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Null-Ohm-Bus

aus AufEinWort, der freien Forschung

Ein Null-Ohm-Bus (oft auch als

Virtual Earth Bus oder virtuelle Masse bezeichnet) ist eine klassische Architektur in hochwertigen analogen Mischpulten, um Audiosignale verschiedener Kanäle zu summieren, ohne dass sich diese gegenseitig beeinflussen.

Hier sind die wichtigsten Aspekte:

  • Funktionsweise:
    • Die Signale der einzelnen Kanalzüge werden über Widerstände (Summierwiderstände) auf eine gemeinsame Leitung (den "Bus") geleitet. Diese Leitung ist mit dem invertierenden Eingang eines Operationsverstärkers (Op-Amp) verbunden. Da der Operationsverstärker versucht, die Spannungsdifferenz zwischen seinen Eingängen auf Null zu halten, wird dieser Punkt zu einer "virtuellen Masse" (0 Volt).
    • Vorteile:
      • Kein Übersprechen (Crosstalk): Da der Summierpunkt virtuell auf Masse liegt, fließt kein Strom zwischen den Kanälen über den Bus. Ein Signal auf Kanal 1 "sieht" nicht, was auf Kanal 2 passiert.
      • Niedrige Impedanz: Die Impedanz am Summierpunkt ist extrem gering, was Rauschen minimiert.
      • Unabhängigkeit: Das Summierergebnis ist unabhängig von der Anzahl der Kanäle, die auf den Bus geschaltet sind.
    • Realisierung: Ein aktives Bauelement, meist ein Operationsverstärker (oder diskrete Schaltungen), ist zwingend erforderlich, um diese virtuelle Masse zu erzeugen.
    • Anwendung: Diese Technik wird für die Hauptsumme (Mix-Bus), Gruppenbusse und häufig auch für Aux-Sends verwendet, um eine präzise Addition ohne Klangverfärbungen zu garantieren. Obwohl der Begriff "Null-Ohm" physikalisch nicht ganz korrekt ist (da Widerstände zur Mischung verwendet werden), beschreibt er treffend das angestrebte Ziel: Ein Summierpunkt ohne Spannungsunterschiede.