diskutieren: „…und als er das Gefühl hatte, zur Lösung gekommen zu sein, beendete er plötzlich das Telefonat.“[5]

Während seines zweiten Studienjahres in Graz entwickelte Tesla eine Leidenschaft für Billard, Schach und Kartenspieleund verbrachte manchmal mehr als 48 Stunden am Stück an einem Spieltisch.[2] Einmal soll Tesla in seinem Labor 84 Stunden ohne Pause gearbeitet haben.[2]

Tesla wurde in seinen späteren Jahren Vegetarier und lebte ausschließlich von Milch, Brot, Honig und Gemüsesäften.[19]

Teslas Alltag in New York

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Während seiner New Yorker Jahre arbeitete Tesla jeden Tag von 9 Uhr bis mindestens 18 Uhr, um dann um 20:10 Uhr im Delmonicos Restaurant und später im New Yorker Waldorf-Astoria zu sein. Dort hatte er eine Stammbedienung und Tesla legte Wert darauf, dass das Essen punktgenau angerichtet war. Tesla nahm anschließend seine Arbeit wieder auf, an der er oft bis 3 Uhr saß.[2] Jede Nacht soll Tesla zudem intensivst seine Zehen geknetet haben, da dies seine Gehirnzellen stimulieren würde.[5]

  1. ↑ a b Arthur Brisbane: OUR FOREMOST ELECTRICIAN., 22. Juli 1894 (englisch). 
  2. ↑ a b c d e f g John J O’Neill: The Life of Nikola Tesla. 1944, ISBN 0-914732-33-1.
  3. ↑ a b c d e f g h Margaret Cheney: Tesla: Man Out of Time. ISBN 978-0-7432-1536-7.
  4. ↑ Nikola Tesla-“Mr Tesla Explains Why He Will Never Marry”. In: An Engineer's Aspect. Abgerufen am 22. Mai 2016 (englisch).
  5. ↑ a b c d e f Marc J. Seifer: Wizard: the life and times of Nikola Tesla: biography of a genius. ISBN 978-0-8065-1960-9.
  6. ↑ a b Gregory Malanowski: The Race for Wireless: How Radio was Invented (or Discovered?). AuthorHouse, 2011, ISBN 978-1-4634-3750-3, S. 36 (englisch): “Tesla was definitely asocial, a loner. Although in his younger years he was immensely popular and admired by many rich, socialite women, there were no women in his life.”
  7. ↑ a b Tom McNichol: AC/DC: The Savage Tale of the First Standards War. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 978-1-118-04702-6, S. 163–64 (englisch): “Tesla's peculiar nature made him a solitary man, a loner in a field that was becoming so complex that it demanded collaboration.”
  8. ↑ a b Margaret Cheney: Tesla, Master of Lightning. ISBN 978-0-7607-1005-0.
  9. ↑ a b Famous Friends. Tesla Memorial Society of NY, abgerufen am 4. Juli 2012 (englisch).
  10. ↑ Stanford White. Tesla Memorial Society of NY, abgerufen am 4. Juli 2012 (englisch).
  11. ↑ Tribute to Nikola Tesla. Tesla Memorial Society of NY, abgerufen am 4. Juli 2012 (englisch).
  12. ↑ Nikola Tesla at Wardenclyffe. Tesla Memorial Society of NY, abgerufen am 4. Juli 2012 (englisch).
  13. ↑ Patent US381968: Mode and plan of operating electric motors by progressive shifting; Field Magnet; Armature; Electrical conversion; Economical; Transmission of energy; Simple construction; Easier construction; Rotating magnetic field principles.‌ Patent US381969: Novel form and operating mode; Coils forming independent energizing circuits; Connected to an alternating current generator; Synchronous motor.‌ Patent US381970: Current from a single source of supply in the main or transmitting circuit induce by induction apparatus.‌ Patent US382279: Rotation is produced and maintained by direct attraction; Utilizes shifting poles; Induction magnetic motor.‌ Patent US382280: New method or mode of transmission; Dynamo motor conversion with two independent circuits for long distance transmission; Alternating current transmission.‌ Patent US382281: Improvements in electromagnetic motors and their mode or methods of their operations.‌ Patent US382282: Method of Converting and Distributing Electric Currents.‌
  14. ↑ Nikola Tesla: The patron saint of geeks? In: News Magazine, BBC, 10. September 2012 (englisch). 
  15. ↑ Kak, S. (2017) Tesla, wireless energy transmission and Vivekananda. Current Science, vol. 113, 2207–2210.
  16. ↑ Cheney, Margaret: Tesla: Master of Lightning.
  17. ↑ Neil M. Johnson: George Sylvester Viereck: Poet and Propagandist. Neil M. Johnson (englisch).
  18. ↑ Thomas Edison: Life of an Electrifying Man. ISBN 978-1-59986-216-3.
  19. ↑ LISA GITELMAN: Reconciling the Visionary with the Inventor Wizard: The Life and Times of Nikola Tesla. technology review (MIT), abgerufen am 3. Juni 2012 (englisch).